Zugführer

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Dieser Artikel beschreibt die Funktion bei deutschen und schweizerischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Für die entsprechende österreichische Funktion siehe Zugskommandant. Für den Zugführer bei der Bahn siehe Zugführer (Bahn).
Taktisches Zeichen für einen Zugführer nach DV 102 und nach FwDV 100

Zugführer (ZF oder ZFü, im Militär auch ZgFhr abgekürzt) ist eine Führungsfunktion von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben zur Leitung und zum Befehligen von Zügen. Zugführer ist eine Funktionsbezeichnung beziehungsweise Dienststellung.

Militär[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugführer ist eine militärische Dienststellung für einen Teileinheitsführer im Unteroffiziers- oder niederen Offiziersrang. Er führt in der Regel eine Teileinheit, die als Zug (engl. platoon) bezeichnet wird.

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugführer (ZgFhr) ist bei der Bundeswehr eine Dienststellung. Der Zugführer ist ein Teileinheitsführer und führt einen Zug, der (abhängig von der Teilstreitkraft und Truppengattung) im Regelfall zwischen 30 und 60 Soldaten umfasst. Ein Zug besteht aus mehreren Gruppen, mehrere Züge bilden eine Kompanie, Batterie oder Staffel.[1]

Die Dienststellung des Zugführers bekleidet in der Regel ein Offizier (Leutnant oder Oberleutnant im I. und II. Zug einer Kompanie) oder ein erfahrener Portepeeunteroffizier im Dienstgrad Hauptfeldwebel oder Stabsfeldwebel (III. und IV. Zug einer Kompanie). Bei den Führungsunterstützungstruppen können Zugführer aber auch Hauptleute oder Oberstabsfeldwebel sein. In fliegenden Staffeln aller Teilstreitkräfte entspricht die Dienststellung des Schwarmführers in etwa der des Zugführers. Diese wird meist von Hauptleuten oder Stabsoffizieren bekleidet, da alle Piloten selbst Offiziere sind. An Truppenschulen lautet die Bezeichnung der entsprechenden Dienststellung Hörsaalleiter und wird zumeist von einem Offizier bekleidet.

Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch in der Schweizer Armee bezeichnet der Ausdruck Zugführer eine dienstliche Funktion. Üblicherweise wird ein Zug von einem Leutnant oder Oberleutnant geführt. In Ausnahmefällen kann es auch ein Zugführerstellvertreter (Zfhr Stv) zum Beispiel im Range eines Oberwachtmeisters sein. Logistikzüge werden in der neuen Schweizer Armee durch so genannte Logistikzugführer (Log Zfhr) im Range eines Adjutant-Unteroffiziers geführt.

Polizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Polizeibehörden existieren ebenfalls Zugführer zur Führung von Zügen als geschlossenen Einheiten.

Feuerwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zugführer[2] ist bei den deutschen Feuerwehren der Führer eines Zugs. Ein vollständiger Zug nach FwDV 3 hat mindestens zwei Gruppen und Zugtrupp mitsamt Gerät.[3] Man unterscheidet beispielsweise zwischen Löschzug, Rüstzug und Schadstoff- bzw. Gefahrstoffzug. Sofern die eingesetzten Kräfte die Stärke eines Zuges nicht überschreiten oder nicht eine übergeordnete Führungskraft die Leitung übernimmt, kann ein Zugführer Einsatzleiter sein. Bei Einsätzen, die mehr als einen Zug erfordern (Großschadenslagen), übernimmt ein Verbandsführer das Kommando. In solchen Fällen werden Zugführer oft als Einsatzabschnittsleiter eingesetzt.

Ausbildung und Aufgaben des Zugführers sind in den Feuerwehr-Dienstvorschriften geregelt.

Übliche Helmkennzeichnung
Westenkennzeichnung (nach Empfehlung des DFV)

Einsatzkräfte mit der Qualifikation zum Zugführer erkennt man in einigen Bundesländern im Einsatz an zwei roten Balken auf jeder Helmseite. Diese Helmkennzeichnung signalisiert ausschließlich die Befähigung zum Ausüben der Funktion „Zugführer“. Es können daher in einem Zug durchaus mehrere Einsatzkräfte mit dieser Kennzeichnung vorhanden sein. Pro Zug kann jedoch immer nur eine Person die tatsächliche Position des Zugführers übernehmen. Eventuell weitere vorhandene Einsatzkräfte mit Zugführerqualifikation übernehmen dann Gruppenführer- oder seltener auch normale Mannschaftsaufgaben. In anderen Bundesländern wird ein Zugführer mit einem 20 mm breiten Gummiband auf dem Reflexband am Helm gekennzeichnet, wenn er diese Tätigkeit tatsächlich ausübt.[4] Der tatsächliche Einheitsführer wird zunehmend zusätzlich mit einer Kennzeichnungsweste (häufig rot, als Abschnitts- oder Einsatzleiter auch weiß oder gelb) kenntlich gemacht. Qualifikations- und Funktionskennzeichnungen sind auf Landes-, Kreis- oder Gemeindeebene geregelt, eine bundeseinheitliche Vorschrift existiert nicht.

Sonstige Hilfsorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ein Zugführer sonstiger Hilfsorganisationen leitet im Einsatzfall einen Zug. Er untersteht in seinen Handlungen und Weisungen lediglich einem Verbandsführer (je nach Lage: dem Einsatzleiter oder dem Einsatzabschnittsleiter). Zugführer benötigen vor ihrer Ernennung zum Zugführer über ihre Fachdienstkenntnisse hinaus verschiedene führungsspezifische Zusatzausbildungen. Diese Lehrgänge sind zum teil organisations- und fachdienstspezifisch. Vermittelt werden unter anderem Kenntnisse zur Einteilung der Hilfskräfte und des Einsatzgebietes, zu Materialbeschaffung und -management, zu Gefahren an der Einsatzstelle sowie zur Vermeidung von Unfällen, zur Kommunikation mit Hilfskräften sowie Einsatzkräften anderer Fachdienste und Organisationen sowie zu den rechtlichen Grundlagen des Katastrophenschutzes.

Dem Zugführer sind mindestens zwei Gruppen unterstellt, die ihrerseits von Gruppenführern geleitet werden. Zusätzlich dazu zählt der Zugtrupp, welcher dem Zugführer bei Führungsaufgaben zur Seite steht.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Zugführer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eschwin von Krosigk, Ulrich Czisnik: Die militärische Personalführung in der Bundeswehr: Grundsätze, Organisation, Ausw. u. Ausbildung. R.v.Decker's Fachbücherei Bundeswehr 1977, ISBN 3768568768.
  2. Die Funktionsbezeichnungen gelten sowohl für weibliche als auch für männliche Feuerwehrangehörige. Feuerwehr-Dienstvorschrift 3 Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, 2008
  3. Feuerwehr-Dienstvorschrift 3. Einheiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz. Abgerufen unter bbk.bund.de.
  4. Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes (AVBayFwG), Anlage 3, Absatz 8.2.2, Gesetze-Bayern.de, abgerufen am 5. Januar 2014