Walter Sonntag (Mediziner)

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Walter Sonntag (* 13. Mai 1907 in Metz; † 17. September 1948 in Hameln) war ein deutscher KZ-Arzt. Sonntag war zunächst als Zahnarzt in eigener Praxis in Kiel tätig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit August 1933 war Walter Sonntag Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 2.683.413), seit 1. Januar 1934 Mitglied der SS (SS-Nr. 2.357.328), seit September 1939 Angehöriger der Waffen-SS.

1939/40 arbeitete er als Lagerarzt im KZ Sachsenhausen und machte Versuche mit dem chemischen Kampfstoff Senfgas (Lost).

Seit 2. Mai 1940 war er im KZ Ravensbrück tätig, zunächst als SS-Untersturmführer, nach Beförderung als SS-Hauptsturmführer. In seiner Funktion als Standortarzt war er der Vorgesetzte der Lagerärzte und gleichzeitig Enno Lolling unterstellt. Am 21. Juli 1941 heiratete er die ebenfalls im KZ Ravensbrück tätige Gynäkologin Gerda Weyand. Im Dezember 1941 (nach anderen Quellen: Juli 1941 oder Februar 1942) wurde er nach freiwilliger Meldung als Truppenarzt an die Ostfront versetzt und von Gerhard Schiedlausky abgelöst.

Anschließend war er im SS-Lazarett Riga-Rotenberg. Im Herbst 1942 arbeitete er im KZ Dachau, 1943 wurde er Erster Standortarzt im KZ Natzweiler-Struthof, 1944 im Nebenlager Jamlitz (Kreis Lübben) des KZ Sachsenhausen.

1945 erfolgte seine Internierung. Sonntag wurde im vierten der insgesamt sieben Ravensbrück-Prozesse am 4. Juni 1948 zum Tode verurteilt, am selben Tag aus dem Gerichtsgefängnis Hamburg-Altona in das Zuchthaus Fuhlsbüttel überstellt und nach Bestätigung des Urteils (3. Juli 1948) am 15. September 1948 nach Hameln verlegt. Zwei Tage später erfolgte dort die Hinrichtung durch den Strang.

Vor Gericht trat seine Frau als Fürsprecherin ihres Mannes auf. Warum sie als ebenfalls im KZ Ravensbrück Tätige nicht mitangeklagt wurde, ist bis heute unklar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]