Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche

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Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche
(HuK)
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Zweck: Förderung der Bildung durch Vermittlung von Kenntnisse über die verschiedenen Aspekte des Themenfeldes Homosexualität an die Allgemeinheit
Vorsitz: drei- bis fünfköpfiger Vorstand
Gründungsdatum: 1977
Mitgliederzahl: ca. 450
Sitz: Aachen
Website: www.huk.org
Die HuK beim CSD 2006 in Berlin
Flugblatt von Rainer Hoffschildt u. a. (1981) mit einer Stellungnahme Eduard Lohses zu Homosexualität und Kirche

Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. ist ein Zusammenschluss von Frauen und Männern, die sich mit dem Thema Homosexualität und Kirchen in Deutschland auseinandersetzt.[Anm. 1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Organisation wurde 1977 auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 1977 in Berlin gegründet und ist damit eine der älteren lesbisch-schwulen Organisationen in Deutschland. Später erweiterte sie ihren Einsatz auch hinsichtlich der Belange von Transgendern.

Selbstverständnis[Bearbeiten]

Die Organisation will Bindeglied zwischen der schwulen Kultur und der Kultur der Kirchen sein – Kulturen, die sich oft befremdet gegenüber stehen. Sie versteht sich auch als „Selbsthilfegruppe lesbischer Christinnen und schwuler Christen“ und als Emanzipationsgruppe. Die HuK will theologisch fundiert auf die gleichberechtigte Anerkennung von Schwulen und Lesben in Kirche und Gesellschaft hinwirken und auf dem Weg dorthin Diskriminierung abbauen.[1]

Wirken[Bearbeiten]

Die HuK baut durch Information und Begegnung Vorurteile und Unkenntnis zum Thema Homosexualität ab. Dazu zählt die Korrektur undifferenzierter und unqualifizierter Äußerungen zu Homosexualität und von Strukturen, die einer Gleichbehandlung unabhängig von der sexuellen Ausrichtung entgegenstehen. Ziel ist eine Sexualethik, in der auch lesbische und schwule Beziehungen gleichwertig gelebt werden können und keine Behinderung im kirchlichen Leben oder für ein kirchliches Amt darstellen. Zwischenzeitlich geht es darum, Lesben und Schwulen zu helfen, die aufgrund ihrer Homosexualität Probleme mit ihrem kirchlichen Arbeitgeber haben und durch den Tendenzschutz benachteiligt werden. Es soll die Solidarität unter Lesben und Schwulen gestärkt werden.

Diese Ziele zu verwirklichen, geschieht z.B. durch Stellungnahmen zu aktuellen Ereignissen, die die Schnittmenge von LGBT und Kirchen betreffen[Anm. 2] oder durch das Auftreten der HuK auf Deutschen Evangelischen Kirchentagen und römisch-katholischen Katholikentagen. Aber auch die Zusammenarbeit auf den Ebenen von Kirchengemeinden, kirchlichen Verbänden und Gremien ist ein wichtiger Ansatzpunkt für die HuK, um ihre Ziele zu verwirklichen.

Bei einigen Evangelischen Landeskirchen konnte schon einiges erreicht werden. Dazu zählt die Anerkennung schwuler und lesbischer Lebensformen bis hin zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare oder schwulen oder lesbischen Partnerschaften in Pfarrhäusern. Bei der römisch-katholischen Kirche gibt es im amtskirchlichen Bereich kaum Erfolge, auch wenn das auf gemeindlicher Ebene in Einzelfällen ganz anders aussehen kann. Von der Kirchenhierarchie werden die Aktivitäten der HuK nicht immer gern gesehen.

Obwohl der Anspruch der HuK geschlechterübergreifend ist, sind die Mitglieder größtenteils männlich. Lesben sind auch in frauenspezifischen Verbänden organisiert (siehe unten).

Organisation[Bearbeiten]

Vorstand[Bearbeiten]

Deligiertenrat in Dresden im Herbst 2014

Die HuK ist ein Verein, der durch ehrenamtliche Arbeit getragen wird. Auch der Vorstand arbeitet ehrenamtlich. Er besteht aus drei bis fünf Mitgliedern[2]. 2012 fanden letztmals Zuwahlen statt. Zwischen Mitgliederversammlung und Vorstand arbeitet noch ein Delegiertenrat, der den Vorstand in seiner Arbeit unterstützt.

Arbeitsorganisation[Bearbeiten]

Die HuK gliedert sich zum einen regional. In einer Reihe von Städten und Regionen bestehen Regionalgruppen.[3] Die Gruppe in Hannover ist als selbständiger eingetragener Verein organisiert.[4] Die Gruppen nehmen in unterschiedlicher Intensität an den Aktivitäten der HuK teil. Zum anderen gliedert sich die HuK in thematische Arbeitsgruppen. Dazu zählen vor allem die Arbeitsgruppen

  • Evangelische Kirchenpolitik
  • Katholische Kirchenpolitik
  • zur Vorbereitung des jeweils anstehenden Evangelischen Kirchentags oder des Katholikentags.

Weiter arbeitet die Organisation im European Forum of LGBT Christian Groups, in der ILGA und in der Initiative Kirche von unten mit. Sie ist mit zahlreichen anderen kirchlich oder christlich orientierten LGBT-Organisationen und darüber hinaus vernetzt:

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Siehe auch[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Nach eigenem Verständnis „kritisch und konstruktiv“ (Grundsatzerklärung vom 10. Januar 2000 – Präambel zur Satzung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V.).
  2. Christliche Homosexuelle: Papst braucht noch mehr Mut: Pressemitteilung vom 30. Juli 2013.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. vgl. „Grundsatzerklärung: Präambel zur Satzung der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V.“
  2. Vereinssatzung: § 6 Der Vorstand.
  3. Eine Übersicht findet sich hier.
  4. HuK Hannover - e.V..
  5. Lesben und Kirche.
  6. Labrystheia.
  7. Netzwerk katholischer Lesben.
  8. Maria-und-Martha-Netzwerk.
  9. AG Schwule Theologie.
  10. Zwischenraum.
  11. Queerubim – Erster schwul-lesbischer Chor für geistliche Musik und mehr.
  12. Projekt Schwul und Katholisch in der Gemeinde Maria Hilf.
  13. Schwul-lesbicher Stammtisch Dresden.