Kontrollschild (Schweiz)

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Auto-Kontrollschild (Heck), Kanton St. Gallen
Zweizeiliges Kontroll­schild aus dem Kanton Schwyz (Heck)
Vorderes Kontrollschild aus dem Kanton Freiburg

Kontrollschild ist der in der Schweiz verwendete Begriff für das am Motorfahrzeug angebrachte Kraftfahrzeugkennzeichen. Umgangssprachlich wird es allgemein Autonummer oder Nummernschild genannt.

Schweizer Kontrollschilder bestehen aus einem zweistelligen alphabetischen Kantonskürzel und einer bis zu sechsstelligen Nummer. Das hintere Kontrollschild zeigt zusätzlich das Schweizerwappen und das jeweilige Kantonswappen. Die hinteren Nummernschilder können wahlweise im Lang- oder Hochformat angefordert werden.

Die Schilder werden dem Halter zugeteilt und nicht dem Fahrzeug. Sie können auf Antrag auch als Wechselschilder für maximal zwei Fahrzeuge genutzt werden. Bei einem Fahrzeugwechsel des Halters wird nach der Ummeldung dasselbe Kontrollschild ans neue Fahrzeug montiert. Meldet der Halter kein neues Fahrzeug mehr an, so gibt er das Kontrollschild an die ausgebende Behörde zurück. Je nach Kanton bleibt es für eine gewisse Zeit für den bisherigen Halter reserviert.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Traktor-Kontrollschild aus dem Kanton St. Gallen
Altes Auto-Kontrollschild aus dem Kanton Graubünden
Altes Auto-Kontrollschild aus dem Kanton Zürich
  • 1894 schrieb der Kanton Basel-Stadt vor, dass Velokennzeichen auch an Motorfahrzeugen anzubringen sind.
  • 1901 vergab der Kanton Luzern Kontrollschilder für Motorfahrzeuge.
  • 1902 verordnete der Kanton Zürich, dass Motorfahrzeuge vorne und hinten ein Kontrollschild aufweisen müssen.
  • 1905 beschlossen die Kantone eine Nummernverteilung nach untenstehendem Schema. Die Schilder waren schwarz mit weisser Schrift.
  • 1911 wurden die zugeteilten Nummern teilweise aufgebraucht, daher fügte man als Suffix einen Buchstaben ein.
  • 1922 begannen einige Kantone, die Schilder in weiss mit schwarzer Schrift produzieren zu lassen, da sie weniger schmutzempfindlich sind.[2]
0001–1000 Kanton ZürichKanton Zürich Zürich
1001–2200 Kanton BernKanton Bern Bern
2201–2600 Kanton LuzernKanton Luzern Luzern
2601–2700 Kanton UriKanton Uri Uri
2701–2900 Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz
2901–3000 Kanton ObwaldenKanton Obwalden Obwalden
3001–3100 Kanton NidwaldenKanton Nidwalden Nidwalden
3101–3300 Kanton GlarusKanton Glarus Glarus
3301–3400 Kanton ZugKanton Zug Zug
3401–3800 Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg
3801–4100 Kanton SolothurnKanton Solothurn Solothurn
4101–4600 Kanton Basel-StadtKanton Basel-Stadt Basel-Stadt
4601–4800 Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft
4801–5000 Kanton SchaffhausenKanton Schaffhausen Schaffhausen
5001–5200 Kanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden
5201–5300 Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden
5301–5800 Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen
5801–6000 Kanton GraubündenKanton Graubünden Graubünden
6001–6400 Kanton AargauKanton Aargau Aargau
6401–6700 Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau
6701–7100 Kanton TessinKanton Tessin Tessin
7101–8000 Kanton WaadtKanton Waadt Waadt
8001–8400 Kanton WallisKanton Wallis Wallis
8401–8800 Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg
8801–9999 Kanton GenfKanton Genf Genf

Aktuelles System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wunschkennzeichen GR 999999
Kontrollschild SG 1, Lambo.jpg
SG 1, versteigert für CHF 135'000
Kontrollschild SG 1 Heck.jpg

1933 waren die zugeteilten Nummernblöcke auch mit den Suffixen bald aufgebraucht und man führte die heute noch gültigen Kontrollschilder ein. Die vorderen Kontrollschilder waren anfänglich 38 × 11 cm gross, seit 1972 haben sie das heutige Format (30 × 8 cm). Die hinteren Kontrollschilder gab es bis 1959 nur im Hochformat (31 × 24 cm). Ab 1959 wurden die hinteren Kontrollschilder auf Wunsch auch im Langformat abgegeben. Diese waren anfänglich 44 × 11 cm, später dann 38 × 11 cm gross. Seit 1987 haben sie das heutige Format (50 × 11 cm). Die hochformatigen hinteren Kontrollschilder gibt es seit 1972 in der heutigen Form (30 × 16 cm).[2]

Motorfahrzeuge müssen mit einem vorderen und einem hinteren Kontrollschild aus Alu-Blech versehen sein. Ausgenommen sind Anhänger, Motorräder und Kleinmotorräder, Motorschlitten, Klein- und Leicht-Motorfahrzeuge sowie Landwirtschafts-Fahrzeuge und Motor-Einachser. Sie alle haben nur ein hinteres Kontrollschild (ausgenommen Landwirtschafts-Fahrzeuge, diese haben generell nur ein vorderes Schild, welches entweder vorne oder hinten am Fahrzeug angebracht werden kann).

Zurückgegebene Kontrollschilder werden in einigen Kantonen nach angemessener Zeit wieder in Umlauf gebracht. In anderen Kantonen, wie beispielsweise Genf, werden stets neue fortlaufende Nummern vergeben. Einige Kantone erlauben Wunschkennzeichen ausserhalb laufender Nummern.[3] In einigen Kantonen kann mit fünf- oder mehrstelligen Nummern gehandelt werden, während ein- bis vierstellige Nummern nur vererbt werden können.[4][5]

In den letzten Jahren sind viele Kantone dazu übergegangen, zurückgegebene Kontrollschilder mit besonders niedrigen Zahlen (ein- bis vierstellig) oder mit besonders einprägsamen Zahlen (zum Beispiel 100 000 oder 22 333) gegen bestimmte erhöhte Gebühren oder an meistbietende Interessenten zu verkaufen. Dazu stellen viele Kantone entsprechende Internetportale zur Verfügung. So musste im Kanton St. Gallen die Berufsfeuerwehr der Stadt St. Gallen die Nummern «SG 1» bis «SG 20» zurückgeben, damit diese an Meistbietende versteigert werden können. «SG 1» wurde für 135'000 Franken versteigert. Die Versteigerung dient der Aufbesserung des Finanzhaushalts des Kantons.[6] Im Jahr 2017 hat ein Unternehmer aus dem Wallis aus «Protest» gegen den Kanton die Nummer VS 1 für 160'100 Franken ersteigert.[7]

Bei einem Fahrzeugwechsel des Halters wird nach der Ummeldung dasselbe Kontrollschild ans neue Fahrzeug montiert, somit ist es auch möglich, ein neues Fahrzeug zu erwerben und mit den eigenen Kontrollschildern sofort zu bewegen (sofern vorgängig telefonisch die Versicherung informiert wurde). Der Fahrzeugausweis von dem neuen und dem alten Fahrzeug wird dann per Post zum entsprechenden Strassenverkehrsamt geschickt und der Halter erhält nach wenigen Tagen die neuen Papiere per Post zugestellt. In der Übergangsfrist darf das neue Fahrzeug ohne offizielle Papiere fahren, es ist jedoch ein spezielles Dokument mitzuführen (im Internet gratis verfügbar), welches bei einer allfälligen Polizeikontrolle vorzuweisen ist. Dieses Vorgehen ist jedoch nur in der Schweiz und Liechtenstein zulässig. Von Fahrten in anderen Ländern wird abgeraten, solange keine Papiere für den Wagen vorliegen.

Hintergrundfarben und Formate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Farben Fahrzeugtyp / Verwendung Format vorne Format hinten
111111 Ticino.jpg Motorwagen und Anhänger 300 × 80 mm 500 × 110 mm
300 × 160 mm
Swiss utilitary reg 4229.jpg Arbeitsfahrzeuge 300 × 80 mm 500 × 110 mm
300 × 160 mm
Ausnahmefahrzeug Kontrollschild Schweiz.jpg Ausnahmefahrzeuge 300 × 80 mm 500 × 110 mm
300 × 160 mm
Verkehrsschild grün 1999.JPG Landwirtschaftliche Fahrzeuge 300 × 80 mm
Swiss motorcycle plate St.Gallen.jpg Motorräder, Klein- und dreirädrige Fahrzeuge 180 × 140 mm
Swiss license plate for scooters.jpg Kleinmotorräder und Leichtmotorfahrzeuge 180 × 140 mm
Swiss moped plate SG.jpg Motorfahrräder (Mofas), E-Bikes über 25 km/h und motorisierte Rollstühle über 20 km/h 100 × 140 mm
Swiss Segway license plate.jpg Segway-Fahrzeuge 100 × 140 mm
Militär Kontrollschild Schweiz.jpg Militär-Fahrzeuge 300 × 80 mm 500 × 110 mm
300 × 160 mm

Sondernutzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Garagennummern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontrollschild für Autohändler und Reparaturwerkstätten, Graubünden

Die Kontrollschilder für Autohändler (umgangssprachlich «Garagennummern», «U-Nummern») stehen nur eingetragenen Autohändlern und Reparaturwerkstätten zur Verfügung. Diese Nummern können kurzzeitig für sämtliche Motorfahrzeuge für Überprüfungsfahrten und Überführungsfahrten genutzt werden, unabhängig von deren Motorleistung und dem Emissionsausstoss. Auch die Benutzung der Autobahn ohne Autobahn-Vignette ist bei autobahntauglichen Fahrzeugen erlaubt, jedoch nicht die Fahrt ins Ausland (auch nicht ins benachbarte), da sie aufgrund der Wiener Konvention nicht anerkannt werden müssen. Die Wiener Konvention verlangt nur die Anerkennung von behördlich auf ein Fahrzeug zugeteilten Kontrollschildern. Garagennummern werden jedoch nicht von der Behörde, sondern vom Garagisten auf ein Fahrzeug zugeteilt; er ist für die Fahrtauglichkeit des Fahrzeugs verantwortlich (da so ein Fahrzeug zwar fahrtüchtig, aber nicht zwingend vorgeführt sein muss). Nebst der Anbringung an den ordentlichen Autonummern­halterungen der Fahrzeuge ist es auch zulässig, diese «U-Nummern» mittels Magnet auf der Motorhaube und am Heck, z. B. unter der Heckscheibe oder in eine Kunststofftasche angehängt, anzubringen. «U-Nummern» wurden 1977 eingeführt. Von 1933 bis 1976 hatten Händlerschilder das gleiche Format wie normale Schilder (ohne «U»), allerdings mit roter Schrift auf weissem Grund.[2]

Befristete Kontrollschilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befristetes Kontrollschild, Uri

Seit 1960 gibt es auch befristete Schilder und Zoll-Schilder. Befristete Schilder gelten für verzollte Fahrzeuge, die aber aus irgendeinem Grunde nur vorübergehend im Standort-Kanton beim zuständigen Strassenverkehrsamt eingelöst werden. Sie haben neben der Nummer einen länglichen roten Aufkleber, auf dem mehrmals ganz klein das zweistellige Ablaufjahr, und darüber der Verfallmonat gut sichtbar aufgedruckt ist.[2]

Zoll-Kontrollschilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zoll-Kontrollschild, Luzern

Zollschilder sind für nicht verzollte Fahrzeuge, die vorübergehend in der Schweiz stationiert sind. Sie sind gestaltet wie befristete Schilder, haben zusätzlich noch rechts neben dem roten Balken ein "Z" in schwarz aufgedruckt. Die Nummerierung der Zollschilder sowie der befristeten Schilder wird von den einzelnen Kantonen ungleich behandelt. Es gibt Kantone mit willkürlichen Nummernserien, die oft mit den Nummernserien der "normalen" Schilder identisch sind. In anderen Kantonen wird jeweils nach Ablauf eines Kalender-Jahres wieder mit der Schild-Nummer 1 begonnen.[2]

Spezielle Nummern-Serien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontrollschild aus Samnaun (Zollfreigebiet) GR 90000-94999
  • Kanton Graubünden: Für die Einwohner der politischen Gemeinde Samnaun (Unterengadin) sind für alle Motorfahrzeug-Kategorien Kontrollschilder der Nummern-Serie GR 90 001 – GR 94 999 reserviert. Samnaun ist nämlich Zollfreigebiet und die dort gekauften Motorfahrzeuge müssen weder in der Schweiz noch im grenznahen Österreich verzollt werden. Die spezielle Schilder-Nummerierung weist den Zoll auf den Umstand hin, dass das Fahrzeug nicht verzollt ist. Wird ein solches Auto später ausserhalb Samnaun (aber in der Schweiz) weiter verkauft, muss es vom neuen Halter verzollt werden. Im Gegensatz zur übrigen Schweiz erhalten somit die Samnauner für ihre unverzollten Fahrzeuge kein befristetes Zoll-Nummernschild mit rotem Balken und dem Buchstaben «Z», sondern ein normales Kantonsschild mit einer speziellen Nummern-Serie.[2]
  • Kanton Genf: Motor-Fahrzeuge des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf, die in der Schweiz nicht verzollt sind und für das IKRK ausschliesslich im Ausland in Einsatz stehen, haben Schweizer Motorfahrzeug-Kontrollschilder der Nummern-Serie GE 901 000 – GE 949 999. IKRK-Fahrzeuge, die in der Schweiz verzollt sind und am Hauptsitz des IKRK in Genf im Einsatz stehen, haben Schweizer Diplomatenschilder mit dem Code 026.[2]
  • Kanton Zürich: Die Nummern von ZH 796 000 bis ZH 800 999 sind reservierte Kontrollschildnummern. Die Nummern von ZH 801 000 bis ZH 859 999 sind für Anhänger reserviert. Der Schilderkreis ZH 860 000 bis ZH 869 999 wird für temporäre Schilder verwendet. Für Tagesschilder ist der Bereich ZH 797 000 reserviert.
  • Mietfahrzeuge: Weil das Strassenverkehrsamt Appenzell Innerrhoden sehr günstige Verkehrsgebühren erhebt, lassen Autovermietungs-Firmen in der Schweiz ihre Fahrzeuge in diesem Kanton oder aber im ebenfalls günstigen Kanton Waadt (VD) immatrikulieren. Die übrigen Kantone verzichten auf die Kontrollschilder-Abgabe für Mietwagen, werden jedoch für den Steuerausfall proportional entschädigt. Appenzeller Kontrollschilder mit Nummern ab AI 20 000 werden von der Autovermietungs-Firma AVIS verwendet, die Firma Hertz verwendet Nummern ab AI 30 000, Europcar verwendet Nummern ab AI 40 000 bzw. ab AI 50 000, und die Autovermietungs-Firma Sixt verwendet Nummern ab AI 66 000.[2] Der im Jahr 2018 gegründete Auto-Abo-Anbieter Carvolution verwendet ebenfalls Kontrollschilder aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden, sie haben jeweils Nummern im Bereich von AI 70 000 bis AI 70 999.[8] Die echten Innerrhoder Verkehrsteilnehmer erkennt man an ihren Kontrollschildern mit tiefen Nummern bis ungefähr 15 500. Die im Kanton Waadt immatrikulierten Mietwagen haben jeweils Nummern im Bereich von VD 514 000 bis VD 519 000.
Avis        :  AI 20···  AI 21···  AI 22···  AI 23···   
Hertz       :  AI 30···  AI 31···  AI 32···  AI 33···  AI 34···  
Europcar    :  AI 40···  AI 41···  AI 50···  AI 51···  AI 52···  AI 53···  AI 54···  
Sixt        :  AI 66···  AI 67···  AI 68···  AI 69···  
Carvolution :  AI 70···

Diplomaten-Kontrollschilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diplomaten-Kontrollschild der liechtensteinischen (15) Botschaft in Bern, 1 = Botschafter
Kontrollschild des irakischen (38) Konsulats in Zürich
UN-Missionen haben Kennzahlen, die mit einer Null beginnen, z. B. 03 = WHO
Internationale Organisationen haben Kennzahlen über 200, z. B. 201 = Europäische Union
AT-Diplomaten-Kontrollschild der italienischen (39) Botschaft

Fahrzeuge von Angehörigen des Diplomatischen und Konsularischen Corps sowie einiger Internationaler Organisationen tragen ein vom Standort-Kanton der Botschaft bzw. des Konsulats ausgegebenes Kontrollschild. Es zeigt jeweils zwei Buchstaben «CD» (französisch: Corps Diplomatique), «CC» (französisch: Corps Consulaire) oder «AT» (französisch: Personnel administratif et technique), gefolgt vom Kantonskürzel und zwei durch einen Punkt getrennten Zahlen. Die erste Zahl ist eine Ordnungsnummer innerhalb der Mission oder Organisation, wobei die Ziffern von 1 bis 5 dem Chef für Dienst- oder Privat-Wagen zugeteilt wird. Die Zahl nach dem Punkt ist eine Kennzahl (Code) für die internationale Organisation oder das Herkunftsland der diplomatischen Mission. Die vorderen Schilder sind gleich gross wie die hinteren Schilder (500 × 110 mm).[2]

CD
CC
  • Dienstwagen der von einem Berufsbeamten geleiteten konsularischen Posten
  • Privatfahrzeuge der Konsularbeamten
  • Separates Zusatzzeichen «CC» für höchstens einen Wagen jedes Honorar-Postenchefs eines konsularischen Postens, dem der Bundesrat das Exequatur erteilt hat. Der Fahrzeugausweis trägt in diesen Fällen den Vermerk «CC-Zeichen bewilligt».
CD
  • Dienstwagen ständiger Missionen oder anderer Vertretungen bei zwischenstaatlichen Organisationen sowie Motorfahrzeuge der Mitglieder des diplomatischen Personals dieser Missionen
  • Dienstwagen institutioneller Begünstigter wie zwischenstaatlichen Organisationen, internationalen Institutionen, Sekretariaten oder anderen durch einen völkerrechtlichen Vertrag eingesetzten Organen, unabhängigen Kommissionen, internationalen Gerichtshöfen, Schiedsgerichten sowie anderen internationalen Organen, die Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen geniessen.
  • Privatfahrzeuge der höchstgestellten Beamten dieser institutionellen Begünstigten, die in der Schweiz diplomatischen Status geniessen.
AT
  • Privatfahrzeuge des Verwaltungs- und technischen Personals der diplomatischen Missionen
  • Die Ordnungsnummern beginnen jeweils bei 51

Militärische Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militär-Kontrollschild PKW
Militär-Anhängerschild
Militär-Anhängerschild ohne Schweizerwappen

Militärfahrzeuge (Fahrzeuge der Armee und Verwaltungsfahrzeuge des Departementsbereichs Verteidigung), Fahrzeuge des Grenzwachtkorps, der Zolluntersuchungsbehörden, der armasuisse sowie des Nachrichtendienstes des Bundes werden durch das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt der Armee (SVSAA) mit Militärkontrollschildern immatrikuliert (Art. 28 Abs. 1 VFBF).

Militär-Kontrollschilder zeigen das Schweizerwappen gefolgt von einem «M» (Kürzel für «Militaire») und der Nummer in weisser Schrift auf schwarzem Grund. Von 1925 bis 1961 waren alle Militär-Kontrollschilder zweizeilig, oben das Schweizerwappen und das «M» in roter Farbe, unten die Nummer. Seit 1961 gibt es einzeilige vordere Schilder und das «M» in weisser Farbe. 1973 wurde das heutige Format eingeführt.

Die M-Nummern werden nach Fahrzeugtyp und Beschaffungstranche vergeben und sind in der Beschaffungsserie fortlaufend, z. B. Pz 87 (Leopard 2):

  • 1. Serie: 035 Stück: M77101 bis M77135
  • 2. Serie: 120 Stück: M77136 bis M77255
  • 3. Serie: 225 Stück: M77256 bis M77480
  • Entpannungspanzer 65: 69 Stück: M78631 bis M78699

Bei Prototypen wird jeweils die Ziffer 0 an erster Stelle nach dem M genutzt, sowohl bei Fahrzeugen, die Eingang in die Schweizer Armee finden (z. B. Prototyp Entpannungspanzer 65: M0870), wie auch bei Fahrzeugen, die nicht in Serie beschafft werden (z. B. 35 mm Flab Panzer B22L: M0888 und M0889 oder der Panzerkanone 68: M0871, M0872, M0898, M0899). Das Schild sieht dem Liechtensteiner Kontrollschild ähnlich, welches jedoch das Fürstenwappen und das Kürzel «FL» trägt.

Autoindex[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In vielen Kantonen ist das Register der Kontrollschilder öffentlich einsehbar, teilweise über Online-Halterabfragen über das Internet, sofern der Halter keine entsprechende Auskunftssperre beantragt hat. Ausserdem können jedes Jahr neu aufgelegte Bücher mit einer Liste der Kontrollschilder und dem dazugehörigen Halter käuflich erworben werden.

Nicht mehr verwendete Kontrollschild-Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehem. Mietwagen-Kontrollschild aus dem Kanton Wallis
  • Mietfahrzeuge hatten von 1977 bis 2000 Kontrollschilder mit dem Buchstaben «V» (Vermietung) rechts neben der Zahl. Seit 2001 haben Mietfahrzeuge, wie schon vor 1977, wieder ganz normale kantonale Fahrzeug-Schilder. Die meisten Autovermietungs-Firmen der Schweiz lassen ihre Fahrzeuge im steuergünstigen Kanton Appenzell Innerrhoden oder aber im ebenfalls günstigen Kanton Waadt (VD) immatrikulieren. Alle übrigen Kantone verzichten auf die Kontrollschilder-Abgabe für Mietwagen, werden aber für den Steuerausfall proportional entschädigt.
ehem. Kontrollschild Administration
ehem. Kontrollschild Administration Blau
  • Zivile Fahrzeuge des Bundes trugen früher das Schweizerwappen gefolgt von einem «A» (Kürzel für «Administration») und der Nummer mit schwarzen Zeichen auf weissem Grund. Sie trugen auch kein Kantonswappen. Die erste Ziffer der fünfstelligen Nummer stand für das Departement, zu dem das Fahrzeug gehörte. Diese Kontrollschild werden nicht mehr verwendet. Die Amtsstellen erhalten heute normale Kontrollschilder des Kantons. Einzige Ausnahme bilden die Bereiche Verteidigung und armasuisse innerhalb des VBS, welche die Armeenummern mit Schweizerwappen und weissem «M» auf schwarzem Grund verwenden.
A • 1xxxx Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten
A • 2xxxx Eidgenössisches Departement des Innern
A • 3xxxx Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement
A • 4xxxx Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport
A • 5xxxx Eidgenössisches Finanzdepartement
A • 6xxxx Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung
A • 7xxxx Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation
ehem. Kennzeichen der PTT
  • Post, Telegraf und Telefon (PTT) sowie die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) waren bis 1997/98 Teil der Bundesverwaltung, ihre Fahrzeuge trugen das Schweizerwappen gefolgt von einem «P» (Kürzel für «Post») und der Nummer mit schwarzen Zeichen auf weissem, gelbem oder blauem Grund. Die Post und die SBB blieben nach der Verselbständigung vollständig in Bundesbesitz und konnten die P-Schilder vorerst weiterverwenden, hingegen mussten die Fahrzeuge des Telecom-Bereichs, die ab 1. Januar 1998 zur teilprivatisierten Swisscom gehörten, sofort auf kantonale Nummernschilder wechseln.
P • 1xxxx bis P • 7xxxx Schweizerische Post
P • 8xxxx bis P • 9xxxx Schweizerische Bundesbahnen

Alle Fahrzeuge von Post und Bundesbahnen wurden bis 31. Dezember 2003 auf normale kantonale Schilder umgerüstet. Zuständig für die Ausgabe ist das Strassenverkehrsamt des Kantons, in dem die jeweilige Dienststelle ihren Sitz hat.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kontrollschilder – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Strassenverkehrsgesetz (SVG) (PDF; 365 kB)
  2. a b c d e f g h i Fahrzeug-Kontrollschilder in der Schweiz. license-plates.ch. Abgerufen am 29. September 2020.
  3. http://www.auktion-ch.ch/ks/Wunschnummern.aspx
  4. Kanton St. Gallen: Allgemeine Geschäftsbedingungen zur Versteigerung von Kontrollschildern im Internet (Memento des Originals vom 25. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.auktion-sg.ch, 1. Oktober 2013, abgerufen am 25. August 2016
  5. Art. 8bis des VIII. Nachtrag zur Einführungsverordnung zum eidgenössischen Strassenverkehrsgesetz des Kanton St. Gallen
  6. Tages-Anzeiger: 2,6 Millionen Gewinn dank tiefer Autonummern, abgerufen am 23. Februar 2013
  7. 20 Minuten: «Er ersteigerte «VS 1» nur aus Protest», http://www.20min.ch/schweiz/romandie/story/Er-ersteigerte--VS-1--nur-aus-Protest-10185129 (abgerufen am 16. März 2017)
  8. https://www.carvolution.com/de
  9. http://www.license-plates.ch/Diplomaten.htm