Wolkramshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Wolkramshausen
Wolkramshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Wolkramshausen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 25′ N, 10° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Nordhausen
Verwaltungs­gemeinschaft: Hainleite
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 10,84 km2
Einwohner: 936 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner je km2
Postleitzahl: 99735
Vorwahl: 036334
Kfz-Kennzeichen: NDH
Gemeindeschlüssel: 16 0 62 059
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Backsüber 3
99735 Wolkramshausen
Webpräsenz: www.wolkramshausen.de
Bürgermeister: Daniel Braun
Lage der Gemeinde Wolkramshausen im Landkreis Nordhausen
ThüringenBleicherodeEllrichEtzelsrodeFriedrichsthalGörsbachGroßlohraHainrode (Hainleite)HarztorHeringen/HelmeHohensteinKehmstedtKleinbodungenKleinfurraKrajaLipprechterodeNiedergebraNohraNordhausenSollstedtUrbachWertherWipperdorfWolkramshausenKarte
Über dieses Bild

Wolkramshausen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Nordhausen nahe der Bundesautobahn 38. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Hainleite, die ihren Sitz und somit alle Ämter in der Gemeinde Wolkramshausen hat. Die Gemeinde liegt im Tal der Wipper (Unstrut), unweit der Hainleite. Etwa 2 km südlich liegt der zu Wolkramshausen gehörende Ortsteil Wernrode.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gibt 834 als Jahr der urkundlichen Ersterwähnung an. Nach Wolfgang Kahl finden sich aber bereits Belege aus der Zeit zwischen 802 und 817.[2]

Im heutigen Ortsteil Wernrode befand sich ein hochmittelalterlicher Herrensitz im Bereich des später noch vorhandenen Gutes. 1278 und 1282 wird ein Alexander Wernrode genannt, der wohl Eigner des Herrensitzes war. Vom einstigen Burgareal ist nur noch die Grundfläche erhalten. Auch auf dem östlichen Teil des Zengenberg, einem Berg am Nordrand der Hainleite westlich von Wernrode, befand sich eine Burg, die der Sicherung der Orte Wernrode und Wolkramshausen diente. Außerdem kontrollierte und sicherte man mit der Befestigung den Handelsweg über die Hainleite. Die Hochfläche der Burg ist noch durch einen zwei Meter hohen und acht Meter breiten Wall mit Graben zu erkennen.[3]

Seit Ende 1816 gehörte der Ort zur preußischen Provinz Sachsen. Im 19. Jahrhundert war Wolkramshausen für den Zuckerrübenanbau und seine Zuckerfabrik bekannt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 1.000 Kriegsgefangene sowie Männer und Frauen aus den besetzten Ländern West- und Osteuropas in der Heeresmunitionsanstalt Zwangsarbeit leisten, wobei 145 Personen im Jahre 1942 bei einer Explosion ums Leben kamen. In drei Barackenlagern in Wolkramshausen, Wernrode und Ludwigshall waren sie untergebracht.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold auf einem mit einem silbernen Wellenbalken belegten grünen Dreiberg ein aufrechter rechtsgewendeter schwarzer Wolf, mit roter Bewehrung und roter Zunge, in den Vorderpranken ein silbernes Fachwerkhaus mit schwarzem Gebälk haltend.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindeamt Wolkramshausen, ehemaliges Rittergut der Familie von Byla, später von Burkersroda

Der Gemeinderat in Wolkramshausen besteht aus acht Ratsmitgliedern:

  • Freie Wählergemeinschaft: 5 Sitze
  • CDU/Offene Liste: 3 Sitze

(Stand: Kommunalwahl 2014)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bahnhof Wolkramshausen zweigt die Bahnstrecke Wolkramshausen–Erfurt von der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden ab. Ein 220 kV-Umspannwerk mit dezentralem Bahnstromumformerwerk befindet sich beim Bahnhof.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche in Wolkramshausen

Zerstört:

  • Altwilkesches Rittergut
  • Neuwurmbsches Gut, sog. "Neuer Hof"
  • Altwurmbsches Rittergut, Reste erhalten "Alte Schäferei"

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Susanne Hinsching: Schloß Hue de Grais Wolkramshausen. Kunsthistorische Analyse eines Adelssitzes des 18. Jahrhunderts. Nordhausen 1994.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolkramshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 311.
  3. Michael Köhler: Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze. Jenzig-Verlag, 2001, S. 272 und 279.
  4. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945. Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen. Erfurt 2003, S. 202, ISBN 3-88864-343-0.
  5. Hauptsatzung der Gemeinde Wolkramshausen vom 9. Juli 1999 (PDF; 43 kB)
  6. Carl von Stamford: Wilcke, Ernst Ludwig von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 42, Duncker & Humblot, Leipzig 1897, S. 477–479.