Webmiles

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webmiles GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 23. April 1999
Sitz München, Bayern
DeutschlandDeutschland Deutschland

Leitung

  • Dirk Kemmerer
  • Stephan Schierke[1]
Mitarbeiter > 30 [2]
Umsatz k.A. [2]
Branche Kundenbindung, Direktmarketing, Online-CRM
Website webmiles.de

Webmiles war ein webbasierendes Kundenbindungsprogramm der webmiles GmbH mit Sitz in München[1].

Das Geschäftskonzept beruhte auf dem Belohnungsprinzip. Bei Partnerunternehmen, zu denen sowohl Online-Shops, Mobiltelefonanbieter und Kreditkarteninstitute als auch das hauseigene Reiseportal gehören, konnten sogenannte „Webmiles-Bonusmeilen“ durch Einkäufe und andere Geldtransaktionen im Internet sowie die Teilnahme an Umfragen gesammelt und später gegen Prämien getauscht werden. Die getätigten Umsätze wurden dabei von Webmiles bzw. beauftragten Unternehmen personenbezogen abgespeichert.

Die Gesellschaft galt mit insgesamt über 600 Partnerunternehmen und Niederlassungen in der Schweiz sowie Österreich als größtes System für onlinebasierende Kundenbindung im deutschsprachigen Raum.

Am 23. Mai 2016 teilte das Unternehmen über den Newsletter mit, dass das Sammeln von Bonusmeilen ab dem 1. Juni 2016 nicht mehr möglich ist. Bestehende Guthaben können ab dem 1. Juni 2016 im Verhältnis 3:1 in DeutschlandCard-Punkte getauscht werden. Zum 31. Dezember 2019 wird Webmiles endgültig eingestellt werden. Auf der Webseite findet sich im Prämienshop der Hinweis, dass Guthaben ab dem 1. Juni 2016 nur noch in Gutscheine eingetauscht werden können.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen wurde am 23. April 1999 [3] als nichtbörsennotierte Aktiengesellschaft und sogenanntes „Start-up“ von Patrick Boos, Loretta Würtenberger und Dominik von Ribbentrop gegründet. Zur Finanzierung trug neben den Gründern hauptsächlich der Risikokapitalgeber Wellington Partners bei.

Im Zuge der enormen Wachstumserwartungen seitens Wellington Partners expandierte Webmiles bereits wenige Monate später und eröffnete im November 1999 [4] Niederlassungen in Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Schweden. Zu diesem Zeitpunkt, etwa ein Jahr nach Gründung des Unternehmens, hatte Webmiles 100 Mitarbeiter. Anfang 2000 stieg der Risikokapitalgeber Goldman Sachs mit rund zehn Millionen DM Investitionskapital bei Webmiles ein.

Am 18. Oktober 2000 beteiligte sich die einst zur Arvato AG gehörende Bertelsmann Service Group (BSG) mit siebzig Prozent an Webmiles. Die verbleibenden Anteile hielten neben den Firmengründern die Kapitalgeber Atlas Venture, Goldman Sachs sowie Wellington Partners. Mitbegründerin Loretta Würtenberger verließ am 15. Dezember 2000 das Unternehmen. Nach ihrem Ausscheiden bestand die Geschäftsführung aus den beiden verbliebenen Gründern Dominik von Ribbentrop und Patrick Boos sowie Mario Schwegler, welcher aus dem Umfeld der Bertelsmann-Mutter entsandt wurde und bereits mit dem Erwerb der Mehrheitsanteile in den Vorstand aufstieg.

Webmiles stellte Ende Dezember 2000 seine Aktivitäten in Schweden ein.[5] Nach Einstellung beinahe sämtlicher Marktaktivitäten im europäischen Ausland – mit Ausnahme Frankreichs – gründete Webmiles im März 2001 eine Niederlassung in der Schweiz.[6] Infolge der massiven Kosten- und Personalreduktion seitens des neuen Anteilseigners verließen die beiden Gründungsmitglieder Dominik von Ribbentrop und Patrick Boos im Herbst 2001 das Unternehmen. Ihre Tätigkeiten übernahm Mario Schwegler.[7]

Im Mai 2002 fand die Umfirmierung der Webmiles AG zur Webmiles GmbH statt. Im Februar des Jahres 2003 schrieb das Unternehmen erstmals schwarze Zahlen.[8] Am 20. August 2003 ging die Bertelsmann-Tochter Emil Deutschland GmbH, einst in Gütersloh angesiedelt, in die Webmiles GmbH über.[9] Noch im selben Monat expandierte Webmiles nach Österreich.

Im Verlauf der Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Mohn Media-Gruppe wechselte Markus Schmedtmann (Arvato Services, Webmiles) zur Geschäftsführung der Mohn Media-Gruppe. Mit Wirkung zum 20. Mai 2008 löste ihn Stephan Wolfram ab und rückte in die Geschäftsführung der Webmiles GmbH auf.[10] Seit dem 10. November 2008 firmierte die Webmiles GmbH unter Arvato Online Services GmbH. 2013 erfolgte eine erneute Umfirmierung in Webmiles GmbH.

Am 23. Mai 2016 wurde bekannt, dass Webmiles zum 31. Dezember 2019 eingestellt wird und das Sammeln von Punkten ab dem 1. Juni 2016 nicht mehr möglich ist. Gesammelte Webmiles können im Verhältnis 1:3 in DeutschlandCard-Punkte getauscht werden.

Mitbewerber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Webmiles stand einerseits mit Unternehmen wie Payback und der ebenfalls zur arvato AG gehörenden DeutschlandCard im Wettbewerb.

Andererseits gewinnen im E-Commerce aktive Cashback-Systeme zunehmend an Bedeutung. Die Rabatte im Rahmen von Cashback-Programmen werden im Regelfall bar statt in Form von Prämienprodukten ausgezahlt. Dabei erhält der Konsument ein online geführtes Sammelkonto und kann sich sein Guthaben ab einer Einlöseschwelle auszahlen lassen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daten & Fakten. Webseite der webmiles GmbH, abgerufen am 4. November 2013.
  2. a b Elektronischer Bundesanzeiger, 20. Februar 2008, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006
  3. Handelsregistereintrag vom 23. April 1999, Amtsgericht München
  4. Diebold Management Report, Nr. 2/2000
  5. Financial Times Deutschland, 27. Dezember 2000, Webmiles laufen in Schweden nicht
  6. webmiles, 11. Juni 2001, Optimierung und Konzentration auf Kernmärkte
  7. Manager Magazin, Nr. 08/2002, Vom Rad zum Rädchen
  8. New Business, 12. Februar 2003, webmiles präsentiert schwarze Zahlen
  9. Handelsregistereintrag vom 20. August 2003, Amtsgericht München
  10. Handelsregistereintrag vom 20. Mai 2008, Amtsgericht München