Wiltraut Rupp-von Brünneck

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Emmi Agathe Karola Margarete Wiltraut Rupp-von Brünneck (* 7. August 1912 in Berlin-Lankwitz; † 18. August 1977 in Karlsruhe) war Richterin am Bundesverfassungsgericht.

Leben und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ihrem Studium der Rechte an den Universitäten Berlin, Königsberg, Göttingen und Heidelberg legte Wiltraut von Brünneck 1939 die erste Staatsprüfung ab. Sie wurde dann zum Reichsarbeitsdienst eingezogen und war von 1939 bis 1941 als Wehrmachthelferin in der Flugabwehr tätig. Dann kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Friedrich-Wilhelms-Universität (die spätere Humboldt-Universität) nach Berlin zurück. Ab 1943 war sie Regierungsrätin und übernahm eine Referentenstelle im Reichsjustizministerium.

Nach 1945 war von Brünneck Richterin am Amtsgericht Sangerhausen und später am Landgericht Merseburg. Seit 1947 war die Beamtin beim Justizministerium des Landes Hessen tätig, wo sie 1953 ihre Beförderung zur Ministerialrätin erhielt. 1963 wechselte sie in die hessische Staatskanzlei.

Im gleichen Jahr wurde die Ministerialdirigentin vom Bundesrat zur Richterin des Bundesverfassungsgerichts gewählt, dessen Erstem Senat sie als Nachfolgerin der Richterin Erna Scheffler vom 1. September 1963 bis zu ihrem Tode angehörte. Sie heiratete 1965 Hans Georg Rupp, der ebenfalls Richter am Bundesverfassungsgericht war, jedoch im Zweiten Senat. Ihre Nachfolgerin wurde die Richterin Gisela Niemeyer.

Rupp-von Brünneck wich bei Entscheidungen einige Male von der Senatsmehrheit ab und verfasste zusammen mit anderen Richtern oder alleine Sondervoten[1]

Rupp-von Brünneck war Mitglied des Deutschen Juristinnenbundes.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Verfassung des Landes Hessen, 1954.
  • Die Grundrechte im juristischen Alltag, 1970.
  • Verfassung und Verantwortung, gesammelte Schriften; erschienen postum 1983, ISBN 978-3-7890-0856-6

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe u.a. BVerfGE 30, 173, 218 ff. - Mephisto; BVerfGE 39, 1 - Schwangerschaftsabbruch; BVerfGE 42, 143, 154 ff. - Grenzen verfassungsgerichtlicher Nachprüfung von Entscheidungen der Fachgerichte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]