Whakatane

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Whakatāne
Whakatāne (Neuseeland)
Whakatāne
Koordinaten 37° 59′ S, 177° 0′ OKoordinaten: 37° 59′ S, 177° 0′ O
Region Bay of Plenty
Distrikt Whakatāne District
Einwohner 15.024 (2013)

Whakatāne (in Māori [ɸakaˈtaːne] ausgesprochen) ist eine knapp über 15.000 Einwohner zählende Stadt in der Bay of Plenty auf der Nordinsel von Neuseeland.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Whakatāne liegt direkt an der Mündung des Whakatane Rivers in den Pazifischen Ozean. Bis nach Tauranga im Westen sind es 94 Straßenkilometer und Opotiki im Osten liegt 55 km entfernt. Das Stadtzentrum liegt unterhalb des Ausläufers der Raungaehe Range, die an der Küste in dem in die See hineinreichenden Kohi Point enden. Die Felsen, die die sichtbare Verwerfung der Whakatane Fault darstellen, unterbrechen an dieser Stelle den fast 100 km langen Sandstrand der Bay of Plenty.

Whakatāne mit dem Whakatane River und der Rangitaiki Plain

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bay of Plenty gilt als eines der ersten Siedlungsgebiete der Māori in Neuseeland und die Legenden erzählen uns, dass das Mündungsgebiet des Whakatane Rivers eines der ersten Landungsgebiete war. 1340–1375 n. Chr. sollen hier Polynesier des Stammes der Matatua in der großen Flotte von Hawaiki kommend gelandet sein und gesiedelt haben.[2] Von den Zeugnissen der zahlreichen 's (Dörfer) ist Toi's Pā, oben auf dem Plateau des Kohi Point Scenic Reserve eines der Bekanntesten. Das Land, 1866 von der britischen Armee konfisziert, wurde entsprechend einem Parlamentsbeschluss vom 24. März 2005 dem Iwi Ngāti Awa am 22. April 2005 wieder zurückgegeben.

Toi’s Pa – Plateau oberhalb des Stadtzentrums von Whakatāne

Die ersten Europäer, die in Whakatāne ihren Fuß an Land setzten, waren Missionare, die 1828 mit dem Schoner Herald nach Whakatāne kamen. 1831 folgte eine Firma aus Sydney, die ein Geschäft für den Handel mit Flachs eröffnete, das erste Geschäft überhaupt. Zehn Jahre später war es der Siedler Thomas Anderson, der als Erster Land von den Ngāti Awa kaufte und in Whakatāne sesshaft wurde. Als 1865 der Missionar Volkner von Māori getötet wurde und kurze Zeit später ebenfalls der Kommissar James Fultoon, der mit der Aufklärung des Mordes beauftragt worden war, wurde das Land der Māori konfisziert und britische Redcoats nach Whakatane gesandt. Die Siedlung der Armee wurde 1869 von dem Māori-Anführer Te Kooti niedergebrannt und der Militärposten auf der anderen Seite des Flusses wieder aufgebaut. Infolge der Spannungen verließen viele Händler den Ort. Whakatāne bestand 1874 neben dem Dorf der Māori lediglich noch aus zwei Geschäften, einer Flachsmühle, eine Militärstation und einer Schule und zählte 1878 lediglich 29 Europäer.

Im Jahre 1914 wurde Whakatāne zur Stadt erklärt[3] und bekam am 25. August 1917 seinen ersten Stadtrat. 1921 hatte der Ort gerade 428 Einwohner. 1922 wurde das erste Stromnetz der Stadt in Betrieb genommen und 1925 der Hafen durch Sprengungen erweitert. Der große Aufschwung kam aber, als die Regierung die Feuchtgebiete der Rangitaiki Plain zur Bewirtschaftung freigab. Sprunghaft stieg die Bevölkerung an und Whakatāne zählte 1941 bereits 1960 Einwohner. 1958 hatte sich die Bevölkerung schon fast verdreifacht. 1976 verlor die Stadt ihre Eigenständigkeit und wurde in das neue Gebilde des Whakatāne District Council eingegliedert.

Edgecumbe-Erdbeben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erdbeben sind für die Stadt Whakatāne und deren Umland nichts Besonderes, liegt doch die Stadt mit der Whakatane-Fault im nördlichen Ausläufer der Taupo Volcanic Zone, einer der geologisch aktivsten Regionen Neuseelands. Das Edgecumbe-Erdbeben am 2. März 1987 verursachte trotz seiner (relativ geringen) mittleren Stärke von 6,3 erhebliche Schäden in der Region, so auch in Whakatāne. Besonders betroffen waren allerdings die Orte Edgecumbe, Te Teko, Kawerau, Matata und Thornton. Glück im Unglück: Ein Vorbeben der Stärke 5,2 wenige Minuten vor dem Hauptbeben schickte die Menschen auf die Straße, wodurch keine Menschenleben zu beklagen waren.

Whakatāne mit dem Whakatane River und der Rangitaiki Plain

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Whakatāne ist trotz ihrer Randlage das Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum des Distrikts. Zwei Einkaufszentren versorgen Stadt und Umland, welches auf Landwirtschaft und Milchwirtschaft ausgerichtet ist.

An Industrie gibt es in der Stadt lediglich eine Papierfabrik. Durch den Zugang zum Ozean floriert das Geschäft des Hochseefischens. Noch 1970 war Whakatāne zwölftgrößter Fischereihafen Neuseelands; heute wird Fischen hauptsächlich als Freizeitsport betrieben.

In den 1990er Jahren ist die kommerzielle Fischerei zusammengebrochen, nun erholt sich der Fischfang langsam wieder. Mit einer Flotte von sechs Schiffen werden derzeit Thunfisch und Krabben gefangen.[4]

Die Region hat sich in den letzten Jahren stärker dem Tourismus geöffnet, der wirtschaftlich an Bedeutung gewinnt. Als Besonderheit werden Tagestouren per Schiff oder per Hubschrauber zum aktivsten Vulkan vor Neuseelands Küsten auf White Island angeboten. Rundflüge vom nahegelegenen Flughafen Whakatane sind auch möglich.

Als Attraktion für Tauchtouristen wurde im Oktober 2008 der Trawler Seafire vor Whale Island versenkt. Er soll als künstliches Riff Lebensräume für die im Meer vorkommende Flora und Fauna bieten.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige Tageszeitung der Stadt ist der Whakatane Beacon.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Glimpses from Whakatane's Past, Whakatane & District Historical Society Inc., Whakatane, New Zealand, Mai 1988, nachgedruckt 1998. ISSN 0110-4004
  • A. van der Wouden: Whakatane Historic Trail, Whakatane & District Historical Society Inc., Whakatane, New Zealand, Oktober 1993. ISSN 0110-4004
  • Heather Skelto: Bay of Plenty Volcanic Plateau & Gisborne, Whitecoulls, 2002. ISBN 1-877327-026
  • Annual Report 2008/2009, Whakatane District Council, Whakatane, November 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Whakatane – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Whakatane Town. Whakatane District Council, archiviert vom Original am 30. Oktober 2013, abgerufen am 26. Dezember 2015 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  2. Historical Review, Bd. IX, Nr. 4, Dezember 1961.
  3. N. Z. Gazette, Wellington, 12. Mai 1914
  4. District economy. Whakatane District, archiviert vom Original am 23. Februar 2010, abgerufen am 21. September 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).