Adolf Schmal

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Adolf Schmal, Olympiasieger 1896

Adolf Schmal (* 18. September 1872 in Dortmund; † 28. August 1919 in Salzburg) war ein erfolgreicher österreichischer Fecht- und Radsportler. Er ist bis heute (2014) der einzige österreichische Olympiasieger im Radsport.

Bekannt war Adolf Schmal vor allem als Säbelfechter. Im Olympischen Fechtturnier 1896 lag er bereits mit zwei Siegen in Führung, als der griechische König ins Stadion kam. Um diesem die Beobachtung des gesamten Turniers zu ermöglichen, wurden alle Wettkämpfe annulliert und neu ausgetragen. In diesem zweiten Durchgang verlor Schmal die beiden Kämpfe und wurde letztlich nur Vierter.

In den folgenden Tagen konnte er dann in den Radwettbewerben zurückschlagen. Dort sicherte er sich zunächst im Velodrom Neo Faliro an einem Tag zwei dritte Plätze im Sprint über 333 und über 10.000 Meter. Zwei Tage später folgte der Sieg im 12-Stunden-Rennen; dabei legte er 314,997 km zurück. In seinen Erinnerungen Wie ich einen olympischen Lorbeer verlor – und einen gewann beschrieb er den Verlauf des eher eintönigen Rennens, das mit Schrittmacher durchgeführt wurde. Danach nutzte er die frühen Morgenstunden und die wachsende Unlust seiner Konkurrenten, um eine Runde Vorsprung herauszufahren, die er bis ins Ziel verteidigen konnte. Nachdem sich nur noch Schmal und Keeping Hoffnung auf einen Sieg machten konnten, einigten sich beide auf eine Pause.[1]

Nach Beendigung seiner sportlichen Laufbahn wandte sich Schmal dem Automobilismus zu, und wurde unter dem Pseudonym „Filius“, später Schmal-Filius, einer der bekanntesten österreichischen Motorjournalisten um die Jahrhundertwende. Er fungierte als Herausgeber der Illustrierten Allgemeinen Radfahrerzeitung,[1] gründete mit Felix Sterne die 1900 bis 1919 bestehende Allgemeine Automobil-Zeitung und publizierte frühe Autoreiseführer und technische Ratgeber. Schmal-Filius starb überraschend an einem Herzschlag im Salzburger Bahnhof.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Volker Kluge: Olympische Sommerspiele – Die Chronik I. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00715-6, S. 39
  2. Samsinger, a.a.O., S. 108

Werke[Bearbeiten]

  • Ohne Chauffeur. Ein Handbuch. 1904
  • Die Kunst des Fahrens
  • Eine Automobil-Reise durch Bosnien, die Hercegovina und Dalmatien. Herausgegeben und kommentiert von Elmar Samsinger, Wien: Löcker Verlag 2012 (Reprint der Originalausgabe von 1908) ISBN 978-3-85409-596-5

Weblinks[Bearbeiten]