Zero – Sie wissen, was du tust

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zero von Marc Elsberg (2014)

Zero – Sie wissen, was du tust (Eigenschreibweise ZERO) ist ein Kriminalroman von Marc Elsberg, dessen erste Auflage 2014 auf Deutsch im Blanvalet Verlag erschien. Im Zentrum der Handlung steht die Journalistin Cynthia Bonsant, die sich mit dem zunehmenden Interesse staatlicher und privater Einrichtungen an Informationen über Personen und deren Interessen beschäftigt. Der Roman spielt in der nahen Zukunft und wurde zum Bestseller. Am 9. Juni 2014 erreichte er Platz 3 der „Spiegel“-Bestseller-Liste in der Rubrik „Hardcover / Belletristik“.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lückenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen. Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Zero beginnt mit einer Beschreibung des Presidentsday, bei dem der US-amerikanische Präsident von mehreren Drohnen im Urlaub aufgesucht, verfolgt sowie gefilmt und über das Internet live lächerlich gemacht wird. Verantwortlich dafür ist eine Organisation namens Zero, die aus Netzaktivisten besteht und sich für Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung einsetzt. Staatliche und private Stellen, darunter auch das FBI, versuchen Zero als Terroristen zu brandmarken und verfolgen dessen Anhänger dementsprechend. Parallel dazu tritt die Journalistin Cynthia Bonsant von der Zeitung Daily in das Geschehen ein, da durch die Tochterfirma von Freemee, deren Name Sheeld ist, dem Daily 4 Millionen Euro geboten werden, macht sich auf die Jagd nach ZERO. Von ihrem Arbeitgeber erhält sie eine Datenbrille nach dem Vorbild von Google Glass, die sie ihrer Tochter Viola leiht. Diese wird anschließend in eine Schießerei verwickelt, im Rahmen derer Adam Denham zu Tode kommt. Cynthia Bonsant beginnt daraufhin, die Hintergründe des Ereignisses aufzuklären und stößt auf die Internetplattform Freemee. Diese sammelt alle möglichen Informationen über ihre Mitglieder auf elektronischem Wege und gibt anschließend Tipps aus sogenannten „ActApps“, mit deren Hilfe sie erfolgreicher in Karriere, Fitness und anderen Bereichen sein können. Zero warnt ausdrücklich vor Freemee, da dadurch nicht nur die Privatsphäre der Nutzer vollständig aufgehoben werde, sondern Menschen auch gezielt manipuliert werden könnten. Bei ihren Recherchen gerät Cynthia Bonsant in Konflikt sowohl mit Mitarbeitern von Freemee als auch den amerikanischen Geheimdiensten, die ein Interesse an der Überwachung der Öffentlichkeit haben.[2]

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cynthia Bonsant - Journalistin beim Daily

Anthony Heast - Chefredakteur des Dailys

Chander Argawal - IT-Forensiker

Jeff - Technikressort beim Daily

---

Viola Bonsant - Cynthias Tochter

Adam Denham - Freund von Viola

Edward Brickle - Freund von Viola

---

Carl Montik - Gründer von Freemee, verantwortlich für Forschung, Programmierung und Entwicklung

Will Dekkert - Kommunikationsvorstand von Freemee

Alice Kinkaid - Kommunikationschefin von Freemee, Mitglied von Zero

---

Erben Pennicott - Stabschef des Weißen Hauses

Jonathan Stem - Assistant Direktor beim FBI

Marten Carson - FBI-Agent

Luís - Digital Derective beim FBI

---

Henry Emerald - Gründer von EmerSec

Joaquim Proust - Leiter von EmerSec

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero wurde als „Debattenbeitrag zur Entwicklung unserer digitalen Welt“ angesehen, der vor dem Hintergrund der Berichte über Anonymous, WikiLeaks und Edward Snowden „gleichzeitig Bestandsaufnahme und Vision“ sei.[3] Mit seinem Buch habe Marc Elsberg „die Gelegenheit, endgültig einer der Vorsprecher dieses vielleicht wichtigsten gesellschaftlichen Diskurses unserer Zeit zu werden.“[4] Zero sei ein Prototyp eines im Entstehen begriffenen neuen literarischen Genres: des „gesellschaftskritischen IT-Thrillers“.[5]

Der Roman beleuchte das „Anhäufen von Daten durch Google, Facebook & Co.“[6], habe Verschwörungstheorien mit Kapitalismuskritik und etwas „Staatsfeind Nr. 1“ sowie reichlich Action zu einer „packenden Story“ kombiniert.[7] Das dargestellte Szenario sei albtraumhaft, aber längst Realität.[8] Der Autor wurde als „grandioser Rechercheur“, aber „nicht ganz so grandioser Erzähler“ eingestuft.[9] Elsbergs Erzählstil sei „hölzern“; seine Charaktere blieben „blass und oberflächlich, ohne große Emotionen“.[10]

Obwohl Elsberg en détail ein genaues Abbild realer technischer Möglichkeiten liefere, mangele es dem Roman dennoch an Realismus: Dass eine 40-jährige Journalistin nicht mitbekommen haben soll, was die IT-Branche inzwischen möglich macht, sei kaum nachvollziehbar. Ebenso unglaubwürdig sei es, dass ein im Internet gezeigter Beitrag aus dem Stand ein Millionenpublikum habe: „Alle schauen anscheinend die gleichen Bilder, dabei ist genau das seit dem Siegeszug des Internets vorbei.“[11]

Im August 2014 urteilte Thomas Neumann: „Elsbergs Roman ist […] topaktuell, hat einen guten Plot und ist abermals rasant erzählt.“ Elsberg habe sowohl Immanuel Kants These von der „selbstverschuldeten Unmündigkeit“ der Unaufgeklärten als auch Orwells Kritik an Überwachungssystemen auf den Stand des 21. Jahrhunderts gebracht.[12]

Im November 2014 wurde das Buch als Wissensbuch des Jahres in der Kategorie „Unterhaltung“ ausgezeichnet.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Platzierungen Hardcover/Belletristik. In: buchreport, abgerufen am 21. Juli 2014.
  2. Zero. Sie wissen, was du tust – Website zu Marc Elsbergs neuem Thriller - Blanvalet Verlag. Abgerufen am 14. April 2017 (deutsch).
  3. Christian Beisenherz: Zero. Beitrag für WDR 2, 26. Mai 2014, abgerufen am 15. Mai 2017.
  4. Sven Prange: Im Griff der Kraken. In: Handelsblatt, Nr. 99, 23. Mai 2014, S. 60.
  5. „Herr Weichert“: Buch: Zero von Marc Elsberg. „Virtuelles Datenschutzbüro“. 20. Juli 2014, abgerufen am 27. August 2014
  6. Matthias Ziegler: Google folgt Gesetzen der Marktwirtschaft. In: Wiener Zeitung, 31. Mai 2014, S. 38-39.
  7. Ralf Krauter: Willkommen in Paranoia! In: Deutschlandfunk. 26. Mai 2014, abgerufen am 17. Juni 2014.
  8. Jobst-Ulrich Brand: Thriller. In: Focus, Nr. 22, 26. Mai 2014, S. 22.
  9. Elmar Krekeler: Marc Elsberg oder das große Datenschutz-Hahaha. In: Die Welt. 25. Juni 2014, abgerufen am 21. Juli 2014.
  10. Bastian Wünsch: Facebook lässt grüßen: „Zero - Sie wissen, was Du tust“ von Marc Elsberg (Memento vom 5. September 2014 im Internet Archive) NDR, 13. Juli 2014, abgerufen am 27. August 2014
  11. Michael Lange: Datensicherheit: Zero. Sie wissen, was du tust. Deutschlandfunk, 13. Juli 2014, abgerufen am 27. August 2014
  12. Thomas Neumann. Selbstverschuldete Unmündigkeit. Über die Spannung zwischen Datenschutz und Datennutz in Marc Elsbergs Thriller „Zero“. In: „literaturkritik.de“. Nr.8, August 2014, abgerufen am 27. August 2014