Der Tag bricht an

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Filmdaten
Deutscher Titel: Der Tag bricht an
Originaltitel: Le jour se lève
Produktionsland: Frankreich
Erscheinungsjahr: 1939
Länge: 86 Minuten
Originalsprache: Französisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Marcel Carné
Drehbuch: Jacques Viot, Jacques Prévert
Produktion: Sigma Production, Vauban Production
Musik: Maurice Jaubert
Kamera: Curt Courant, André Bac, Philippe Agostini, Albert Viguier
Schnitt: René Le Hénaff
Besetzung

Der Tag bricht an (französisch: Le jour se lève) ist ein Film von Marcel Carné aus dem Jahr 1939. Er ist eins der bedeutendsten Beispiele für den Poetischen Realismus des französischen Films in den 1930er Jahren.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der mit einer Schusswaffe bewaffnete Arbeiter François hat sich in seinem Zimmer im obersten Stock eines düster allein stehenden Mietshochhauses in der Pariser Vorstadt verbarrikadiert. Die Polizei belagert das Haus. Der Arbeiter hat nicht wieder gut zu Machendes getan: Er hat den Mann erschossen, der ihm die Verlobte Françoise ausspannte, eine Blumenverkäuferin. Dieser Mann, der sich mit Hundevorführungen in Lokalen durchschlägt, ist witzig und elegant, das hat Françoise verführt. Clara, die ebenfalls einmal Valentins Geliebte war, hat François über den Treubruch seiner Verlobten aufgeklärt und wird ihrerseits zu François’ Geliebter... Aber er kann Françoise nicht vergessen und hat Valentin erschossen, als dieser versuchte, ihn zu demütigen. Das alles wird in Rückblenden erzählt, aus denen der Film immer wieder in die ausweglose Situation von François in seiner Dachkammer in dem düsteren Mietshochhaus in der Pariser Vorstadt zurückkehrt. Als die Polizei das Haus stürmen will, begeht François Selbstmord.

[Bearbeiten] Hintergründe

Der Film spiegelt die Stimmung der Ausweglosigkeit im Frankreich von 1939 und gehörte zu den Filmen, die bei Ausbruch des Krieges als demoralisierend verboten wurden. Er ästhetisiert die Verzweiflung eines Einzelnen so wirksam ins Allgemeingültige, dass er auf den Filmfestspielen von Venedig 1939 als bester Film nominiert war. Die Filmarchitektur stammt von einem der bedeutendsten Szenenbildner des französischen Films, Alexandre Trauner, der später auch für Hollywood arbeitete. In Deutschland kam Der Tag bricht an erst 1955 in die Kinos.

[Bearbeiten] Kritiken

  • Ein Paradebeispiel für den "poetischen Realismus" im damaligen französischen Kino. Die immer wieder unterbrochene Rückblenden-Technik bildet eine ausdrucksstarke erzählerische Klammer für den äußerst genau gezeichneten Film, der Milieu, Arbeitsbedingungen und François Träume auch in der pessimistischen Stimmung vollendet wiedergibt. Ein auch heute noch beeindruckendes Meisterwerk, das mit eindringlichem Ernst auf den Verlust von Glauben und Orientierung in der Welt verweist. Lexikon des internationalen Films
  • Die tragische Verzweiflung, die der Film glaubwürdig gestaltet, charakterisiert ein Milieu und entspricht einer Poetik, die darauf verzichtet, psychologische Motivationen zu konstuieren oder Lösungen aufzuzeigen. Selten ist in einem Film der Geist einer Epoche so konsequent zum Protagonisten gemacht worden, einer Epoche, die dadurch geprägt war, dass Frankreich glaubte, sich durch Opfer vor dem Untergang retten zu können (...) Günter Giesenfeld im 1. Band S. 389 der von Thomas Koebner herausgegebenen Sammlung Filmklassiker, Stuttgart, Reclam, 1995 ISBN 3-15009416-X

[Bearbeiten] Weblinks

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