Zugfolgeabschnitt

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Ein Zugfolgeabschnitt ist ein Gleisabschnitt der freien Strecke, in den ein Zug nur mit Zustimmung eines Fahrdienstleiters einfahren darf, wenn

  • er frei von Fahrzeugen ist (Ausnahmen: Fahren auf Sicht, Mehrfachbelegung von Bahnsteiggleisen, Betriebsstörungen),
  • er nicht durch die Fahrwege anderer Schienenfahrzeuge beansprucht wird,
  • die Weichen in richtiger Lage und verschlossen sind,
  • ein vorausfahrender Zug sich unter Deckung eines haltzeigenden Signals (einschließlich Durchrutschweg) befindet,
  • das Gleis der freien Strecke bis zur nächsten Zugmeldestelle nicht durch einen Zug der Gegenrichtung beansprucht wird.

Sichergestellt wird dies technisch mittels Streckenblock. Wenn diese nicht vorhanden sind oder gestört sind, wird das Verfahren des Rückmeldens eingeführt. Hierbei wird eine Meldung abgegeben, sobald ein Zug den nächsten Zugfolgeabschnitt erreicht hat und den vorhergehenden vollständig geräumt hat (einschließlich Gefahrpunktabstand).

Wenn keine Gleisfreimeldeanlage vorhanden ist, erfolgt die Fahrwegprüfung im Bahnhof bzw. die Räumungsprüfung auf der freien Strecke durch Hinsehen des Stellwerkspersonals auf die Gleise. Dazu müssen die Stellwerke so angeordnet sein, dass aus dem Fenster der gesamte Fahrwegprüfbezirk eingesehen werden kann. Bei Blockstellen der freien Strecke reicht die Sicht auf die Signalzugschlussstelle, die am Ende des Gefahrpunktabstandes liegt. Abzweigstellen sind bezüglich der Sicht des Bedieners wie Bahnhöfe entsprechend zu behandeln, das heißt der gesamte Bereich zwischen den Blocksignalen muss eingesehen werden können.

Ein Zugfolgeabschnitt wird also stets durch zwei Signale begrenzt, wobei es sich auch um virtuelle Signale (z. B. Blockkennzeichen) handeln kann, die mit Führerstandssignalisierung (z. B. bei ETCS) genutzt werden. Das Signal am Ende des Zugfolgeabschnitts kann auch ein Sperrsignal oder ein Schutzsignal an einem Prellbock sein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jörn Pachl: Leit- und Sicherungstechnik im Bahnbetrieb, Band 2, Fachlexikon, 2. Auflage 2004, Teubner Verlag, ISBN 3-519-26383-1
  • Jörn Pachl: Systemtechnik des Schienenverkehrs, 3. Auflage 2002, S. 15, Tetzlaff Verlag, ISBN 3-87814-702-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]