Zentralisierung (Vokal)

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In der Linguistik steht Zentralisierung (auch: Schwächung, Vokalabschwächung, Vokalschwächung, Vokalverdumpfung) für die Verlagerung der Zungenlage bei der Artikulation von Vokalen in den mittleren Bereich in Richtung des Zentralvokals [ə] (Schwa).

Beispiele[Bearbeiten]

  • die unbetonten Vokale im Englischen
  • das unbetonte e in dt. Endsilben

Vokalschwächung in Innensilben (auch "Binnenvokalschwächung")[Bearbeiten]

Unter Vokalschwächung in Innensilben versteht man die Umwandlung eines starken Vokales bei Anfügen eines Präfixes zu einem schwächeren solchen.

Beispiele[Bearbeiten]

Sehr häufig tritt die Binnenvokalschwächung im Lateinischen auf. Deshalb hier Beispiele aus dem Lateinischen:

  • Aus "facere" (machen, tun) und "ad" (hin, hinzu, zu ... hin) wird (in der Bedeutung "hinzufügen") "afficere". Aus dem starken "a" in "facere" wird ein "i".
In "afficere" tritt zusätzlich der Effekt der Assimilation (Angleichung) auf ("ad + facere" wird zu "afficere").
  • Genauso wird aus "capere" (ergreifen, fassen) - nach Anfügen des Präfixes "ad" - "accipere" (an-, einnehmen; aufnehmen).
Auch hier tritt zusätzlich der Effekt der Assimilation auf.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Helmut Glück (Hrsg.): Metzler-Lexikon Sprache. Metzler, Stuttgart/Weimar 2000. ISBN 3-476-01519-X