Albulatal

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Albulatal nach Osten. Links die Strasse nach Lenzerheide, in der Mitte Surava

Das Albulatal (rätoromanisch Val d’Alvra) ist ein von der Albula durchflossenes, 20 Kilometer langes Tal in Mittelbünden. Es gehört zur Kultur- und Sprachregion Surmeir.

Geographie[Bearbeiten]

Das Albulatal erstreckt sich vom Albulapass bis zur Schinschlucht. In der oberen Talstufe über dem Bergünerstein auf 1400 Meter liegt das Dorf Bergün/Bravuogn mit den Fraktionen Latsch und Stugl. Unterhalb des Bergünersteins, im Talboden auf 900 bis 1050 Meter, liegen von Ost nach West die Ortschaften Filisur, Alvaneu-Bad (gehört zur Gemeinde Alvaneu), Surava, Tiefencastel und Alvaschein. Auf der Sonnenterrasse auf der rechten Talseite auf 1100 Meter bis 1400 Meter liegen die Ortschaften Schmitten, Alvaneu, Brienz/Brinzauls mit der Fraktion Vazerol, Lantsch/Lenz und die Fraktionen der Gemeinde Vaz/Obervaz: Lain, Muldain und Zorten, auf der linken Talseite die Ortschaften Mon, Stierva, Solis (gehört zur Gemeinde Vaz/Obervaz) und Mutten. Nördlich von Lantsch/Lenz erstreckt sich die Hochebene der Lenzerheide. Bis zur Wasserscheide zwischen Valbella und Parpan gehört die Lenzerheide ebenfalls zum Albulatal. Höchster Punkt ist der Piz Kesch mit 3418 Meter, tiefster Punkt in der Schinschlucht auf ca. 745 Meter.

Bevölkerung und Sprache[Bearbeiten]

Das Albulatal zählte am 31. Dezember 2009 5743 Einwohner. Ursprüngliche Sprache war das Rätoromanische in den Dialekten Surmiran und Bargunsegner. Nur die zwei Walserdörfer Schmitten und Mutten waren seit jeher deutschsprachig. Die deutsche Sprache gewann in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung und ist heute in der Mehrheit. Weitaus am meisten Einwohner hat die Gemeinde Vaz/Obervaz (mit Lenzerheide). Es folgen Lantsch/Lenz und Bergün.

Politische Einteilung[Bearbeiten]

Bergün im oberen Albulatal

Politisch ist das Albulatal in den drei Kreisen Alvaschein, Belfort und Bergün organisiert. Das Albulatal gehört zum Bezirk Albula. Die Gemeinden sind Alvaschein, Alvaneu, Bergün/Bravuogn, Brienz/Brinzauls, Filisur, Lantsch/Lenz, Mon, Mutten, Schmitten, Stierva, Surava, Tiefencastel und Vaz/Obervaz. Bemühungen die Gemeinden (in verschiedenen Variationen) zu fusionieren sind bisher bereits in der Anfangsphase gescheitert

Tourismus[Bearbeiten]

Der Fremdenverkehr ist der wichtigste Wirtschaftszweig im Albulatal. Er konzentriert sich hauptsächlich auf der Lenzerheide und auf Bergün. In Bergün wird im Winter der für den Autoverkehr gesperrte Albulapass zwischen Preda und Bergün als Schlittelpiste benutzt, welche mit 7 Kilometer zu einer der längsten in Europa gehört. Beinahe das ganze Albulatal (mit Ausnahme der Gemeinden Vaz/Obervaz und Mutten) gehört zum Naturpark Parc Ela.

Wirtschaft[Bearbeiten]

2002 erhielt das Albulatal das Label zur Energiestadt-Region.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Strecke der Albulabahn zählt seit 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders bekannt ist das Landwasserviadukt. Es überspannt die Landwasser kurz bevor sie in die Albula mündet, und obwohl es Landwasserviadukt heisst, liegt es im Albulatal und nicht im Landwassertal. Ebenfalls eindrücklich sind die Brücken bei Solis. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Ruine Belfort, die alten Kirchen von Mistail und Lantsch/Lenz. Die Architektur der Dörfer des oberen Albulatales (Filisur, Bergün, Stuls und Latsch) ist bereits vom Engadiner Baustil geprägt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.brienz-brinzauls.ch/index.php?energiestadt-albulatal

46.6445019.728458Koordinaten: 46° 38′ 40″ N, 9° 43′ 42″ O; CH1903: 775285 / 168475