Ada Kaleh

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Die Insel Ada Kaleh
Der Basar von Ada Kaleh
Reste der Ada Kaleh im August 1970
Ansichtskarte der Insel Ada Kaleh

Ada Kaleh, zeitweilig auch Caroline-Insel oder Neu-Orschowa genannt, war eine Insel in der Donau, die ab 1968 wegen des Baus des rumänisch-jugoslawischen Kraftwerk Eisernes Tor 1 allmählich überflutet wurde und 1971 ganz in der Donau versank. Sie lag auf Höhe der rumänischen Stadt Orșova und der serbischen Ortschaft Tekija.

Ada Kaleh war bis 1912 eine übriggebliebene türkische Exklave. Auf der etwa 1,7 km langen und 0,5 km breiten Insel befanden sich eine Festung und eine kleine Ortschaft mit einer Moschee, einem Basar, einer kleinen orthodoxen Kirche, mehreren Kaffeehäusern und einem Gouverneurspalais. Die zuletzt 600 (nach anderen Quellen 1000) überwiegend türkischen Bewohner lebten vornehmlich von der Fischerei und von der Produktion von Süß- und Tabakwaren. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich ein lebhafter Tourismus. Ada Kaleh diente den Bewohnern der umliegenden Regionen als romantisches Ausflugsziel und, dank einer Steuerbefreiung, als beliebte Einkaufsmöglichkeit für türkische Delikatessen, Schmuck und Tabakwaren. Berühmt war Ada Kaleh auch für seine Rosenzucht und die daraus gewonnenen Produkte (Rosenöl und Parfüm).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Im Konflikt Österreichs mit dem Osmanischen Reich erlangte die Insel wegen ihrer exponierten Lage eine gewisse strategische Bedeutung. Die österreichische Armee erbaute 1689 dort eine Festung als Bollwerk gegen das Osmanische Reich und nannte die Insel fortan Neu-Orschowa. In den folgenden Jahrzehnten wechselte Ada Kaleh mehrmals zwischen Österreich und dem türkischen Reich hin und her, verblieb nach dem Frieden von Belgrad von 1739 schließlich dauerhaft bei den Osmanen, nur unterbrochen durch eine zwischenzeitliche österreichische Besetzung von 1789 bis 1791. Die Insel wurde 1877 von Österreich-Ungarn besetzt, doch auf dem Berliner Kongress wurde sie vergessen, so dass es in den Folgejahren besetzt blieb. Nach dem Zerfall der Donaumonarchie entschlossen sich die Inselbewohner 1923 zum Anschluss an Rumänien. Die Bevölkerung blieb aber überwiegend türkisch. Mit der Vollendung des Wasserkraftwerks am Eisernen Tor ging Ada Kaleh 1971 unter. Der Versuch einer Rettung der Inselkultur durch Umsiedlung der Bevölkerung und Versetzung der historisch wertvollsten Gebäude auf die weiter flussabwärts gelegene rumänische Insel Șimian scheiterte. Die Einwohner von Ada Kaleh zogen es vor, in andere Teile Rumäniens, z. B. in die Dobrudscha, oder in die Türkei zu ziehen. Vor der Überflutung von Ada Kaleh wurde die Insel durch Abholzung und Sprengung der Bauten eingeebnet.

[Bearbeiten] Zitate

In „Das tausendjährige Ungarn und die Milleniumsausstellung“ von 1896 heißt es:

Einen romantischen Überrest der einstigen Türkenherrschaft an der unteren Donau bildet diese, an der ungarisch-rumänisch-serbischen Grenze, unmittelbar unterhalb Orsova gelegene kleine Donau-Insel, deren geringzahlige, ausschließlich türkische Bewohner zwar noch Unterthanen des Sultans sind, das Inselterritorium selbst steht jedoch auf Grund eines Beschlusses des Berliner Congresses bis zur endgiltigen Regelung der politischen Lage desselben, jetzt noch interimistisch unter der militärischen Oberherrschaft der österr.-ungarischen Monarchie. Auf der Insel befindet sich eine, in früheren Zeiten für uneinnehmbar gehaltene, jetzt jedoch schon dem Verfall preisgegebene Festung.

[Bearbeiten] Literatur

  • Egon Erwin Kisch: Auf der Wacht gegen die Serben. Ada Kaleh und der Krieg. In: Mein Leben für die Zeitung 1906–1925. Journalistische Texte I. (= Gesammelte Werke in Einzelausgaben 9), Berlin 1993, ISBN 3-351-02169-0, S. 191–194.

[Bearbeiten] Weblinks

44.71611111111122.455555555556Koordinaten: 44° 42′ 58″ N, 22° 27′ 20″ O

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