Friedrichsthal (Bleicherode)

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Friedrichsthal
Stadt und Landgemeinde Bleicherode
Koordinaten: 51° 30′ 15″ N, 10° 35′ 30″ O
Höhe: 220 m
Fläche: 12,5 km²
Einwohner: 220 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 18 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2019
Postleitzahl: 99735
Vorwahl: 036337
Kirche in Friedrichsthal (OT Gratzungen)

Friedrichsthal ist ein Ortsteil der Stadt und Landgemeinde Bleicherode im Landkreis Nordhausen, im Norden des Freistaates Thüringen gelegen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Friedrichsthal lag im westlichen Teil des Landkreises Nordhausen, etwa zehn Kilometer nördlich der Stadt Bleicherode. Das Gemeindegebiet erstreckte sich entlang des Sattels zwischen den beiden Flusstälern der Helme im Norden und der Bode im Süden, die beide nach Osten hin öffnen. Durch die Gemarkung selbst fließt der Bliedebach, ein Zufluss der Helme. Die Ortschaften der Gemeinde reihen sich von einem linken Seitental der Helme ausgehend, nach Süden aufsteigend aneinander. Die Erhebungen der näheren Umgebung Friedrichsthals erreichen Höhen um die 300 m ü. NHN (Himbeerberg: 328,8 m, Stacksberg: 304 m). Westlich und südlich der Gemeinde befinden sich noch Reste eines früher großen zusammenhängenden Mischwaldes.

Friedrichsthal grenzte zuletzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn, von Norden beginnend): Hohenstein, Werther, Etzelsrode, Kehmstedt und Lipprechterode.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Friedrichsthal entstand am 1. Juli 1950 durch die Fusion der bisher eigenständigen Gemeinden Bliedungen und Gratzungen.

Der Name der aus den Orten Bliedungen, Gratzungen und Königsthal gebildeten Gemeinde entstammt einem gleichnamigen Gutshof in Bliedungen.

Älteste Ortschaft in der Gemeinde war Bliedungen, sie wurde in einer Schenkungsurkunde des Jahres 970 erwähnt. Darin wird der Ort als Villa Blidungen in pago Helmogow bezeichnet. Bliedungen fiel später durch Schenkung an das Domstift Nordhausen.

Für Gratzungen findet sich der älteste bekannte Nachweis in einer Urkunde, aus der hervorgeht, dass der Erzbischof Konrad von Mainz 1184 dem Kloster Walkenried eine Leibeigene mit ihren Kindern überließ und im Gegenzug eine Hufe Land in Grazingen erhielt.

Die Kirche im Ortsteil Gratzungen entstand 1755 anstelle einer kleineren Kirche, die abgerissen wurde.

Seit 1994 hat Friedrichsthal einen Teil der Verwaltungsaufgaben als beauftragende Gemeinde an die Stadt Bleicherode (Erfüllende Gemeinde) übertragen. In der Zeit von 1997 bis 1999 konnten mehrere Bauvorhaben im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes des Landes Thüringen realisiert werden.

Der zum Ortsteil Bliedungen gehörende Weiler Fronderode wechselte zum 13. Februar 2015 zur Gemeinde Werther.[1] Weiterhin gehörte die Kleinsiedlung Königsthal zur Gemeinde.

Am 1. Januar 2019 schlossen sich die Gemeinden Friedrichsthal, Etzelsrode, Kleinbodungen, Kraja, Hainrode, Nohra, Wipperdorf und Wolkramshausen sowie die Stadt Bleicherode zur neuen Stadt und Landgemeinde Bleicherode zusammen. Bereits zuvor war Bleicherode Erfüllende Gemeinde für die Gemeinde Friedrichsthal.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2014[2]
 %
50
40
30
20
10
0
15,1 %
23 %
6,4 %
47,8 %
3,6 %
3,1 %
1,0 %

Bei den Wahlen 2014 zum Gemeinderat in Friedrichsthal wurde mit 47,8 % der Stimmen die FDP zur stärksten Partei.

Ehrenamtliche Bürgermeisterin war seit 2006 Franka Hitzing (FDP). Zuletzt wurde sie bei der Wahl 2018 mit 99,1 Prozent im Amt bestätigt.[3]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Orte der ehemaligen Gemeinde führt die L 1034, die eine Verbindung zwischen der B 243 (Gemeinde Hohenstein, Mackenrode) und der B 80 (Gemeinde Wipperdorf) herstellt. In Bleicherode besteht ein Autobahnanschluss (A 38 Göttingen-Leipzig) sowie ein Bahnhof (Bleicherode-Ost) an der Strecke Halle-Kassel.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dorfkirche in Friedrichsthal ist eine Fachwerkkirche. Nachdem sie zwischenzeitlich wegen Baufälligkeit gesperrt war, wurde sie seit 2003 schrittweise saniert, erhielt einen neuen Turmhelm und eine neue Turmbekrönung.[4] Die Sanierung erfolgte in Eigenleistung des Kirchengemeindeverbandes und von Bürgern des Ortes.[5] Am 27. Oktober 2013 wurde die Kirche wieder eingeweiht.[6]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rat der Gemeinde Friedrichsthal (Hrsg.): Festschrift 1000 Jahre Bliedungen (1070–1970). S. 32 (Ohne Orts- und Jahresangabe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Friedrichsthal (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fronderode gehört ab sofort mit zu Werther, Thüringer Allgemeine, abgerufen am 14. Februar 2015.
  2. Kommunalwahlen in Thüringen Wahlergebnisse, Thüringer Landesamt für Statistik
  3. Henning regiert weiter im Kreis Eichsfeld. In: mdr.de. 16. April 2018, abgerufen am 16. April 2018.
  4. Wiedereinweihung der Kirche in Friedrichsthal, Thüringer Allgemeine, abgerufen am 15. Februar 2014.
  5. Friedrichsthal – ein Dorf rückt zusammen, Thüringer Allgemeine, abgerufen am 15. Februar 2014.
  6. Eine wahre Auferstehungsgeschichte aus: Glaube und Heimat, abgerufen am 15. Februar 2014.