Österreichisch Weiß

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Österreichisch Weiß
Synonyme Weiße, Kahlenberger Weiße – für weitere siehe Abschnitt Synonyme
Österreichisch Weiß
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe grün
Verwendung
Herkunft Österreich
VIVC-Nr. 16840
Abstammung

Kreuzung aus
Heunisch × unbekannte Rebsorte

Liste von Rebsorten

Österreichisch Weiß ist eine alte autochthone Weißweinsorte von Österreich, die heute keine Bedeutung mehr hat. Sie war in der zweiten Hälfte vor 1900 in Wien und Niederösterreich (Klosterneuburg) verbreitet. Die Weine sind reich an Säure, in guten Jahren auch geschmackvoll.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Österreichisch Weiß war eine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Österreich rund um den Wiener Kahlenberg sehr stark verbreitete Sorte (Klosterneuburg, Weidling, Nußdorf, Heiligenstadt, Grinzing). Die Weingärten des Stifts Klosterneuburg waren damals fast ausschließlich mit dieser Sorte bepflanzt; das Stift soll damals die Sorte verbreitet haben.[1]

Die Sorte ist ein natürlicher Kreuzungspartner von ‘Silvaner’, mit welcher sie früher verwechselt wurde.

Ampelografische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Triebwuchs ist kräftig.
  • Das Blatt ist tief gelappt, gezähnt und unbehaart.
  • Die Traube ist groß, lang, wenig verästelt und eher locker als dichtbeerig. Das typische Traubenmerkmal sind die rechtwinkelig abstehenden Beerenstiele. Die Beeren sind rund, dickschalig, gelbgrün und in frühreifen Jahren zartrosa gefärbt

Reife: spät – nur in frühen Jahren ist die Reife befriedigend.

Ertrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte bringt sehr hohe Ernteerträge.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sorte verträgt sehr gut den Kahlschnitt, ist also für die niedrige Stockkultur und kurzen Schnitt gut geeignet. Von den Pilzkrankheiten ist sie sehr anfällig auf Roten Brenner.

Wein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weine sind reich an Säure, in guten Jahren auch geschmackvoll.

Babo und Mach schreiben in ihrem Buch 1893: „Die Sorte ist sehr ertragreich und gibt wohlschmeckende, aber saure Weine. Diese wurden als Gebirgsweine bezeichnet und von den Wiener Weintrinkern, erst nach Vermischen mit Wasser, getrunken“.[2]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hat heute keine Bedeutung mehr und ist nur auf kleinsten Flächen in den Weingärten vom Kahlenbergerdorf, Gumpoldskirchen und in Rebsortiment der Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, im Weingut Leth in Fels am Wagram und im Weingut Feuerwehr Wagner in Wien, anzutreffen.

Kreuzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silvaner ist eine natürliche Kreuzung von ‘Österreichisch Weiß’ × ‘Traminer’.[3] Da die Sorte ‘Österreichisch Weiß’ nur in Wien und Niederösterreich vorgekommen ist, ist die Sorte ‘Silvaner’ eine autochthone Rebsorte von Österreich, da die natürliche Kreuzung wahrscheinlich hier stattgefunden hat. Sie wurde nach Deutschland, wo sie heute eine Fläche von 5074 ha – 5 % der gesamten Weinbaufläche 2013 – hat, gebracht. Sie wurde in Deutschland früher als ‘Österreicher’ bezeichnet.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausztriai Fehér, Ausztriai, Blanke, Fuchsbraune, Kahlenberger Weiße, Osztrák Fehér, Widenska

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Web[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

August von Babo, Edmund Mach: Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft. Band 1: Handbuch des Weinbaues. 2. Halbband. 4. Auflage. Paul Parey, Berlin 1924.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. August von Babo, Edmund Mach: Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft. Band 1: Handbuch des Weinbaues. 2. Halbband. 4. Auflage. Paul Parey, Berlin 1924.
  2. August von Babo, Edmund Mach: Handbuch des Weinbaues und der Kellerwirtschaft. Band 1: Weinbau. 2. Auflage. Paul Parey, Berlin 1893.
  3. Verzeichnis der österreichischen Qualitätsrebsorten und deren Klone. Höhere Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg, Klosterneuburg 2008.