Wsewolod Balyzkyj

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Kyrillisch (Ukrainisch)
Все́волод Аполло́нович Ба́лицький
Transl.: Vsevolod Apollonovyč Balyc'kyj
Transkr.: Wsewolod Apollonowytsch Balyzkyj
Kyrillisch (Russisch)
Всеволод Аполлонович Балицкий
Transl.: Vsevolod Apollonovič Balickij
Transkr.: Wsewolod Apollonowitsch Balizki

Wsewolod Apollonowytsch Balyzkyj (* 15. Novemberjul./ 27. November 1892greg. in Werchnjodniprowsk, Gouvernement Jekaterinoslaw, Russisches Kaiserreich; † 27. November 1937 in Moskau, Sowjetunion) war ein ukrainisch-sowjetischer Revolutionär, Politiker und Geheimdienstchef.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wsewolod Balyzkyj kam in Werchnjodniprowsk (heute in der Oblast Dnipropetrowsk, Ukraine) als Sohn eines Dieners, (andere Quellen nennen einen Buchhalter) zur Welt. Er studierte von 1912 bis 1915 an der Lomonossow-Universität in Moskau, konnte das Studium jedoch wegen revolutionärer Ideen nicht abschließen. Balyzkyj war seit 1913 Mitglied der SDAPR und seit 1915 der Bolschewiki. Im Ersten Weltkrieg wurde er zur Armee eingezogen und zum Leutnant befördert; er wurde nicht an der Front eingesetzt.[1]

Vom 15. Juli 1934 bis zum 11. Mai 1937 war er Volkskommissar für Innere Angelegenheiten der Ukrainischen SSR. Des Weiteren war er Leiter der Staatssicherheitsdienste Tscheka, GPU und NKWD der Ukraine. Von 1934 an war er Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU.[2]

Balyzkyj war unmittelbar mitverantwortlich für die Durchsetzung der Zwangskollektivierung und Entkulakisierung der ukrainischen Bauernschaft und setzte mit seiner Geheimpolizei während des Holodomor den Befehl von Wjatscheslaw Menschinski, dem Vorsitzenden des OGPU, um, den Getreidebeschaffungsplan bedingungslos zu erfüllen. Er gab den Befehl, Hungerflüchtlinge zu erschießen und deren Lebensmittelbestände und Vieh zu konfiszieren. Für seinen Einsatz während der Hungersnot wurde er, neben weiteren Parteimitgliedern, vom Vorsitzenden des Zentralen Exekutivkomitees der USSR Grigori Petrowski bei dessen Rede zur Eröffnung des XII. Kongresses der KPU am 8. Januar 1934 in Charkiw ausdrücklich gelobt.[1][3]

Im Mai 1937 wurde ihm die Leitung des NKWD im sowjetischen Fernen Osten übertragen, im Juli desselben Jahres wurde er verhaftete und aus der Partei ausgeschlossen. Beim Prozess vor dem Militärkollegium des Obersten Gerichtshofes der UdSSR im November 1937 (→ Moskauer Prozesse) wurden ihm Spionage für Deutschland und Trotzkismus vorgeworfen; als tatsächlicher Grund wird Balyzkyjs Nähe zu Genrich Jagoda vermutet. Balyzkyj wurde zum Tode verurteilt, am 27. November 1937 in Moskau erschossen[2][1] und auf dem Donskoi-Friedhof begraben.

Auszeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1936 wurde ihm „für den unermüdlichen Kampf gegen den Klassenfeind“ der Orden des Roten Sterns verliehen.[1] Er erhielt 1922, 1926, 1930 und 1931 den Rotbannerorden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Balitchi Apollonovich Vsevolod (1892-1937), abgerufen am 1. März 2015
  2. a b Biographie Wsewolod Apollonowytsch Balyzkyj auf hrono.ru, abgerufen am 1. März 2015
  3. "Es ist zwingend notwendig": das Jahr 1933 in day.kiev.ua, abgerufen am 1. März 2015