Mutten GR

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Muttenf zu vermeiden.
Mutten
Wappen von Mutten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Albulaw
Kreis: Alvaschein
BFS-Nr.: 3503i1f3f4
Postleitzahl: 7431
Koordinaten: 757697 / 17193546.689.4999951395Koordinaten: 46° 40′ 48″ N, 9° 30′ 0″ O; CH1903: 757697 / 171935
Höhe: 1'395 m ü. M.
Fläche: 9.96 km²
Einwohner: 75 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.mutten.ch
Mutten

Mutten

Karte
Igl Lai Lago di Lei Lai da Marmorera Lago di Montespluga Silsersee St. Moritzersee Sufnersee Italien Hinterrhein (Bezirk) Imboden (Bezirk) Maloja (Bezirk) Inn (Bezirk) Plessur (Bezirk) Bezirk Prättigau-Davos Surselva (Bezirk) Alvaneu Alvaschein Bergün/Bravuogn Bivio Brienz/Brinzauls Cunter Filisur Lantsch/Lenz Marmorera Mon GR Mulegns Mutten GR Riom-Parsonz Riom-Parsonz Salouf Savognin Schmitten GR Stierva Sur GR Surava Tiefencastel Tinizong-Rona Vaz/ObervazKarte von Mutten
Über dieses Bild
w

Mutten (in der romanischen Nachbarschaft rätoromanisch Mut) ist eine politische Gemeinde im Kreis Alvaschein im Bezirk Albula des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Gold (Gelb) und Rot, belegt mit zwei Holzhäusern

Die beiden Häuser stehen für die Walsersiedlungen Ober- und Untermutten.

Geographie[Bearbeiten]

Mutten Dorf

Mutten liegt am Nordabhang des Muttnerhorns und östlich der Muttner Höhi zwischen dem Hinterrhein und der Albula. Es handelt sich um eine Siedlung der Walser inmitten von bündnerromanischen Gemeinden. Es ist denkbar, dass die Siedlung im 14. Jahrhundert von den Freiherren von Vaz angelegt worden ist, um den schmalen Passstreifen zwischen deren Besitzungen im Schams und im Albulatal zu sichern.

Das Dorf weist nicht den für Walsersiedlungen typischen Streucharakter auf[2], sondern besteht aus dem Dorf (Untermutten, 1450 m) und den Ortsteilen Stafel (1761 m) und Obermutten (1863 m). Vom gesamten Gemeindegebiet von 991 ha sind 600 ha von Wald und Gehölz bedeckt. Ferner sind 292 ha landwirtschaftlich nutzbar, wenn auch zum Grossteil nur als Maiensässen. Weitere 87 ha sind unproduktive Fläche (meist Gebirge) und 12 ha Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten]

Da die Bevölkerung aus Walsern besteht, ist die Gemeinde im Gegensatz zum Umland seit jeher deutschsprachig. Dies belegt auch folgende Tabelle:

Sprachen in Mutten
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 81 97,59 % 80 98,77 % 79 98,75 %
Rätoromanisch 2 2,41 % 1 1,23 % 1 1,25 %
Einwohner 83 100 % 81 100 % 80 100 %

Religion, Herkunft und Nationalität[Bearbeiten]

Mutten trat 1582 zur Reformation über und ist die einzige reformierte Gemeinde im unteren Albulatal.

Von den Ende 2004 87 Bewohnern waren 86 Schweizer Staatsangehörige. 2005 stellte der erste Wirtschaftssektor 83% der Arbeitsplätze.

Vereine[Bearbeiten]

Die sieben Vereine der Gemeinde Mutten bereichern das kulturelle und sportliche Angebot. Es gibt einen Skiclub, den Schützen-, Walser-, Samariter- und Frauenverein, die IG Mutten sowie ein Pur-Natur-Produkte-Verein.[2]

Verkehr[Bearbeiten]

Alte und neue Muttnerstrasse

Die 1869 eröffnete Strasse führte von Calabria in der Schinschlucht über 21 Wendekehren nach Mutten. Seit 1903 ermöglichte die Albulalinie der Rhätischen Bahn mit der in der Schinschlucht gelegenen Station Solis einen bescheidenen Tourismus. Seit 2006 führt eine neuerstellte 6,4 Kilometer lange einspurige Strasse vom neuen Abzweigpunkt an der Schynstrasse in Solis über Obersolis nach Mutten. Sie ersetzte die alte, unterhaltsaufwendige Naturstrasse, die noch aus der Zeit der Fuhrwerke stammte. Hauptbestandteil der neuen Verbindung ist ein 1312 Meter langer Tunnel, der das Muttnertobel gefahrenlos unterquert.[3] Die Strasse wird von der Postauto­linie 90.521 Thusis–Solis–Mutten–Obermutten benutzt.[4]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Obermutten mit Holzkirche

Unter Denkmalschutz stehen die reformierte Dorfkirche und die Holzkirche in Obermutten, die beide auch Etappenorte des Walserwegs Graubünden sind.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mutten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Gemeinde Mutten GR / Gesamtmelioration. Projekt-Nummer 1265. Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, abgerufen am 23. August 2014 (PDF-Datei, 225 KB).
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDank neuer Strasse neue Chancen für Mutten. Tiefbauamt Graubünden, Oktober 2006, abgerufen am 23. August 2014 (PDF-Datei (558 KB)).
  4. Jonas Schaufelberger: postautohalter.ch.vu. Die Webseite über die Schweizer Postauto-Unternehmer. Abgerufen am 23. August 2014.