Wangenheim

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Wangenheim (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wangenheim
Wangenheim
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wangenheim hervorgehoben
Koordinaten: 51° 1′ N, 10° 37′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Gotha
Verwaltungs­gemeinschaft: Mittleres Nessetal
Höhe: 260 m ü. NHN
Fläche: 10 km2
Einwohner: 663 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036255
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschlüssel: 16 0 67 074
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 33
99869 Wangenheim
Webpräsenz: www.mittleres-nessetal.de
Bürgermeisterin: Martina Rieke (parteilos)
Lage der Gemeinde Wangenheim im Landkreis Gotha
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Über dieses Bild

Wangenheim ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Gotha und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im nordwestlichen Teil des Landkreises Gotha im Tal der Nesse am Südrand des Höhenzugs Große Harth, einem südöstlichen Ausläufer des Hainich. Die die Gemeinde umgebenden Hügel erreichen Höhen von bis zu 360 m ü. NN. Sie ist jeweils etwa 15 Kilometer von Gotha und Bad Langensalza entfernt. Durch die Ortsmitte verläuft der Krautmaßengraben, ein kleiner Bach, der die Äcker nördlich des Dorfes entwässert. Westlich des Ortes befindet sich die 1977/78 zu Bewässerungszwecken errichtete Talsperre Tüngeda/Wangenheim, die heute mit einem nordöstlich angrenzenden Campingplatz vorrangig der Erholung dient.

Die nächstliegenden Orte sind Eberstädt an der Nesse im Süden, Brüheim im Südwesten, Tüngeda im Nordwesten, Wiegleben im Norden, Hochheim im Osten und Goldbach im Südosten. Durch den Ort führt die Landesstraße L 1030 von Gotha nach Reichenbach, wo sie auf die B 84 trifft. Nördlich des Ortes befindet sich auf dem 358 m hohen Teufelsberg eine große Windkraftanlage.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basierend auf archäologischen Funden in der Wangenheimer Flur wird angenommen, dass bereits zur Schnurkeramik- und Bronzezeit hier Menschen siedelten. Das Dorf selbst wurde im Jahre 860 urkundlich als Besitzung des Klosters Fulda erstmals erwähnt.

1133 tauchte das Adelsgeschlecht von Wangenheim in Urkunden auf, das die Entwicklung des Ortes im späten Mittelalter prägte. Ausschlaggebend für den befestigten Stammsitz der Familie Wangenheim im Ort dürfte die Kreuzung der von Nord nach Süd mit den von Ost nach West verlaufenden Wegen sowie die günstige natürliche und ernährungswirtschaftliche Lage gewesen sein. Vorerst waren sie frei, ab 1395 wurden sie Ministerialen der Thüringer Landgrafen. Dieses Geschlecht war auch von 1513 bis 1560 Besitzer der Burg Winterstein sowie ab 1370 Besitzer der Burg Sonneborn. Die Burg Wangenheim wurde im 16. Jahrhundert aufgegeben. 1747 brach man ein kemenatenartiges Gebäude ab. Reste der Anlage sollen noch im 18. Jahrhundert sichtbar gewesen sein.[2] Nachdem die beiden Rittergüter im Ort in Konkurs geraten waren, kauften sie die Herren von Uechtritz (Fugaische Linie) im Jahr 1738. Wangenheim zählte aber weiterhin zum Wangenheimschen Gericht.

Vom 17. Jahrhundert bis 1920 gehörte der Ort zum Herzogtum Sachsen-Gotha bzw. dessen Nachfolgeherzogtümern. Danach wurde der Ort Teil des Landkreises Gotha und gehörte von 1952 bis 1990 zum Kreis Gotha im DDR-Bezirk Erfurt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Nessetal an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Goldbach hat.

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Der Rat der Gemeinde Wangenheim besteht aus acht Ratsfrauen und Ratsherren.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Martina Rieke wurde im September 2013 gewählt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patengemeinde des Ortes ist Dörzbach im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchgemeinde Wangenheim, zugleich Pfarramtssitz für die ev.-luth. Kirchgemeinden Wangenheim, Tüngeda, Reichenbach, Westhausen und Warza, hat sich zum 1. Jänner 2013 mit zehn weiteren evangelischen Kirchgemeinden zusammengeschlossen zur Ev. Emmausgemeinde Goldbach-Wangenheim. Das Pfarramt blieb erhalten, wenn auch der zuständige Pfarrer nunmehr in Goldbach wohnt. In Wangenheim leben ca. 300 gemeldete evangelische Christen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wangenheim-Kirche-1.JPG

Dorfkirche St. Trinitatis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: St. Trinitatis (Wangenheim)

Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windpark bei Wangenheim

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. Mit der Entwicklung des Ländlichen Fremdenverkehrszentrum Stausee Wangenheim hat auch der Tourismus eine gewisse Bedeutung erlangt. Im Jahr 1999 entstand auf dem Gemeindeterritorium der bis dahin größte Windpark Thüringens.

Wangenheim liegt an der Ortsverbindungsstraße von Goldbach nach Reichenbach, einem Ortsteil der Gemeinde Hörselberg-Hainich im Wartburgkreis. Die nächsten Autobahnanschlussstellen befinden sich an der A 4 etwa 20 Kilometer südlich.

Der Ort besaß von 1890 bis 1995 einen Bahnhof an der Nessetalbahn, der etwa zwei Kilometer südlich vom Ortszentrum lag.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, ISBN 3-910141-43-9, S. 266 und 277.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wangenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien