Willi Henkelmann

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Willi Henkelmann (* 25. Februar 1899 in Münster; † 2. Juli 1928) war ein deutscher Motorradrennfahrer.

Karriere[Bearbeiten]

Der Wanne-Eickeler Willi Henkelmann begann seine Laufbahn in der ersten Hälfte der 1920er Jahre bei regionalen Motorradrennen, darunter auch Bergrennen und Zuverlässigkeitsfahrten, in seiner westfälischen Heimat.

Erstmals auf sich aufmerksam machte er als Privatfahrer bei der Eröffnung des Nürburgringes am 18. Juni 1927. Henkelmann belegte auf einer 175-cm³-DKW hinter den Werksfahrern Hans Sprung und Arthur Geiss den dritten Platz. Am folgenden Montag wurde er nach Zschopau beordert, wo ihn Jørgen Skafte Rasmussen als Werksfahrer für den folgenden Großen Preis von Deutschland, der ebenfalls auf dem Nürburgring stattfand und in diesem Jahr gleichzeitig EM-Lauf war, verpflichtete.

Am Samstag, dem 2. Juli 1927, fanden die Rennen der drei kleineren Hubraumkategorien statt. Henkelmann gewann auf der ARE 175 für viele unerwartet den über 14 Runden und eine Distanz von 396,2 Kilometern führenden Lauf der 175-cm³-Klasse und krönte sich damit zum Europameister 1927. Zweiter, mit einem Rückstand von eineinhalb Minuten, wurde der Pforzheimer Arthur Geiss. Den dritten Platz mit 13 Minuten Rückstand belegte Arthur Müller, der den DKW-Dreifachsieg perfekt machte. Für den sächsischen Hersteller war dies der erste Titelgewinn in der Geschichte der Motorrad-Europameisterschaft.

Beim folgenden Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps belegte Henkelmann hinter Geiss im 175er-Rennen den zweiten Platz, danach folgten Podestplätze bei der Deutschen TT in Kolberg und beim Großen Preis von Österreich. Den Abschluss der erfolgreichen Saison 1927 bildeten für Henkelmann die Siege in den 175-cm³-Läufen des Schleizer Dreieckrennens und des Herbstrennens auf der Stuttgarter Solitude.

In die Saison 1928 startete Willi Henkelmann mit einem Sieg beim 250-cm³-Rennen auf der Berliner AVUS, wo er sich gegen seinen Teamgefährten Walfried Winkler aus Chemnitz durchsetzte. Am 1. Juli in Schleiz musste er Winkler den Vortritt lassen. Ein zu später Tankstopp hatte seine Siegchancen zunichtegemacht.

Tödlicher Unfall[Bearbeiten]

Willi Henkelmann verstarb am Montag, dem 2. Juli 1928, im Alter von 29 Jahren. Über die Umstände seines Todes gibt es verschiedene Angaben. Die Wanne-Eickeler Zeitung berichtete, Henkelmann sei nach dem Rennen auf der Ehrenrunde tödlich gestürzt. Kurz darauf vermeldete sie, dass der Rennfahrer, der sich nach seinem Rennen noch als Zuschauer an der Strecke aufgehalten hatte, von einem anderen Fahrzeug erfasst und getötet wurde. Später zitiert die Zeitung ein Telegramm, nach dem er von einem Polizeifahrzeug getötet wurde.

Mehrere Quellen geben jedoch eine weitere, viel wahrscheinlichere Todesursache an. Nämlich die, dass Willi Henkelmann bei einem Verkehrsunfall auf der Rückfahrt aus Schleiz tödlich verunglückte. So notierte Sebastian Profittlich, über dessen Café der Europameister wohnte, auf der Rückseite eines Henkelmann-Fotos: „verunglückt beim Überholversuch auf der Rückfahrt von Schleiz, doppelter Schädelbruch, im Feld gefunden“.

Willi Henkelmann wurde auf dem Zentralfriedhof Münster beigesetzt.

Statistik[Bearbeiten]

Titel[Bearbeiten]

Rennsiege[Bearbeiten]

(gefärbter Hintergrund = Europameisterschaftslauf)

Jahr Klasse Maschine Rennen Strecke
1927 175 cm³ DKW Schleizer Dreieckrennen Schleizer Dreieck
175 cm³ DKW Großer Preis von Deutschland Nürburgring
1928 250 cm³ DKW AVUS-Rennen AVUS

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Steffen Ottinger: DKW Motorradsport 1920–1939. Von den ersten Siegen des Zschopauer Zweitakters bei Bahnrennen bis zu den Europameisterschafts-Erfolgen. 1. Auflage. HB-Werbung und Verlag GmbH & Co. KG, Chemnitz 2009, ISBN 9783000286117, S. 31–37, 116–117.
  •  Woldemar Lange / Jörg Buschmann: Die große Zeit des DKW-Motorradrennsports. 1920 bis 1941 (Zschopau). 1. Auflage. Bildverlag Böttger GbR, Witzschdorf 2009, ISBN 978-3-937496-29-0, S. 189.
  •  Frank Rönicke: Deutsche Motorrad Welt- und Europameister. Von Schorsch Meier bis Stefan Bradl. 1 Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-613-03410-5, S. 12–15.

Weblinks[Bearbeiten]