Wunschkennzeichen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ein Wunschkennzeichen ist ein Kraftfahrzeugkennzeichen, bei dem der Fahrzeughalter Einfluss auf die Vergabe der Registrierungsnummer nehmen kann, um beispielsweise sein Kennzeichen zu personalisieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind dabei durch nationale Regelungen bei der Kennzeichenvergabe begrenzt. Immer mehr Länder weltweit ermöglichen eine derartige Einflussnahme.

Englisches, historisches Wunschkennzeichen (DEV 1L)

Möglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Dänemark, Island, Lettland und Schweden kann die komplette Beschriftung selbst gewählt werden. Sogar Sonderbuchstaben der jeweiligen Landessprache sind in einigen Ländern zugelassen.

Nur ein Teil des Kennzeichens kann u. a. in Österreich, in der Slowakei, in Slowenien oder auch in Namibia und Südafrika selbst gewählt werden. So muss z. B. in Namibia die Landeskennung NA ersichtlich bleiben.

Viele Länder lassen eine persönliche Gestaltung nur im Rahmen der systembedingt möglichen Kombinationen des Kennzeichens zu. Die ist beispielsweise in Deutschland und der Schweiz der Fall, wo der Nutzer nur aus einem Pool möglicher Kombinationen wählen kann.

In einigen weiteren Ländern ist zwar die Kombination der Nummernschilder unveränderlich, allerdings kann der Halter unter verschiedenen Designs auswählen. Irische Nummernschilder weisen häufig sehr verschiedene (zum Teil auch schlecht lesbare) Schriftarten auf. In Belgien wird nur das hintere Nummernschild vom Staat vergeben. Das vordere kann der Halter in verschiedenen Ausführungen kaufen oder selbst herstellen.

Nationales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Belgien sind Wunschkennzeichen mit ein bis acht Zeichen um 1000 Euro möglich.
  • In Deutschland sind einheitliche Gebühren von 10,20 Euro für ein Wunschkennzeichen und gegebenenfalls 2,60 Euro für dessen Reservierung festgelegt.[1] Die Fristsetzung von Reservierungen bei der entsprechenden Kfz-Zulassungsbehörde oder online über die Internetpräsenzen der zuständigen Landkreise und Städte kann unterschiedliche Zeiträume umfassen: meist zwischen 10 und 90 Tage wirksam, können Reservierungen manchmal auch über einen längeren Zeitraum verbindliche Gültigkeit haben.[2] Inzwischen ist es auch in Deutschland möglich, ein Kennzeichen beim Fahrzeugwechsel auf das neue Fahrzeug „mitzunehmen“. Das so wiederverwendete Kennzeichen gilt dann (auch im Hinblick auf die Gebühren) als Wunschkennzeichen; die Mitnahme ist aber trotzdem weitaus günstiger, als die Prägung neuer Kennzeichen. Für die Mitnahme gab es früher Übergangsfristen, doch inzwischen geschieht die vollständige Ab- und Wiederanmeldung über EDV-Systeme ohne jede Wartezeit.[3] Seit 2012 lässt der Bundesgesetzgeber zudem auch alte Kfz-Kennzeichen ehemaliger Landkreise als Wunschkennzeichen neben den neuen Regelkennzeichen wieder zu.
  • In Österreich sind Kennzeichen nach eigener Wahl möglich, bei denen der Zulassungsbesitzer beinahe jede beliebige Buchstaben- und Zahlenkombination als Vormerkzeichen beantragen kann. Die Reservierung beziehungsweise Zuweisung eines Wunschkennzeichens ist mit einer besonderen Gebühr verbunden. Diese Reservierung gilt 15 Jahre lang und kann dann durch eine neuerliche Einzahlung verlängert werden. Die Gelder kommen einem Fonds zur Dotierung von Projekten im Bereich Verkehrssicherheit zugute (Verkehrssicherheitsfonds).
  • In der Schweiz werden Kontrollschilder in der Regel nach aufsteigender Nummer vergeben, Wunschkennzeichen sind allerdings bedingt möglich. Sofern eine Nummer frei ist, kann diese gegen eine (je nach Anzahl der Ziffern unterschiedlich hohe) Gebühr erhalten werden, die eine Höhe von bis zu 10.000 Franken erreichen kann. Manchmal werden derartige Kennzeichen auch meistbietend versteigert und erzielen noch höhere Preise. Die per 2014 höchsten Preise, die dabei bezahlt worden sind, lagen bei je 135.000 Franken, hierbei wurden die Autonummern „SG 1“ sowie „TI 10“ vergeben.[4] Da die Zuteilung auf eine Person (und nicht auf ein Fahrzeug) erfolgt, kann je nach Kanton eine Nummer auch verkauft werden. Im Kanton St. Gallen beispielsweise kann mit fünf- oder mehrstellige Nummern gehandelt werden, während ein- bis vierstellige Nummern nur vererbt werden können.[5][6] Eine Zulassung erfolgt nur im Wohnsitz- bzw. Geschäftssitzkanton.[7]
  • In Schweden, wo die Kennzeichen personengebunden und zehn Jahre gültig sind, kann man gegen eine Gebühr von 6000 Kronen sein persönliches Kennzeichen beantragen.[8]

Den bisher höchsten Preis für ein Wunschkennzeichen zahlte im Februar 2008 Scheich Saed Al-Khouri in den Vereinigten Arabischen Emiraten mit umgerechnet rund zehn Millionen Euro für die Nummer 1.[9]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wunschkennzeichen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. buzer.de: Anlage GebOSt (zu § 1) Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr. In: www.buzer.de. Abgerufen am 19. Juli 2016.
  2. In Stuttgart sind Reservierungen beispielsweise für 180 Tage verbindlich (siehe: wunschkennzeichen, online unter stuttgart.de).
  3. Kennzeichenmitnahme vom alten Fahrzeug auf das neue Fahrzeug, online unter serviceportal-kassel.de
  4. Roger Müller: Das Geschäft mit tiefen Autonummern in srf.ch, 25. Februar 2014, abgerufen am 25. August 2016
  5. Kanton St. Gallen: Allgemeine Geschäftsbedingungen zur Versteigerung von Kontrollschildern im Internet, 1. Oktober 2013, abgerufen am 25. August 2016
  6. Art. 8bis des VIII. Nachtrag zur Einführungsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz des Kanton St. Gallen
  7. Vergl. Wunschkennzeichen im Kanton BL. baselland.ch
  8. Visa vad du gor. (Memento vom 19. Juli 2014 im Internet Archive) Swedish Transport Agency, transportstyrelsen.se (pdf).
  9. Zehn Millionen für ein Nummernschild. rp-online.de