Hafen im Nebel

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Filmdaten
Deutscher Titel Hafen im Nebel
Originaltitel Le Quai des Brumes
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1938
Länge 91 Minuten
Stab
Regie Marcel Carné
Drehbuch Jacques Prévert,
Marcel Carné,
Pierre Dumarchais (literarische Vorlage)
Produktion Gregor Rabinowitsch
Musik Maurice Jaubert
Kamera Eugen Schüfftan
Schnitt René Le Hénaff
Besetzung
Synchronisation

Hafen im Nebel (französisch: Le Quai des brumes) ist ein Spielfilm von Marcel Carné aus dem Jahr 1938. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Pierre Mac Orlan.

Handlung[Bearbeiten]

Der desertierte Soldat Jean sucht Zuflucht in Le Havre. Die düstere Hafenstadt in der Normandie soll sein Tor in die Freiheit werden. Auf der Suche nach einem Nachtlager "erbt" er von einem lebensmüden Maler, der Selbstmord begeht, dessen Zivilkleider, Papiere und Geld. Er lernt die junge Nelly kennen, verliebt sich in sie und ohrfeigt den Ganoven Lucien, der es ebenfalls auf Nelly abgesehen hat.

Ein Schiff nach Venezuela wird Jean mitnehmen. Dieser will sich von Nelly verabschieden, dabei überrascht er ihren Vormund Zabel (Michel Simon), der sich an ihr zu vergreifen versucht, und tötet ihn in eifersüchtiger Wut. Bevor Jean aufs Schiff zurückkehren kann, wird er von Lucien erschossen.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung wurde erst 1970 im Auftrag des ZDF für die Fernsehausstrahlung angefertigt.[1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Jean Jean Gabin Günter Sauer
Zabel Michel Simon Hans Korte
Nelly Michèle Morgan Helga Trümper
Lucien Pierre Brasseur Reinhard Glemnitz
Panama Edouard Delmont Klaus W. Krause

Bemerkungen[Bearbeiten]

Der Film zählt zu den größten kommerziellen Erfolgen von Marcel Carné und ist einer von sieben Filmen, die er gemeinsam mit Jacques Prévert und Alexandre Trauner drehte. Er ist ein Paradebeispiel des poetischen Realismus im französischen Film jener Zeit. Grundstimmung, Struktur und Schluss erinnern stark an Pépé le Moko – Im Dunkel von Algier von Julien Duvivier. Beide Filme enden mit dem Tod bzw. Selbstmord des von Jean Gabin verkörperten Protagonisten.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Marcel Carnés Film erhielt 1939 den renommierten Louis-Delluc-Preis und wurde auf den Filmfestspielen von Venedig preisgekrönt. Ein Jahr später wurde Hafen im Nebel in den USA von der National Board of Review als Bester ausländischer Film ausgezeichnet.

Kritik[Bearbeiten]

„Eines der überzeugendsten Beispiele des poetischen Realismus des französischen Kinos jener Zeit. Es geht dem Film weniger um einen Kriminalfall als um den tragischen Konflikt zwischen einer niederträchtig korrupten Welt und dem Anspruch des einzelnen auf Glück. Ausschließlich in den Dekors von Alexandre Trauner gedreht, wird er von einem sehr stilisierten Fatalismus beherrscht, den die hervorragende Kamera durch konzentrierte Bewegungen noch unterstreicht. Das poetisch ins Bild gesetzte Le Havre spiegelt intensiv die inneren Stimmungen und Gefühle.“

Lexikon des internationalen Films

„Die hervorragende Fotografie arbeitet realistisch, doch scheint hinter der überzeugenden Atmosphäre eine tränenlos traurige Weltsicht durch. Ein künstlerisch interessantes Zeugnis eines Fatalismus, der vor einer düsteren Wirklichkeit nur kurz ein köstliches Glück aufleuchten läßt.“

Evangelischer Filmbeobachter, Kritik Nr. 369/1955

Literatur[Bearbeiten]

  • Pierre Mac Orlan: Hafen im Nebel. Roman (OT: Le quai des brumes). Deutsch von Jürgen Ritte. Klett-Cotta, Stuttgart 1988, ISBN 3-608-95551-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hafen im Nebel (FRA) (1938) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 25. Mai 2009