Arnold Böcklin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zur gleichnamigen Schriftart siehe Arnold Böcklin (Schriftart).
Selbstportrait (1873)
Böcklin 1847, gemalt von Rudolf Koller
Die Schriftart Arnold Böcklin, Schriftgießerei Otto Weisert, 1904

Arnold Böcklin (* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole, Provinz Florenz) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa.

Leben[Bearbeiten]

Böcklin war der Sohn eines Kaufmanns. Er erhielt in Basel Zeichenunterricht und studierte von 1845 bis 1847 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Johann Wilhelm Schirmer, Theodor Hildebrandt und Rudolf Wiegmann. 1847 unternahm er mit Rudolf Koller eine Studienreise nach Belgien, wo ihn die Arbeiten von Peter Paul Rubens stark beeindruckten. Weitere Reisen führten in die Schweiz und in die Niederlande. 1848 ging er nach Paris und tätigte Studien im Louvre. Es folgte eine Tätigkeit im Atelier von Johann Gottfried Steffan. Bis 1850 arbeitete er in Basel, wo er seine ersten charakteristischen Landschaftsbilder malte.

Von 1850 bis 1857 arbeitete er mit Unterbrechungen in Rom, wo er sich mit den Alten Meistern auseinandersetzte. Während seines dortigen siebenjährigen Aufenthaltes stand er unter starkem Einfluss von Gaspard Dughet und Franz-Dreber. 1853 heiratete Böcklin Angela Pascucci, das Modell vieler seiner Gemälde und siedelte 1857 nach Basel über.

1858 erhielt er – nach Empfehlung durch Anselm Feuerbach – vom hannoverschen Konsul in Palermo Karl Wedekind den Auftrag, in dessen Villa in Hannover den Speisesaal auszumalen. Durch das Bild Pan im Schilf wurde er im März 1859 weithin bekannt. Von 1860 bis 1862 lehrte er, gefördert von Graf Adolf Friedrich von Schack, als Professor an der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. Die Jagd der Diana war 1862 seine erste grosse Auftragsarbeit.

Im selben Jahr zurückgekehrt nach Italien besuchte er Neapel und Pompei. In dieser Zeit vollendete er seinen unverkennbaren Stil mit den deutlichen Konturen und der intensiven Leuchtkraft seiner Farben, durch die er in seinen Gemälden eine Welt von mythologischen Fabelwesen veranschaulichte. 1871 bis 1874 hielt er sich in München auf, wo er 1872 das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod malte. Vom Herbst 1874 bis April 1885 lebte er in Florenz, meist im Atelierhaus von Wladimir von Swertschkoff. Hier entstanden fünf Fassungen des Bildes Die Toteninsel.

1885 bis 1892 wohnte er in Hottingen bei Zürich, wo er sich an der heutigen Böcklinstrasse vom Zürcher Architekturprofessor Georg Lasius ein Ateliergebäude errichten liess. Nach einem Schlaganfall 1892 liess er sich bei Florenz nieder und bezog später sein Anwesen in Fiesole. Dort starb er und wurde am 18. Januar 1901 auf dem protestantischen Friedhof Camposanto degli Allori bei Florenz begraben. August Bösch führte sein Atelier in Zürich weiter.

Werke[Bearbeiten]

Neben Ferdinand Hodler, Max Klinger und Lovis Corinth ist Böcklin einer der Hauptvertreter des deutschen Symbolismus, der mit der dominierenden akademischen Malerei und dem vorherrschenden Naturalismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brach. Böcklin gehörte auch zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das „Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern“ der Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck für Entwurfsaufträge vorschlug.[1] Surrealisten wie Giorgio de Chirico, Salvador Dalí und Max Ernst sahen in Böcklin einen ihrer Vorläufer und würdigten ihn als „genialen und ironischen Künstler“.

Zu den bedeutendsten Werken des Künstlers zählen die fünf Varianten der Villa am Meer, das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (1872) und die fünf Varianten der Toteninsel (1880–1886).

Bekannt wurde der Name Böcklins auch durch die nach seinem Tod von Otto Weisert geschaffene und nach ihm benannte Schriftart im Jugendstil.

Weitere Bilder[Bearbeiten]

Im Jahr 1896 schuf Böcklin das Bild Der Krieg, welches heute in der Galerie Neue Meister in Dresden ausgestellt wird.

Nachwirken in der Musik[Bearbeiten]

Max Reger schuf 1912–1913 seine Vier Tondichtungen nach Arnold Böcklin op. 128, in denen er vier Gemälde Böcklins musikalisch umsetzte:

  1. Der geigende Eremit
  2. Im Spiel der Wellen
  3. Die Toteninsel
  4. Bacchanal

Außer Reger ließen sich auch andere Komponisten der Spätromantik wie Sergei Rachmaninow (Die Toteninsel, op. 29) von Gemälden Böcklins zu Tondichtungen inspirieren. Auch der vierte Satz der 2. Sinfonie op. 115 (1900), gen. Böcklin Symphony von Hans Huber, ist eine Umsetzung Böcklin’scher Gemälde in Musik.

Zitate[Bearbeiten]

„Die Porträtkunst ist die elendste Gattung der Malerei, weil bei ihr der Künstler am meisten gebunden ist.“

Arnold Böcklin: Waetzold 19. Jahrhundert

Ehrungen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder. Reimer-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01220-X

Literatur[Bearbeiten]

  • Carl Brun: Schweizerisches Künstler-Lexikon. 1. Band A–G, Huber & Co, Frauenfeld 1905, S. 162–167 (Digitalisat)
  • Luigi Carluccio: The Sacred and Profane in Symbolist art. Katalog zur Ausstellung vom 1. November bis 26. November 1969. Art Gallery of Ontario, Toronto 1969
  • Ulrich Christoffel: Böcklin, Arnold. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 2, Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 373 (Digitalisat).
  • Hanns Floerke: Böcklin und das Wesen der Kunst. Georg Müller, München 1927.
  • Bernd Wolfgang Lindemann, Katharina Schmidt (Redaktion): Arnold Böcklin. Anlässlich der Ausstellung „Arnold Böcklin – eine Retrospektive“ in Basel, Paris und München 2001–2002. Hrsg. von der Öffentlichen Kunstsammlung Basel/Kunstmuseum und den Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Neue Pinakothek München. Edition Braus, Heidelberg 2001, ISBN 3-926318-97-X
  • Julius Meier-Graefe: Der Fall Böcklin und die Lehre von den Einheiten. Hoffmann, Stuttgart 1905 (Digitalisat)
  • Fritz von Ostini: Böcklin. (= Künstler-Monographien, hrsg. v. H. Knackfuß; Band LXX). Verlag von Velhagen & Klasing, Bielefeld und Leipzig 1907.
  • Ewald Rathke: Arnold Böcklin. Ausstellungskatalog: Frankfurter Kunstverein, Frankfurt am Main 1964
  • Adrian Scherrer (Hrsg.): Grüner Heinrich. Lebensläufe zwischen Scheitern und Erfolg. Johann Gottfried Steffan und die Schweizer Maler in München 1840 bis 1890. Gut, Stäfa 2005, ISBN 3-85717-163-4
  • Franz Zelger: Böcklin, Arnold im Historischen Lexikon der Schweiz

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnold Böcklin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Arnold Böcklin – Quellen und Volltexte