Wilhelm von Scherff

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Wilhelm Karl Friedrich Gustav Johann von Scherff (* 6. Februar 1834 in Frankfurt am Main; † 16. April 1911 in Venedig) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie sowie Militärschriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelm war der Sohn von Friedrich von Scherff († 21. Oktober 1869 in Wiesbaden) und dessen Ehefrau Karoline, geborene von Arnoldi (* 21. Dezember 1794 in Dillenburg; † 24. Dezember 1868 in Wiesbaden). Sein Vater war niederländischer Staatsrat und Gesandter am Bundestag in Frankfurt am Main.

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherff besuchte in seiner Jugend Gymnasien in seiner Heimatstadt und Wiesbaden. Ab 16. Oktober 1849 war er Kadett in Berlin und wurde dann am 27. April 1852 als Sekondeleutnant dem 2. Garde-Regiment zu Fuß der Preußischen Armee überwiesen. Zwischen Oktober 1856 und Juni 1859 kommandierte man Scherff zur weiteren Ausbildung an die Allgemeine Kriegsschule und war von 1860 bis 1866 Adjutant der preußischen Besatzungsbrigade. Er machte die Feldzüge von 1866 und 1870 als Generalstabsoffizier mit und war anschließend beim Generalstab. 1873 bis 1878 war er Lehrer für Taktik an der Kriegsakademie.

Scherff war dann bis 1879 Mitglied der Grenzregulierungskommission in Bulgarien, wurde nach seiner Rückkehr Kommandeur des Infanterie-Regiments Nr. 29, 1882 Chef des Generalstabs des XI. Armee-Korps, erhielt am 13. Februar 1883 den Rang eines Brigadekommandeurs und wurde schließlich am 6. Dezember 1883 zum Generalmajor befördert. Als solcher war Scherff dann vom 4. September 1884 bis 11. Juni 1888 Kommandeur der 41.Infanterie-Brigade und wurde anschließend unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalleutnant zum Kommandeur der 33. Division in Straßburg ernannt. Diesen Posten bekleidete er ein knappes Jahr und wurde am 17. Juni 1889 Kommandeur der 18. Division.

Obwohl von seinen Vorgesetzten zum Kommandierenden General empfohlen, trat Scherff in den Ruhestand und wurde unter Verleihung des Charakters als General der Infanterie am 14. Februar 1891 mit Pension zur Disposition gestellt.

Scherff verstarb 1911 auf einer Italienreise in Venedig.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scherff hatte sich am 19. Dezember 1882 in Metz mit Elsa Ernestine Johanna von Holleben (* 4. Oktober 1862 in Trier)[1] verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gymnastik und Fechtkunst in der Armee. Berlin 1858.
  • Anleitung zum Betrieb der Gymnastik. 1861.
  • Zur Taktik der Zündnadelinfanterie. 1863.
  • Die Schlacht bei Beaune la Rolande. 1872.
  • Studien zur neuern Infanterietaktik. 1873-74. vier Hefte.
  • Zwei- oder dreigliederig? 1874.
  • Die Infanterie auf dem Exerzierplatz. 1875.
  • Die Lehre von der Truppenverwendung als Vorschule für die Kunst der Truppenführung. 1876-79. zwei Bände.
  • Von der Kriegsführung. 1883.
  • Einige taktische Grundsätze als Anhalt für die Ausbildung der Infanterie. 1879

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahrbuch des Deutschen Adels, Band 2, 1898, S.98

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]