119 Tauri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stern
119 Tauri / CE Tauri
Position von 119 Tauri im Sternbild Stier
Position von 119 Tauri im Sternbild Stier
Beobachtungsdaten
ÄquinoktiumJ2000.0, Epoche: J2000.0
Sternbild Stier
Rektaszension 05h 32m 12,8s [1]
Deklination +18° 35′ 39″ [1]
Scheinbare Helligkeit 4,37 mag [1]
Typisierung
Spektralklasse M2 Iab-Ib [1]
B−V-Farbindex +2,06 [2]
U−B-Farbindex +2,21 [2]
R−I-Index +1,44 [2]
Veränderlicher Sterntyp halbregelmäßig (SRc)
Astrometrie
Radialgeschwindigkeit (+23,75 ± 0,44) km/s [1]
Parallaxe (1,82 ± 0,26) mas [3]
Entfernung [3] (1800 ± 300) Lj
(550 ± 80) pc
Visuelle Absolute Helligkeit Mvis ca. −5 mag
Eigenbewegung [1]
Rek.-Anteil: ca. 0 mas/a
Dekl.-Anteil: ca. −5 mas/a
Physikalische Eigenschaften
Masse 12 bis 15 M [4]
Radius ca. 600 R [4]
Leuchtkraft

ca. 50.000 L [4]

Oberflächentemperatur 3450 K
Metallizität [Fe/H] +0,11
(≈ 130 % der Sonne) [5]
Andere Bezeichnungen
und Katalogeinträge
Flamsteed-Bezeichnung 119 Tauri
Bonner Durchmusterung BD +18° 875
Bright-Star-Katalog HR 1845 [1]
Henry-Draper-Katalog HD 36389 [2]
Hipparcos-Katalog HIP 25945 [3]
SAO-Katalog SAO 94628 [4]
Tycho-Katalog TYC 1301-707-1[5]
Weitere Bezeichnungen CE Tauri
Aladin previewer

119 Tauri, auch bekannt als CE Tauri, ist ein etwa 2000 Lichtjahre entfernter roter Überriese der Spektralklasse M2, er ist Teil des Sternbilds Stier (Taurus).

Visuelle Erscheinung[Bearbeiten]

Aufgrund der niedrigen Oberflächentemperatur von etwa 3.400 Kelvin erscheint 119 Tauri rötlich. Mit einem auffällig hohen B−V-Farbindex von 2,06 zeigt 119 Tauri eine außergewöhnlich rötliche Färbung. Nur μ Cephei, Herschels „Granatstern“, hat als Stern, der mit dem bloßen Auge sichtbar ist, einen noch höheren Farbindex. Andere sehr rote Sterne, wie R Leporis oder La Superba (Y CVn), sind wegen ihrer veränderlichen Helligkeit nicht immer für das bloße Auge sichtbar.

Bezeichnungen[Bearbeiten]

„119 Tauri“ ist die Flamsteed-Bezeichnung des Sterns. Der britische Astronom John Flamsteed nummerierte die mit bloßem Auge sichtbaren Sterne aufsteigend nach ihrer Rektaszension, demnach ist die Rektaszension von 119 Tauri höher als die des Hauptsterns des Stiers, Aldebaran (87 Tau).

Die Bezeichnung „CE Tauri“ folgt den Regeln zur Benennung veränderlicher Sterne: Der erste Namensteil „CE“ besagt, dass 119 Tauri der 144. veränderliche Stern ist, der im Sternbild Stier entdeckt wurde; der zweite Namensteil „Tauri“ ist der Genitiv des lateinischen Namens des Sternbilds Taurus (lateinisch für 'Stier').

Position[Bearbeiten]

119 Tauri ist Teil des Stiers (lat. Taurus), eines Sternbilds der Ekliptik, das sowohl von der Nord-, als auch von der Südhalbkugel der Erde aus beobachtet werden kann. Dieses Sternbild befindet sich, von der Erde aus betrachtet, auf der dem galaktischen Zentrum abgewandten Seite, welches im Sternbild Schütze (lat. Sagittarius) liegt. Das Licht von 119 Tauri wird von ihn umgebenden, oder sich zwischen ihm und der Sonne befindlichen Staubwolken, unter anderem den Staubwolken des Taurus-Auriga-Komplexes, um 0,8 Magnituden abgeschwächt. Befände sich kein Staub zwischen der Sonne und 119 Tauri, so wäre der Überriese ein Stern nahe der Grenze zur dritten Größe und würde doppelt so hell am Himmel erscheinen, vergleichbar mit der scheinbaren Helligkeit von ε Tauri.

Entfernung[Bearbeiten]

Die vom Weltraumteleskop Hipparcos gemessene Parallaxe ergibt einen Wert von ca. 1800 Lichtjahren für die Entfernung des Sterns. Die angegebene Messunsicherheit lässt aber nur zu, den Wert bis auf einige hundert Lichtjahre zu bestimmen. Sollte die Entfernung an der oberen Grenze der Messunsicherheit liegen, so würde es sich bei 119 Tauri um einen der größten und leuchtkräftigsten Sterne der Milchstraße handeln. Falls die Untergrenze korrekt ist, dürfte es sich um einen gewöhnlichen Roten Riesen handeln.

Eigenbewegung[Bearbeiten]

119 Tauri gehört zu den Randgebieten unserer Galaxis, jenen Gebieten in denen sich viele offene Sternhaufen, wie die Plejaden, und Dunkelwolken befinden. Er weist eine sehr ähnliche Eigenbewegung, unter anderem wie der benachbarte blaue Riese 120 Tauri auf.

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Die physikalischen Werte des Überriesen sind, wie häufig bei schweren Sternen, sehr unsicher und können daher nicht eindeutig festgelegt werden.

119 Tauri ist ein Riesenstern und wird aufgrund seiner Leuchtkraft im Hertzsprung-Russell-Diagramm in die Leuchtkraftklasse I-b eingeteilt. Er gehört der Spektralklasse M an, zählt aber mit M2 zu einem früheren Untertyp und wird daher nicht zu den kühlen Überriesen wie V838 Monocerotis gezählt. Der Unterschied der verschiedenen Spektralklassen kommt durch die gegenüber der Sonne (5860 K) kühlere Oberflächentemperatur von etwa 3450 Kelvin zustande.

In seinen physikalischen Eigenschaften hat 119 Tauri einige Ähnlichkeit mit Beteigeuze. Sein Radius wird ebenfalls auf 600 Sonnenradien geschätzt, das entspricht gerundet einem Durchmesser von 835 Millionen Kilometern, beziehungsweise 5,6 AE. Stünde 119 Tauri im Zentrum des Sonnensystems, würde er über die Bahn des Planeten Mars hinausragen und mehr als 50 % von Jupiters Abstand zur Sonne ausfüllen. Die Leuchtkraft dieses Sterns wird auf das 50.000-fache der Sonne geschätzt.

Die scheinbare Helligkeit von 119 Tauri verändert sich um 0,3 mag mit einer halbregelmäßigen Periode (Typ SRc). In unser Sonnensystem übertragen würde der Stern bei seiner größten Ausdehnung noch die Umlaufbahn des Planeten Jupiter mit einschließen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e SIMBAD-Datenbank
  2. a b c Bright Star Catalogue
  3. a b Hipparcos-Katalog
  4. a b c 119 Tauri
  5. Marrese et al.: "High resolution spectroscopy over λλ 8500-8750 Å for GAIA"; in: Astronomy & Astrophysics, Vol. 406, S. 995-999

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: 119 Tauri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien