ABC (Band)

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ABC
Martin Fry and Tony Hadley 2005-02-11.jpg
Allgemeine Informationen
Genre(s) New Wave
Gründung 1980
Website abcmartinfry.com
Gründungsmitglieder
Martin Fry
Mark White (1981–1992)
Stephen Singleton (1981–1984)
Mark Lickley (1981–1982)
David Robinson (1981)
Ehemalige Mitglieder
David Palmer (1981–1982)
David Yarritu
Fiona Russell-Powell
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
The Lexicon of Love
  UK 1 xx.xx.xxxx (… Wo.)
  US 24 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Beauty Stab
  UK 12 xx.xx.xxxx (… Wo.)
  US 69 xx.xx.xxxx (… Wo.)
How to Be a Zillionaire
  UK 28 xx.xx.xxxx (… Wo.)
  US 30 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Alphabet City
  UK 7 xx.xx.xxxx (… Wo.)
  US 48 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Up
  UK 58 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Abracadabra
  UK 50 xx.xx.xxxx (… Wo.)
Skyscraping
  UK 97 xx.xx.xxxx (… Wo.)

ABC ist eine 1980 gegründete britische Pop-Band, die in den 1980er-Jahren mehrere Hits hatte.

„Die Musik von ABC kann man als Mischung aus David Bowie und Roxy Music bezeichnen, welcher die Gruppe noch die typischen 80er-Jahre-Ingredienzen hinzufügt: Synthesizer, stylisches Modebewusstsein und Hochglanzproduktion.“

SWR-3-Poplexikon[1]

Geschichte[Bearbeiten]

ABC wurde 1980 in Sheffield gegründet, nachdem Martin Fry die beiden Musiker der Band Vice Versa, Mark White und Stephen Singleton, im Rahmen eines Interviews für sein Fanzine Modern Drugs kennengelernt hatte und von diesen eingeladen wurde, als Sänger in deren Elektropop-Band mitzuarbeiten. Schon bald übernahm Fry durch seine Präsenz als Sänger und die von ihm geschriebenen Songs die künstlerische Kontrolle über die Band. Mit den Musikern Mark Lickley und David Robinson war die Besetzung komplett, wohingegen letzterer schon vor Aufnahme des ersten Albums durch den Schlagzeuger David Palmer ersetzt wurde.

Ihre erste Single Tears Are Not Enough (noch mit Robinson am Schlagzeug) erreichte 1981 eine Platzierung in den britischen Top 20, 1982 gelangen mit den Singles Poison Arrow, The Look of Love und All of My Heart drei Top-10-Chartplatzierungen innerhalb von sieben Monaten. Der insgesamt bisher größte Erfolg der Gruppe: Im selben Jahr erklimmt das von Trevor Horn produzierte Album The Lexicon of Love (u. a. mit dem Song Valentine’s Day) die Spitze der britischen Album-Charts. Ihm kommt später in dem im Jahr 2004 erschienenen Roman „Kommste, willste, kriegste“ von Martin Eichhorn eine Schlüsselrolle zu.

Doch für ABC blieben weitere Erfolge in der Dimension des Lexicon of Love aus. Vor der Veröffentlichung des zweiten Albums Beauty Stab verließ Mark Lickley die Band, an den Erfolg des Erstlingswerks konnte nicht angeschlossen werden. Lediglich die Single That Was Then But This is Now erreichte kurzzeitig eine Top-20-Platzierung. Auch die zweite Auskopplung aus dem Album S.O.S blieb weit hinter den Erfolgen der ersten Singles zurück. David Palmer verließ nach Abschluss der Studioaufnahmen die Band, um mit Ryūichi Sakamotos Techno-Band Yellow Magic Orchestra zusammenzuarbeiten. 1984 ging auch Stephen Singleton eigene Wege.

Martin Fry und Mark White arbeiteten fortan als Duo weiter, unterstützt von diversen, häufig wechselnden Studiomusikern. Für ihr 1985 veröffentlichtes Album How to Be a Zillionaire holten Fry und White aus eher optischen Gründen David Yarritu und Fiona ‘Eden’ Russell-Powell in die Band. Der erhoffte Erfolg blieb weitestgehend aus, trotz des ersten Top-10-Hits in Amerika, Be Near Me schaffte man es zuhause nicht unter die Top-20. Weitere Auskopplungen aus dem Album waren Vanity Kills, How to Be a Millionaire und Ocean Blue.

1987 erschien die Single When Smokey Sings, mit dieser Hommage an den Soul-Sänger Smokey Robinson gelang erstmals wieder ein Hit. Das Album Alphabet City wurde veröffentlicht, es wurde von Musikkritikern hoch gelobt und mit dem erfolgreichen Lexicon of Love verglichen. Die weiteren Auskopplungen The Night You Murdered Love und King Without a Crown erreichten lediglich Chartplatzierungen im Mittelfeld.

Im Jahr 1989 vollzog ABC erneut eine Veränderung in ihrem Musikstil: Mit dem Album Up beschritt ABC nun die Pop-House-Schiene. Als Singles wurden One Better World und The Real Thing veröffentlicht, ohne jedoch von der Musikwelt sonderlich wahrgenommen zu werden.

1990 beendete Neutron Records die Zusammenarbeit mit ABC und veröffentlichte das Best-of-Album Absolutely, das alle Erfolge der Band vereinte.

Mitte 1991 erschien Abracadabra auf dem Label Parlophone. ABC lieferte mit Love Conquers All und Say It zwei mäßig erfolgreiche Dancefloor-Hits ab. 1992 löste sich die Band auf, und es wurde zunächst ruhig um die beiden Musiker. Mark White hat ABC und die Musik inzwischen an den Nagel gehängt und arbeitet als Reiki-Lehrer.

Martin Fry machte wieder von sich reden, als er zusammen mit Gitarrist Keith Lowndes und Heaven-17-Sänger Glenn Gregory unter dem Namen Magic Skulls einige eher experimentelle Dance-Songs einspielte, die letztlich nicht veröffentlicht wurden.

Ab 1997 arbeitete Martin Fry im Alleingang unter dem Bandnamen ABC. Mit Unterstützung von Glenn Gregory erschien das Album Skyscraping. Mit Seven Day Weekend lieferte ABC erstmals einen Song zu einem Soundtrack, der auch auf dem Album mit enthalten ist. Als Singles erscheinen: Stranger Things, Skyscraping und Rolling Sevens.

In der kompletten ABC-Geschichte waren Live-Auftritte eher selten, daher entschloss Fry sich 1999, auf dem Independent-Label Blatant Records Aufzeichnungen der Lexicon-of-Love-Tournee unter dem Titel Lexicon of Live als CD zu veröffentlichen.

Im Jahr 2001 begannen neue Studioaufnahmen, Peace and Tranquility sollte als Single veröffentlicht werden, wurde jedoch kurz vor der Veröffentlichung ohne Nennung von Gründen wieder zurückgezogen, nur wenige Exemplare gelangten in den Verkauf. Das Stück wird zusammen mit dem neuen Lied Blame auf der weiteren Kompilation Look of Love – The Very Best Of ABC veröffentlicht.

Zusammen mit anderen Musikern aus den 1980ern ist Martin Fry auch heute noch mit den ABC-Hits auf Tournee, unter anderem mit Tony Hadley, dem Sänger der Band Spandau Ballet, zu deren gemeinsamer Tour auch eine Live-CD und eine Live-DVD veröffentlicht wurden.

Am 14. April 2008 erschien in Großbritannien wie auch auf mehreren Download-Plattformen das achte Studio-Album Traffic. Neben Martin Fry war von der Urformation der Band auch David Palmer an der Produktion der CD beteiligt.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

  • 1982: The Lexicon of Love (Neutron/Mercury)
  • 1983: Beauty Stab (Neutron/Mercury)
  • 1985: How to Be a Zillionaire (Neutron/Mercury)
  • 1987: Alphabet City (Neutron/Mercury)
  • 1989: Up (Neutron/Mercury)
  • 1991: Abracadabra (Parlophone/MCA)
  • 1997: Skyscraping (Blatant/Deconstruction)
  • 1999: Lexicon of Live (Blatant) – Live-Album
  • 2008: Traffic (Borough)

Kompilationen[Bearbeiten]

  • 1990: Absolutely (Neutron/Mercury)
  • 1987: The Suburbs Of Alphabet City (Arista)
  • 1993: The Remix Collection (Connoisseur)
  • 2000: The Look of Love – Best (1982–89, Label: Zounds, alle Titel digital remastered)
  • 2000: The Best of ABC: The Millennium Collection (Mercury)
  • 2001: Hello! An Introduction to ABC (Mercury)
  • 2001: Look of Love: The Very Best Of ABC (Mercury)
  • 2002: Poison Arrow (Spectrum)
  • 2005: Look of Love: The Very Best of ABC (Universal, Wiederveröffentlichung als Doppel-CD-Set mit DVD)

Singles und deren höchste Chart-Platzierungen[Bearbeiten]

Deutschland Großbritannien US Hot 100 US Dance
Jahr Titel Pl. Datum Wo. Pl. Datum Wo. Pl. Pl. Album
1981 Tears Are Not Enough 19 31. Okt. 1981 8 The Lexicon of Love
1982 Poison Arrow 6 20. Feb. 1982 11 25 39 The Lexicon of Love
1982 The Look of Love (Part 1) 36 16. Aug. 1982 15 4 15. Mai 1982 12 18 1 The Lexicon of Love
1982 All of My Heart 67 8. Nov. 1982 4 5  4. Sep. 1982 8 The Lexicon of Love
1983 That Was Then But This Is Now 18  5. Nov. 1983 4 89 Beauty Stab
1984 S.O.S. 39 21. Jan. 1984 5 Beauty Stab
1985 How to Be a Millionaire 45 10. Nov. 1984 4 20 4 How to Be a Zillionaire
1985 Be Near Me 26  6. Apr. 1985 4 9 1 How to Be a Zillionaire
1986 Vanity Kills 70 15. Jun. 1985 1 91 5 How to Be a Zillionaire
1986 Ocean Blue 49 16. Jan. 1986 3 How to Be a Zillionaire
1987 When Smokey Sings 52  9. Nov. 1987 7 11  6. Jul. 1987 10 5 1 Alphabet City
1987 The Night You Murdered Love 20  9. Nov. 1987 15 31  5. Sep. 1987 8 3 Alphabet City
1987 King Without a Crown 44 28. Nov. 1987 3 17 Alphabet City
1989 One Better World 51 17. Jul. 1989 12 32 27. Mai 1989 4 Up
1989 The Real Thing 68 23. Sep. 1989 1 Up
1990 The Look of Love (1990 Mix) 31 21. Mai 1990 10 68 14. Apr. 1990 1 The Look of Love (CD Single)
1991 Love Conquers All 36 29. Jul. 1991 10 47 27. Jul. 1991 2 Abracadabra
1992 Say It 52 42 11. Jan. 1992 3 3 Abracadabra
1997 Skyscraping Skyscraping
1997 Stranger Things 57 22. Mrz. 1997 1 Skyscraping
1997 Rolling Sevens Skyscraping
2001 Peace and Tranquility Look of Love: The Very Best of ABC
2008 The Very First Time Traffic

Videografie[Bearbeiten]

  • 1982: Mantrap (Mercury)
  • 1990: Absolutely ABC (Mercury)
  • 2004: Absolutely DVD (Universal)
  • 2005: Tony Hadley vs Martin Fry & ABC (Blueprint)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. SWR-3-Poplexikon: ABC (Version vom 5. Oktober 2007 im Internet Archive)