William Lombardy

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Lombardy ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zur italienischen Region mit der englischen Bezeichnung Lombardy siehe Lombardei
Bundesarchiv Bild 183-76052-0053, XIV. Schacholympiade in Leipzig (cropped).jpg
William Lombardy bei der Schacholympiade 1960
Name William James Lombardy
Verband Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Geboren 4. Dezember 1937
New York City, Vereinigte Staaten
Gestorben 13. Oktober 2017
Martinez (Kalifornien)
Titel Internationaler Meister (1957)
Großmeister (1960)
Aktuelle Elo‑Zahl 2435 (Oktober 2017)
Beste Elo‑Zahl 2540 (Januar 1978)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

William James Joseph Lombardy (* 4. Dezember 1937 in New York; † 13. Oktober 2017 in Martinez, Kalifornien[1]) war ein US-amerikanischer Schachspieler. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Bobby Fischer bekannt.

Spielerlaufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

William Lombardy (links), sein Trainer John W. Collins (Mitte) und Bobby Fischer (rechts) in den 1950er Jahren
William Lombardy wird von Bobby Fischer am 29. Oktober 1960 beim Spiel gegen Radovici (Rumänien) beobachtet (XIV. Schach­olympiade im Leipziger Ringmessehaus)

1956 gewann Lombardy die offene Meisterschaft Kanadas; 1957 die Juniorenweltmeisterschaft U20 in Toronto mit dem bislang einzigartigen Endrundenresultat von elf Siegen in elf Partien. Im selben Jahr wurde ihm der Titel Internationaler Meister verliehen.

1960 verlieh der Weltschachbund FIDE ihm den Titel Großmeister.[2] Bei der US-Meisterschaft 1960/1961 wurde er Zweiter und qualifizierte sich für das Interzonenturnier, doch verzichtete er auf eine Teilnahme. 1963 und 1965 gewann er die offenen Meisterschaften der USA. Lombardy vertrat seine Heimat an den Schacholympiaden 1958, 1960, 1968, 1970, 1974, 1976 und 1978. 1976 in Haifa gewann er mit der amerikanischen Mannschaft Gold, 1970 in Siegen erhielt er Gold für das beste Ergebnis am ersten Reservebrett.[3]

1972 war er Fischers Sekundant beim Kampf um die Weltmeisterschaft gegen Boris Spasski. Fischer nahm seine Hilfe jedoch kaum in Anspruch.[4] Ab der 13. Wettkampfpartie wurde Lombardy, der an einer Erkältung litt, durch Lubomir Kavalek ersetzt.[5]

Seine letzten Elo-gewerteten Partien spielte Lombardy im Februar 2009 beim Turnier „39th Annual World Amateur Team“ in Parsippany.

In dem Film Bauernopfer – Spiel der Könige aus dem Jahr 2014 wird er von Peter Sarsgaard dargestellt.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lombardy wurde 1967 zum katholischen Priester geweiht. Ende der 1970er Jahre schied er aus dem Dienst der Kirche aus und heiratete eine aus den Niederlanden stammende Frau, mit der er einen 1984 geborenen Sohn hat. Die Ehe wurde 1992 geschieden.[6]

Buchveröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Modern Chess Opening Traps (1972)
  • U.S. Championship Chess (1975)
  • Chess Panorama (1977)
  • Chess for Children: Step by Step (1977)
  • Guide to Tournament Chess (1978)
  • Understanding Chess: My System, My Games, My Life (2011)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: William Lombardy – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mike Klein: GM William Lombardy, 1937-2017. In: chess.com. 13. Oktober 2017, abgerufen am 14. Oktober 2017 (englisch).
  2. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 75
  3. William Lombardys Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  4. Rene Chun: Bobby Fischer’s Pathetic Endgame, The Atlantic, Dezember 2002. „Fischer did almost all the analysis himself“
  5. Edward Winter: Chess Seconds, 29. Mai 2014
  6. Dylan Loeb McClain: William Lombardy, Chess Grandmaster Turned Priest, Dies at 79, The New York Times, 14. Oktober 2017