Alexandre Trauner

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Alexandre Trauner (sitzend) mit den Brüdern Prévert im Film Mon frère Jacques (1961)

Alexandre Trauner (* 3. August 1906 in Budapest; † 5. Dezember 1993 in Omonville-la-Petite, Frankreich) war einer der bedeutendsten Szenenbildner des europäischen, später auch des amerikanischen Films.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Nach dem Studium der Malerei an der Ungarischen Akademie der bildenden Künste in Budapest zog er 1929 nach Paris, wo er Assistent des Szenenbildners Lazare Meerson wurde (À nous la liberté, Unter den Dächern von Paris von René Clair, La Kermesse héroïque von Jacques Feyder).

1937 wurde er Chefszenenbildner und arbeitete mit vielen bedeutenden Regisseuren zusammen. Sein Szenenbild wurde richtungweisend für den Poetischen Realismus. So schuf er die Dekorationen für die Filme von Marcel Carné (Drôle de drame, Hafen im Nebel, Hôtel du Nord, Der Tag bricht an, Kinder des Olymp). Trauner, seiner Herkunft nach ungarischer Jude, überlebte die deutsche Besetzung mit Hilfe seines Freundes, des Dichters Jacques Prévert, in einem Versteck in den Alpes-Maritimes bei Tourrettes-sur-Loup.

Nach dem Krieg setzte er seine Karriere fort mit Szenenbildern für Marcel Carné und für Yves Allégret, aber auch für Orson Welles, Joseph Losey und John Huston. Das Privatleben des Sherlock Holmes von Billy Wilder und Subway von Luc Besson wurden von ihm gestaltet.

Für Les Routes du Sud von Joseph Losey diente sein Haus in Omonville-la-Petite auf der Halbinsel Cotentin als Dekor.

Trauner erhielt 1960 den Oscar für das beste Szenenbild (Kategorie schwarzweiß) für Das Appartement von Billy Wilder.

Aufgrund der Freundschaft zum ungarischen Produzenten André Libik übernahm Trauner 1982 die künstlerische Leitung für dessen Fernsehfilm Der Fall Sylvester Matuska. Aus selbigem Grund wirkte auch der Schauspieler Armin Mueller-Stahl mit. Alexandre Trauners letzte Mitarbeit galt dem Film The Rainbow-Thief von Alejandro Jodorowsky 1990.

Er ist bestattet auf dem kleinen Friedhof von Omonville-la-Petite (Manche) an der Seite seines Freundes Jacques Prévert.

Zitat[Bearbeiten]

Wenn es nach mir ginge, würde er keinen einzigen Film mehr gestalten. Die Zeit ist reif, dass er unterrichtet. Es wäre nicht fair, wenn ein so einzigartig gesegneter Mann sein Talent, Wissen und Können nicht mit künftigen Generationen von Filmemachern teilte. Sollte er es je tun, ich würde mich als erster einschreiben. Ich möchte Hörer des Meisters sein. Billy Wilder über Alexandre Trauner

Literatur[Bearbeiten]

  • Kay Weniger: Zwischen Bühne und Baracke. Lexikon der verfolgten Theater-, Film- und Musikkünstler 1933 bis 1945. Metropol, Berlin 2008, ISBN 978-3-938690-10-9, S. 345ff

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Alexandre Trauner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien