Ajahn Mun Bhuridatta

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Ajahn Mun Bhuridatta (Thai: หลวงปู่มั่น ภูริทัตโต, RTGS: Luang-Pu Man Phuri-That-To, Aussprache: [lŭaŋ-pùː mân pʰuː-rí-tʰát-toː]; * 20. Januar 1870 in Ubon Ratchathani, Thailand; † 10. November 1949 ebenda) war ein theravada-buddhistischer Mönch, der zusammen mit seinem Lehrer Ajahn Sao Kantasilo Mahathera als Gründer der thailändischen Waldtradition gilt, die sich in Thailand und später auch in westlichen Länder ausbreitete.

Leben[Bearbeiten]

Frühe Jahre als Novize und Mönch (1870-1901)[Bearbeiten]

Ajahn Mun wird am Donnerstag, dem 20. Januar 1870 in einem Bauern-Dorf namens Ban Kham Bong, Khong Chiam in der heutigen thailändischen Provinz Ubon Ratchathani, als ältestes von neun Kindern geboren. Ajahn Mun ordiniert mit 15 Jahren als Novize (Samanera), entrobt aber mit 17 (im Jahr 1888) wieder, um seinen Eltern zu helfen. Im Alter von 23 Jahren, am 12. Juni 1893 erhält er die Bhikkhu-Ordination. Dabei erhält er den Ordinationsnamen „Bhuridatta“ („Gesegnet mit Weisheit“).

Nach seiner Ordination lernt Ajahn Mun von 1893 bis ca. 1901 unter Ajahn Sao im Kloster Wat Liap in Ubon Dhamma, Vinaya und Meditation mit dem er außerhalb der Regenzeitklausuren in abgelegenen Wäldern entlang des Mekong praktiziert.

Alleine auf Thudong und Bangkok (1901-1911)[Bearbeiten]

Die Zeit zwischen etwa 1901 und 1911 verbringt Ajahn Mun meist alleine auf Thudong-Wanderung (Thai: Dhutanga) in abgelegenen Gebieten Nord-Ost Thailands, Burmas und Laos. 1912 kehrt er nach Bangkok zurück, wo er einige Regenzeiten im heutigen Wat Pathum Wanaram bei seinem Jugendfreund Than Cao Khun Upali, einem ranghohen Mönchsgelehrten und Meditierenden, verbringt um Pali und Suttas zu studieren.

Zentralthailand und Isan (1911-1929)[Bearbeiten]

Danach reist Ajahn Mun nach Lop Buri in Zentralthailand um dort in verschiedenen Höhlen wie der Phaikwang Höhle, der Singho Höhle und in der Region des Berges Khao Phra Ngam intensiv Meditation zu praktizieren. 1913 verbringt er in der Sarika Höhle im heutigen Nationalpark Khao Yai, wo er einen wesentlichen Durchbruch seiner Praxis erzielt und nach Angabe der von seinem Schüler Ajahn Maha Bua geschriebenen Biographie die fünf niederen Daseinfesseln abwirft und Nichtwiederkehrer (Anagami) wird. Heute befindet sich bei der Höhle ein Kapellen-Schrein der als Pilgerort besucht wird. Sein schriftliches Hauptwerk, Khandavimuttisamangidhamma, verfasst er anschließend in Bangkok, wohin er danach zurückkehrt.

In der Zeit zwischen 1915 und 1929 hält sich Ajahn Mun wieder in Nordostthailand, dem so genannten Isan, entweder in improvisierten „Waldklöstern“ oder auf Wanderschaft auf. In dieser Zeit hat er auch zunehmend Laienschüler und 70 Mönche die sich ihm anschließen um mit ihm zu praktizieren, darunter auch Ajahn Dun Atulo, ein bekannter Ajahn der thailändischen Waldtradition, der nach seinem Tod 1983 eine königlich-staatliche Kremierung erhielt.

Nordthailand (1929-1940)[Bearbeiten]

1929 wird Ajahn Mun zum Abt von Wat Chedi Luang in Chiang Mai ernannt. Da er merkt dass seine Lehrtätigkeit und sein Amt seiner weiteren Verwirklichung hinderlich ist verlässt er das Kloster um in Abgeschiedenheit praktizieren zu können und hält sich wieder in abgelegenen Wäldern und in den Bergen auf. Nach Ajahn Maha Buas Biographie gelingt es ihm in dieser Zeit die fünf höheren Daseinfesseln zu vernichten und ein Arahat zu werden.

Zurück nach Isan (1940-1949)[Bearbeiten]

1940 kehrt Ajahn Mun auf drängen des erw. Dhammacedi im Alter von 70 Jahren in den Isan nach Udon Thani zurück, wo er im Kloster Wat Boghisamphon lebt und die darauf folgende Regenzeit im Kloster Wat Non Niwet verbringt. Danach besucht er die Region um das Dorf Ban Nong Nam Khem, der Region in der er aufgewachsen ist. Trotz seines hohen Alters ist er nach wie vor in der Lage für sich selbst zu sorgen und in der Wildnis zu leben. Ab 1944 lebt er 5 Jahre lang im Waldkloster bei Ban Nong Phue, was damit die längste Zeit der Sesshaftigkeit seines Mönchsleben darstellt. 1946 teilt er seinen Schülern, darunter Ajahn Maha Bua und Ajahn La Khemapatto mit, dass er nur noch drei Jahre leben wird.

Im März 1949 erkrankt Ajahn Mun an einer Lungentuberkulose, daher lässt er sich nach der Regenklausurzeit in die Stadt Sakhon Nakhon bringen um das kleine Dorf Nong Phü nicht mit der Ausrichtung seiner Verbrennungsfeierlichkeiten zu überlasten. Dort wird er in das Kloster Wat Suddhavasa gebracht wo er am 10. November 1949 seinen Körper ablegt. Mehr als 1000 Mönche und Novizen und Zehntausende Laienanhänger nehmen an der Kremation teil. Die Knochenreste bringen nach einigen Jahren kristallene Reliquien (Sarira) hervor.

Posthume Würdigung[Bearbeiten]

Viharn für Ajahn Mun

Trotz allem wurde Ajahn Mun erst posthum zur Ikone des thailändischen Mönchstradition. Mit wenigen Ausnahmen war er Vertretern der arrivierten Thammayut-Hierarchie als „vagabundierender“ Waldmönch eher suspekt und erst ab Mitte der 1960er Jahre mit der Anerkennung von Meistern der thailändischen Waldtradition durch den thailändischen König wurde Ajahn Mun zum Aushängeschild. Im Wat Chedi Luang wurde ihm ein kleiner Viharn mit einer Wachsfigur gewidmet.

Wirken[Bearbeiten]

Mit seiner abgeschiedenen, entschlossenen und strengen Praxis war Ajahn Mun ein herausragendes Vorbild für das monastische Leben, der sich strikt an die Vinaya hielt und alle 13 Duthanga-Übungen befolgte, viele wie zum Beispiel das Essen ausschließlich aus der Almosenschale, Beschränkung auf eine Mahlzeit pro Tag und das Leben im Wald ein Leben lang. Dadurch inspirierte er viele Mönche die seine Schüler wurden, von denen Ajahn Chah und Ajahn Maha Bua die im Westen bekanntesten sind und die in Thailand zu den hochverehrtesten Mönchen zählen. Als Gründer der thailändischen Waldtradition übte er wesentlichen Einfluss auf den Buddhismus in Thailand aus und durch Ajahn Chah, der viele Westler als Schüler hatte, auch auf die Verbreitung des Theravada-Buddhismus, die Gründung von Klöstern und die Etablierung des (Theravada-) Mönchs-Ordens im Westen.

Bekannte Schüler[Bearbeiten]

  • Ajahn Chah Subbhado
  • Ajahn Chob Thanasamo
  • Ajahn Dun Atulo
  • Ajahn Khao Analayo
  • Ajahn Kinari Candiyo
  • Ajahn La Khemapatto
  • Ajahn Li Dhammadharo
  • Ajahn Maha Bua
  • Ajahn Waen Succinno

Literatur[Bearbeiten]