Świeradów-Zdrój

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Świeradów-Zdrój
Wappen von Świeradów Zdrój
Świeradów-Zdrój (Polen)
Świeradów-Zdrój
Świeradów-Zdrój
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Landkreis: Lubań
Fläche: 20,77 km²
Geographische Lage: 50° 55′ N, 15° 21′ O50.91666666666715.35Koordinaten: 50° 55′ 0″ N, 15° 21′ 0″ O
Höhe: 450–710 m n.p.m
Einwohner: 4342
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 59-850
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DLB
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 4342
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0210021
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Roland Marciniak
Adresse: ul. Piłsudskiego 15
59-850 Świeradów-Zdrój
Webpräsenz: www.swieradowzdroj.pl

Świeradów-Zdrój [ɕfʲɛˈraduf ˈzdruɪ̯] (deutsch Bad Flinsberg) ist eine Stadt mit 4.500 Einwohnern im südwestlichen Polen. Der Kurort am Queis im Isergebirge gehört dem Powiat Lubański in der Woiwodschaft Niederschlesien an. Er ist Mitglied der Euroregion Neiße.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Dorf am Osthang des 1.107 Meter hohen Heufuders (Stóg Izerski), des Nachbargipfels der Tafelfichte, wurde im Jahre 1337 erstmals erwähnt. Bereits 1572 erkannte der Arzt Leonhard Thurneysser die Heilwirkung einer Quelle in dem Ort. Auch der schlesische Reformator Kaspar von Schwenckfeld und der Chronist Friedrich Lucae machten auf diese Quelle im 17. Jahrhundert aufmerksam.

Nach der Veröffentlichung einer Denkschrift durch den Wigandsthaler Arzt Dr. Weist im Jahre 1738 begann der Kurbetrieb in dem schlesischen Ort am alten Dreiländereck mit Sachsen und Böhmen. 1763 wurde Flinsberg zum Kur- und Badeort.

Trinkhalle in Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg)

Im Jahre 1768 entstand das Brunnenhaus am Oberbrunnen und 1795 das erste Badehaus. 1811 wurde eine zweite Heilquelle entdeckt, welche ab 1824 auch für den Badebetrieb genutzt wurde.

Es wurden neben den Sauerquellen (kohlensäurehaltige Quellen) auch sieben Stahlquellen (eisenhaltige Quellen) genutzt, von denen mit der Heinrich-Quelle und der Julius-Quelle zwei stark Radium-haltig und somit radioaktiv waren.[2] Die Wässer wurden therapeutisch für Trinkkuren und Solbädern genutzt. So wurden in den Folgejahren weitere Badehäuser errichtet, wie das Leopoldsbad (1838), das Ludwigsbad (1879) und das Marienbad (1904).

1895 brannten große Teile der Kur- und Badeeinrichtungen ab. Ein neues repräsentatives Kurhaus wurde 1899 eingeweiht, 1934 entstand ein Radiumbad. Bei rund 3.000 Einwohnern wurden 1938 25.000 Kur- und Erholungsgäste gezählt.

1909 wurde durch die Isergebirgsbahn AG eine Eisenbahnverbindung zwischen Friedeberg und Flinsberg aufgenommen. 1945 kam Bad Flinsberg, das zum schlesischen Landkreis Löwenberg gehört hatte, zu Polen. Es erhielt den Namen Świeradów-Zdrój und im gleichen Jahr das Stadtrecht.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1786: 1.294 Einwohner
1825: 1.542
1905: 1.910
1939: 2.803
1961: 3.085
1970: 2.982
2004: 4.577
2005: 4.556

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Bergbaude Chatka Górzystów auf der Großen Iserwiese.

Die Stadtgemeinde (gmina miejska) Świeradów-Zdrój umfasst ein Gebiet von 20 km² mit 5.157 Einwohnern. Hierzu gehören die Stadt Świeradów-Zdrój und das Dorf Czerniawa-Zdrój (Bad Schwarzbach). Nach Süden dehnt sich die Gemeinde bis zur tschechischen Grenze aus, dort befindet sich auch die einsame Bergbaude Chatka Górzystów, die frühere Schule des Dorfes Groß Iser, die als einziges Gebäude dieses aufgelassenen Dorfes erhalten blieb.

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Świeradów-Zdrój – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Świeradów-Zdrój – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juli 2014.
  2. E. Krause: Die Heilquellen des Isergebirges Bote aus dem Queistale März 1961, S. 1-2