Zierfandler

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Zierfandler
Synonyme Spätrot – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Zierfandler
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe grün
Verwendung
Herkunft Österreich
VIVC-Nr. 13443
Abstammung

Kreuzung aus
Roter Veltliner × traminerähnlichen

Liste von Rebsorten

Zierfandler oder auch Spätrot ist eine autochthone Weißweinsorte aus Österreich, die fast ausschließlich im österreichischen Weinbaugebiet Thermenregion rund um Gumpoldskirchen angebaut wird.[1]

Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roter Veltliner x und einer traminerähnlichen Sorte.[2]

Ampelografische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Triebspitze ist hellgrün gefärbt, leicht wollig behaart und mit bronziertem Anflug versehen. Die Ranken sind sehr lang.
  • Der Rebstock besitzt einen starken, sparrigen, aufrechteren Wuchs.
  • Das Blatt ist groß, eher drei- bis fünflappig und wenig gebuchtet. Die Blätter verfärben sich im Herbst schon frühzeitig gelbrot.
  • Die Traube ist groß, walzenförmig, dichtbeerig mit mittelgroßen, fleischfarbenen Beeren mit hohem Zuckergehalt (Trockenbeerenbildung).[1]

Reife: spät

Eigenschaften, Ansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorgte benötigt beste Lagen, ist winterfrostempfindlich, reift spät und ist anfällig geben Botrytis. Stellt geringe Ansprüche an den und verträgt Trockenheit und hohen Kalkgehalt im Boden.[1]

Ertrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erträge sind hoch, aber unregelmäßig.

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zierfandler ist eine spätreifende Sorte. Er liefert extraktreiche Weine, die über ein zartes Aroma und fruchtige Säure verfügen. Zum Aroma tragen Zitrusfrüchte, Ananas- und Maracujatöne bei. Im Verschnitt mit der Sorte Rotgipfler ergibt der Zierfandler unter dem Namen Spätrot-Rotgipfler einen aromatischen, gehaltvollen und bei guter Qualität auch langlebigen Weißwein. Der Spätrot-Rotgipfler, wie auch der Neuburger, war bis in die 1970er Jahre als „Gumpoldskirchner“ auch international beliebt, bis er durch Qualitätsmängel an Marktwert verlor. Seit den 2000er Jahren erleben diese Weine eine Renaissance und Qualitätssteigerung.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 betrug die Zierfandler-Anbaufläche in Österreich rund 82 ha, das ist ein Anteil von 0,19 % an der österreichischen Gesamtanbaufläche.[3] Der Großteil der Anbaufläche befindet sich in Niederösterreich in der Thermenregion (76 ha).

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cilifai, Cilifan, Cilifant, Cirfandler, Cirfandli, Cirifai, Cirifai Piros, Cirifan, Cirifant, Cynifal, Gumpoldskirchener, Gumpoldskirchener Spaetrot, Gumpoldskirchener Spaetroth, Gumpoldskirchner, Kesoei Piros, Kesoen Piros, Keson Piros, Kirmizi Zierfahndler, Nemes Cirfandli, Piros Cirfandli, Piroscirfandli, Raifler, Reifler Rot, Auswendiges Zierfandler, Roter Raifler, Roter Reifler, Roter Zierfandler, Roth Hensch, Rother Raifler, Rother Zierfahndler, Rothhinschen, Rothreifler, Rotreifler, Rubiner, Spaetrot, Spaetroter, Zerjavina, Zerjavina Crvena, Zierfandler, Zierfandler Red, Zierfandler Rosso, Zierfandler Rouge.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Zierfandler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Karl Bauer, Ferdinand Regner, Barbara Schildberger: Weinbau, avBuch im Cadmos Verlag, Wien, 9. Auflage 2013, ISBN 978-3-7040-2284-4
  2. Ferdinand Regner: Verzeichnis der österreichischen Qualitätsweinrebsorten und deren Klone, 2008, LFZ Klosterneuburg
  3. Weingartengrunderhebung 2015, Statistik Austria
  4. abgerufen am 8. Jänner 2017 Zierfandler in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)