Wandelröschen (Gattung)

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Wandelröschen
Blütenstände einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)

Blütenstände einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae)
Gattung: Wandelröschen
Wissenschaftlicher Name
Lantana
L.

Die Wandelröschen (Lantana) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Die bis zu 150 Arten sind hauptsächlich in der Neotropis verbreitet. Die vielen Sorten des Wandelröschens (Lantana camara) werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Illustration von Lantana camara
Graphium sarpedon an Blüten einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)
Kolibri (Orthorhyncus cristatus) an Blüten einer Wandelröschen-Sorte (Lantana camara)

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Bei Lantana-Arten handelt es sich meist um verholzende Pflanzen, die als Sträucher oder Kletterpflanzen; selten auch um kleine Bäume oder krautige Pflanzen wachsen. Die aromatischen Pflanzen sind fein behaart oder kahl. Die in der Jugend vierkantigen Sprossachsen sind rau oder manchmal leicht stachelig.[1]

Die gegenständig, manchmal auch zu dritt bis viert quirlig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die stets einfachen Blattspreiten sind bei den meisten Arten stark runzlig. Der Blattrand ist oft gekerbt.[1]

Blütenstände, Blüten und Früchte[Bearbeiten]

Auf Blütenstandsschäften stehen in dichten köpfchenförmigen Blütenständen oft viele Blüten zusammen, wobei die Einzelblüten höchstens kurz gestielt sind und das ovale bis lanzettliche Tragblatt die Kelchblätter überragt. Die zwittrigen Blüten sind vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die relativ kleinen, häutigen Kelchblätter sind kurz. An Farben der Kronblätter kommt fast alles vor: weiß, gelb, rot, blau und violett; manche Arten haben auch zweifarbige Kronen. Oft verfärbt sich die Blütenkrone mit dem Alter, bei einigen Arten auch mehrmals. Die vier oder fünf Kronblätter sind zu einer engen Kronröhre verwachsen. Die Blütenkronen sind fast radiärsymmetrisch oder leicht zweilippig mit vier oder fünf ausgebreiteten Kronlappen. Es ist nur ein Kreis mit vier freien, fertilen Staubblättern vorhanden, sie sind auf der etwa auf der Mitte der Kronröhre inseriert und überragen die Blütenkrone nicht. Der Fruchtknoten ist zweikammerig.[1] Es ist nur eine Samenanlage je Fruchtknotenkammer vorhanden.[2] Der Griffel ragt nicht aus der Kronröhre heraus und endet in einer schiefen fast kopfigen Narbe.[1]

Die fleischigen Steinfrüchte enthalten eine ein- bis zweisamigen Steinkern.[1] Die Steinfrüchte färben sich bei Reife rot, violett bis metallisch schwarz. Die Ausbreitung der Diasporen erfolgt durch Vögel.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Eine Sorte des Wandelröschens (Lantana camara)
Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Fruchtständen mit unterschiedlichen Reifegraden der Früchte einer Wandelröschensorte (Lantana camara)
Blütenstand von Lantana involucrata
Zweig mit Laubblättern und Früchten von Lantana involucrata
Zweig mit gegenständigen Laubblättern und Blütenstand von Lantana montevidensis
Nicht alle Laubblätter von Lantana trifolia stehen zu dritt zusammen
Blütenstand von Lantana trifolia

Die Gattung Lantana wurde 1753 durch Carl von Linné aufgestellt.[3] Synonyme für Lantana L. nom cons. sind: Camara Adans., Charachera Forssk., Riedelia Cham., Tamonopsis Griseb., Xeralis Raf.

Die meisten bis zu 150 Arten sind in der Neotropis verbreitet, einige wenige sind im tropischen und Südlichen Afrika bis nach Thailand beheimatet[4]. Wenige Arten sind weltweit in wärmeren Gebieten Neophyten.

Es gibt 110 bis 150 Lantana-Arten:[4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Shou-liang Chen, Michael G. Gilbert: Verbenaceae.: Lantana L., S. 2 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi & Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17 - Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994. ISBN 0-915279-24-X
  2. Lantana bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Lantana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  4. a b c d e f g h i j k l m n Rafaël Govaerts (Hrsg.): Lantana - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 8. März 2015

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

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