John Huston

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Dieser Artikel befasst sich mit dem amerikanischen Regisseur John Huston; zum gleichnamigen Profigolfer siehe John Huston (Golfer).
Statue von John Huston, Puerto Vallarta, Mexiko

John Marcellus Huston (* 5. August 1906 in Nevada, Vernon County, Missouri; † 28. August 1987 in Middletown, Rhode Island) war ein US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, der in seiner fast sechzigjährigen Laufbahn an einer Reihe der größten amerikanischen Filmklassiker mitgearbeitet hat und so zu einem stilbildenden Filmemacher des amerikanischen Kinos wurde. Zu Hustons bekanntesten Regiearbeiten gehören die Humphrey-Bogart-Filme Die Spur des Falken (The Maltese Falcon), Der Schatz der Sierra Madre (The Treasure of the Sierra Madre) und African Queen. Huston gilt als exemplarischer Regisseur des Film noir; „tatsächlich gab es seit D. W. Griffith kaum einen US-Regisseur, der so viel zur Erfindung und Erneuerung des Kinos beigetragen hat wie John Huston“.[1]

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

John Hustons Vorfahren sind schottischer und irischer Herkunft.[2] Angeblich wurde die kleine Geburtsstadt Hustons von seinem Großvater bei einem Pokerspiel gewonnen. Hustons Vater war der berühmte Charakterschauspieler Walter Huston, seine Mutter Rhea Gore, eine auf der Suche nach Geschichten das Land durchstreifende Sportreporterin. Walter Huston nahm sein einziges Kind schon im Alter von drei Jahren mit auf die Vaudeville-Bühne. Nach der Scheidung der Eltern musste der Junge im halbjährlichen Rhythmus mit seinen Vater auf Tourneen gehen und seine Mutter auf Reportagereisen begleiten, meist zu Pferderennen.

Huston war ein zartes und anfälliges Kind. Wegen Herzerweiterung und einer Nierenkrankheit hatte man nicht viel Hoffnung, dass der Junge das Erwachsenenalter erreichen würde. Doch Huston gesundete, als seine Mutter mit ihm von Texas nach Kalifornien zog. Mit 14 Jahren brach er die Schule ab, mit 15 Jahren ging er für eine kurze Zeit auf eine Militärschule, dann wurde er Boxer und gewann die kalifornischen Amateurmeisterschaften im Leichtgewicht. (Seine charakteristisch niedergedrückte Nase ist ein Ergebnis dieser Zeit.)

Wanderjahre[Bearbeiten]

Mit 18 Jahren heiratete Huston seine High-School-Liebe Dorothy Harvey. Im selben Jahr trat er zum ersten Mal auf Betreiben seines Vaters als wirklicher Schauspieler auf, in einem Off-Broadway-Stück namens The Triumph of the Egg. 1925 hatte er sein Broadway-Debüt. Huston fühlte sich jedoch von seiner Ehe und der Schauspielerei eingeengt und gab beide auf. Er ging mit der US-amerikanischen Armee nach Mexiko und wurde ehrenhalber Offizier der mexikanischen Kavallerie.

Nach einiger Zeit kehrte er in die USA zurück. Seine Mutter ließ ihre Beziehungen spielen, und Huston konnte in New York als Reporter arbeiten. Doch seine Geschichten waren abenteuerlich schlecht recherchiert und er wurde entlassen. Immer wieder sandte er Kurzgeschichten an verschiedene Zeitungen und Magazine. Er wurde von Samuel Goldwyn als Drehbuchautor angestellt, schrieb Dialoge für Filme von William Wyler und sein erstes eigenes Drehbuch: Gesetz und Ordnung (Law and Order), das erfolgreich verfilmt wurde.

1933 überfuhr er auf dem Sunset Boulevard eine Tänzerin. Walter Huston bat MGMs mächtigen Chef Louis B. Mayer, seinen Einfluss bei der Polizei geltend zu machen, und tatsächlich wurde der Promillegehalt von John Hustons Blut nicht überprüft. Huston wurde von jeder Verantwortung freigesprochen. Traumatisiert floh er dennoch aus Hollywood und reiste nach London und Paris, wo er Malerei und Zeichnen studierte, doch so erfolglos, dass er obdachlos wurde und um Essen betteln musste.

Erfolg in Hollywood[Bearbeiten]

Huston versuchte sein Leben zu ordnen: Er heiratete ein zweites Mal, schrieb und produzierte einige Broadway-Stücke, spielte Abraham Lincoln in einer Theaterproduktion (sein Vater hatte einige Jahre vorher den Präsidenten in einem Film von D. W. Griffith ebenfalls verkörpert) und sandte Warner Brothers einige Skripte. Man war von seinem Talent beeindruckt und beauftragte Huston mit der Arbeit an Prestigeprojekten wie Jezebel – die boshafte Lady (Jezebel), Sturmhöhe (Wuthering Heights), Juarez, Paul Ehrlich – Ein Leben für die Forschung (Dr. Ehrlich's Magic Bullet), Entscheidung in der Sierra (High Sierra) und Sergeant York. Huston erhielt seine ersten beiden Oscar-Nominierungen.

1941 bekam er die Chance, einen eigenen Film zu drehen. Als Drehbuchautor und Regisseur adaptierte er Dashiell Hammetts Krimi Der Malteser Falke (The Maltese Falcon) zum dritten Mal für die Leinwand. Der Film Die Spur des Falken war ein überwältigender Erfolg, machte einen Star aus Humphrey Bogart und gilt heute als Musterbeispiel für den Film noir und als einer der größten Detektivfilme.

Hustons nächste Filme waren das Melodram Ich will mein Leben leben (In This Our Life) mit Bette Davis und Olivia de Havilland und der romantische Kriegsfilm Abenteuer in Panama (Across the Pacific), in dem drei der Stars aus seinem ersten Film mitspielten: Bogart, Mary Astor und Sydney Greenstreet. Im Zweiten Weltkrieg diente Huston als Leutnant und drehte eine Reihe von Dokumentarfilmen für die US-Regierung. Hierzu zählt der kontroverse Film Let There Be Light (1946), der wegen seiner verstörend realistischen Schilderung der Probleme von Kriegsveteranen von der US-Regierung unter Verschluss gehalten wurde.

Huston ließ sich zum zweiten Mal scheiden und heiratete die Schauspielerin Evelyn Keyes, die in Vom Winde verweht (Gone With the Wind) eine Nebenrolle hatte, doch diese Ehe hielt nur ein knappes Jahr. Im selben Jahr inszenierte Huston Jean-Paul Sartres Stück Geschlossene Gesellschaft (Huis clos) am Broadway. Obwohl die Produktion ein finanzieller Misserfolg war, bekam sie den New York Drama Critics Award für das beste fremdsprachige Stück.

Einen großen Erfolg feierte er 1948 mit Der Schatz der Sierra Madre (The Treasure of the Sierra Madre). Diese Charakterstudie über die Gier nach Reichtum brachte Huston gleich zwei Oscars (Regie und Drehbuch) und seinem Vater Walter Huston den Oscar für die beste Nebenrolle. Am Anfang des Films hat John Huston einen Cameo-Auftritt als Tourist, doch sollte er erst in 15 Jahren wieder als Schauspieler zu sehen sein. Der ruhelose Huston blieb nun dem Filmgeschäft treu und schrieb und inszenierte in den nächsten Jahren fundamentale Werke der amerikanischen Filmgeschichte: Gangster in Key Largo (Key Largo), Asphalt-Dschungel (The Asphalt Jungle), Die rote Tapferkeitsmedaille (The Red Badge of Courage), African Queen, Moulin Rouge und Moby Dick.

Zusammen mit William Wyler, Humphrey Bogart, Gene Kelly, Danny Kaye und anderen gründete der streitbare Anhänger der Demokratischen Partei 1947 das Committee for the First Amendment, das den Kampf gegen Senator Joseph McCarthys antikommunistisches Un-American Activities Committee aufnahm. Aus Protest gegen die schwarzen Listen und Berufsverbote in Hollywood zog Huston nach St. Clerans in Irland und nahm zusammen mit seiner vierten Frau, der Balletttänzerin Enrica Soma, die irische Staatsbürgerschaft an. Zwei Kinder entstammen der Ehe − ein Kind ist die spätere Schauspielerin Anjelica Huston (* 1951).

Mittlere und späte Jahre[Bearbeiten]

Grab John Hustons auf dem Hollywood Memorial Park Cemetery

Hustons Filme der 1960er und 1970er Jahre wurden von den Kritikern nicht mehr so einhellig begeistert begrüßt, dennoch wurden sie meist Kassenerfolge und festigten Hustons Ruf als innovativer, oft kontroverser Filmemacher. Besonders zu nennen sind Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (The Misfits), Freud, Die Nacht des Leguan (The Night of the Iguana), Fat City, Das war Roy Bean und Der Mann, der König sein wollte (The Man Who Would Be King).

1963 kehrte Huston mit einer Nebenrolle in Otto Premingers epischem Film Der Kardinal (The Cardinal) zur Schauspielerei zurück und wurde mit einem Golden Globe und einer Oscar-Nominierung belohnt. Von nun an spielte Huston immer wieder markante Nebenrollen in einer Reihe von Filmen. Seine besten Rollen hatte er in Die Bibel (The Bible: In the Beginning…) als Noah und Stimme sowohl Gottvaters als auch der Schlange im Paradies, als Der Gesetzgeber in Die Schlacht um den Planet der Affen (Battle for the Planet of the Apes). In Roman Polańskis Chinatown spielte Huston den Vater Noah Cross, der eine inzestuöse Beziehung zu seiner Tochter Evelyn Cross Mulwray hatte. Der Name der Filmfigur ist eine Anspielung an Hustons Rolle in seinem eigenen Bibelfilm.

Hustons Frau trennte sich 1969 von ihrem Mann, als ihm von einer Schauspielerin der Sohn Danny (ebenfalls Filmschauspieler und Regisseur) geboren wurde. Eine Scheidung erfolgte nie. Enrica Soma starb 1969 bei einem Autounfall, und John adoptierte ihr Kind aus einer späteren Verbindung. Huston zog 1972 nach Mexiko, wo er seine fünfte Frau Celeste Shane heiratete. Die Ehe wurde 1977 geschieden.

Nach einer Reihe erfolgloser und künstlerisch enttäuschender Filme beendete Huston sein Lebenswerk mit drei Filmen, die von der Kritik einhellig zu seinen besten gezählt werden:

Huston arbeitete trotz Lungenemphysems (Folge seines Kettenrauchens) bis kurz vor seinem Tod weiter an Filmprojekten. Huston drehte in seinen letzten Jahren erfolgreich mit seiner Tochter Anjelica und seinen Söhnen Tony und Danny. Anjelica Huston erhielt für ihre Leistung in Die Ehre der Prizzis (Prizzi's Honor) einen Nebendarsteller-Oscar. Bei den Filmen Mister Corbett's Ghost und Mr. North – Liebling der Götter (Mr. North) waren die Rollen vertauscht: Die Regie hatte Danny Huston, der Vater schauspielerte.

Clint Eastwoods Film Weißer Jäger, schwarzes Herz (White Hunter, Black Heart, 1990) setzt Huston ein ambivalentes Denkmal. Der auf einem Schlüsselroman von Peter Viertel basierende Film schildert die chaotischen Dreharbeiten zu African Queen. Eastwood selber spielt Huston als egomanischen Charakter, der die Filmarbeiten der Elefantenjagd unterordnet.

Ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame erinnert an John Huston.

Werk[Bearbeiten]

Themen[Bearbeiten]

Im Zentrum von Hustons Filmen stehen fast immer Männer in Konfliktsituationen; oft unterliegen diese Helden oder erringen zweifelhafte Siege. „Seine Protagonisten repräsentieren oft Extreme. Sie sind entweder ignorant, lächerlich und durch ihren Mangel an Wissen um sich selbst zum Untergang verdammt oder intelligent, arrogant, aber ebenfalls durch ihren Mangel an Wissen um sich selbst zum Untergang verdammt. Zwischen diesen Extremen steht der coole, intelligente Protagonist, der alles opfern wird für Selbsterkenntnis und Unabhängigkeit. […] Den größten Respekt hat Huston für den Mann, der seine Würde bewahrt trotz Schmerzen und Scheitern.“[3] Schon in Hustons erstem Film als Regisseur, Die Spur des Falken (The Maltese Falcon), löst Privatdetektiv Sam Spade zwar den Fall, doch verliert er die Frau, die er liebt, weil er sich moralisch verpflichtet fühlt, sie als Mörderin seines Partners an die Polizei zu übergeben.

Solche Charaktere fand der belesene Huston in einer Reihe bekannter Werke der Weltliteratur, die er auf die Leinwand brachte, ohne jemals spröde und akademisch die Vorlage nacherzählende Filme zu schaffen. Er drehte unterhaltsam und spannend, ohne den Anspruch der adaptierten Werke zu verraten oder zu verfälschen. Dabei brachte Huston Vorlagen so unterschiedlicher Autoren auf die Leinwand wie Stephen Crane, Romain Gary, Dashiell Hammett, Ernest Hemingway, James Joyce, Malcolm Lowry, Carson McCullers, Herman Melville, Arthur Miller, B. Traven und Tennessee Williams.

Innovationen[Bearbeiten]

Film noir

Mit Die Spur des Falken (The Maltese Falcon) etablierte Huston ein neues Genre im amerikanischen Kino, den Film noir. Eine Reihe wesentlicher Merkmale des Genres sind in diesem Film bereits entwickelt:

  • Der Film behandelt Kriminalität, die Motive sind meist Geldgier und Eifersucht.
  • Die Weltsicht des Filmes ist pessimistisch-zynisch.
  • Die Handlung ist moralisch uneindeutig, der Held ist ein moralisch fragwürdiger Charakter, die weibliche Hauptperson ist oft eine Femme fatale.
  • Der Film spielt in einer Großstadt, die die Menschen zu zweckgerichtetem, kalten sozialen Umgang zwingt.
  • Die Bilder des Films leben von kräftigen Hell-dunkel-Kontrasten.
Regiestil

Huston wurde berühmt für seine schnörkellose Art des Filmemachens. Von seiner ersten Regiearbeit an arbeitete er mit einem penibel gezeichneten Storyboard, mit dessen Hilfe er Bildkomposition und Kamerabewegungen exakt festlegte. Er drehte in der tatsächlichen Reihenfolge der Geschichte und bevorzugte echte Drehorte, um Authentizität zu erzeugen. Die Darsteller wurden danach ausgewählt, ob sie erfahrene Profis waren, denen man so wenige Hinweise wie möglich geben musste, um möglichst wenig nachdrehen zu müssen (Huston war dafür bekannt, meist unter dem veranschlagten Budget zu bleiben). Huston stellte in der Postproduction direkt möglichst fertige Schnittfassungen her, um einerseits seinem Ideal einer klaren, schnörkellosen, realistischen Erzählweise nahezukommen und um es andererseits den Studios schwer zu machen, seine Filme nachträglich umzuschneiden.

Kameraarbeit

Mit seinem achtfachen Kameramann Oswald Morris revolutionierte Huston das Technicolor-Verfahren zu einem Zeitpunkt, als Experimente verpönt waren und die Studios vor allem an brillanten, strahlend leuchtenden Farben interessiert waren. Huston gab dem in Hollywood noch völlig unbekannten Morris 1952 freie Hand, und der fotografierte Moulin Rouge durch Rauch und buntes Licht, sodass der Film an die Farbigkeit der Plakate von Henri de Toulouse-Lautrec erinnerte. Bei Moby Dick gingen beide noch einen Schritt weiter: Der Film wurde so entwickelt, dass seine Bilder an alte, ausgewaschene Kupferstiche des 19. Jahrhunderts erinnerten.

Kontroversen[Bearbeiten]

Soziale Kritik

Huston war ein streitbarer Mensch, ein oft autoritärer Regisseur (John Wayne schlug Huston einmal aus Ärger über dessen Verhalten am Set nieder) und ein Künstler mit klaren liberalen Überzeugungen, die er auch, ohne Angst vor Kritik und Zensur, in seinen Filmen ausdrückte. In seinem Film noir Asphalt-Dschungel (The Asphalt Jungle) lässt er einen Polizisten sagen: „Verbrecher sind gar nicht so verschieden von uns, Verbrechen ist nur eine besondere Form des Lebenskampfes.“[1] Zu Zeiten von Joseph McCarthys antikommunistischer Hexenjagd war dies ein bemerkenswerter Satz.

Hustons realistische, oft pessimistische Sicht der Welt und menschlicher Beziehungen brachte ihn in Konflikt mit dem Ziel, gut verkaufbare, positive Familienunterhaltung zu produzieren, das Louis B. Mayer anstrebte. Zwei der Filme, bei denen die beiden aneinandergerieten, waren Der Schatz der Sierra Madre (The Treasure of the Sierra Madre) (Mayer war gegen den Tod der Hauptperson) und Die rote Tapferkeitsmedaille (The Red Badge of Courage) (Mayer monierte, dass dem Film eine entspannende romantische Komponente fehle). Tatsächlich hatte Huston immer wieder Ärger mit seinen Studios, die einige seiner Filme nachträglich bearbeiten ließen, um sie freundlicher und besser verkäuflich zu gestalten. David O. Selznick entließ John Huston sogar als Regisseur von In einem anderen Land (A Farewell to Arms) und ersetzte ihn durch Charles Vidor.

Im Alter wurde Huston nicht versöhnlicher: Mit Die Weisheit des Blutes (Wise Blood) lieferte Huston in seinen späten Jahren eine beißende Satire über religiösen Fundamentalismus. In Die Ehre der Prizzis (Prizzi's Honor) attackiert Huston mit zynischem Humor Polizeikorruption und Verbindungen zwischen den Gesetzeshütern und der Mafia.

Anti-Kriegsfilme

Huston war ein überzeugter Kriegsgegner. Er sagte: „Wenn ich jemals einen Film mache, der den Krieg verherrlicht, soll mich jemand abknallen.“[4] Schon in seinen von der US-Regierung bestellten Dokumentarfilmen Die Schlacht um San Pietro (San Pietro) und Let There Be Light zeigte er die Grausamkeit von Krieg und Nachkrieg realistischer, als es seinem Auftraggeber lieb war. Die US Army weigerte sich, Die Schlacht um San Pietro (San Pietro) ihren Soldaten ungeschnitten vorzuführen, weil sie um die Kampfmoral fürchtete. Die Thematisierung des posttraumatischen Stresssyndroms ehemaliger Soldaten in Let There Be Light war ein derartiger Tabubruch, dass der Film von der Regierung der USA dreißig Jahre lang unter Verschluss gehalten wurde. Hustons Stephen-Crane-Verfilmung Die rote Tapferkeitsmedaille (The Red Badge of Courage) enthielt so erschütternde Kriegsszenen, dass der Film vom Studio nachträglich neugeschnitten und um 20 Minuten gekürzt wurde.

Weitere Themen

Huston thematisierte in Filmen wie Die Wurzeln des Himmels (The Roots of Heaven) den problematischen Umgang des Menschen mit der Natur lange, bevor es eine wirkliche Umweltdiskussion gab, war aber selbst in Afrika als Großwildjäger aktiv. In Filmen wie Misfits – Nicht gesellschaftsfähig (The Misfits) und Die Nacht des Leguan (The Night of the Iguana) verweigerte er sich dabei dem im Filmgeschäft sonst üblichen Optimismus und zeichnete ein düsteres Bild vom menschlichen Allmachtsanspruch der Natur gegenüber.

Huston interessierte sich für Grenzbereiche und war infolgedessen einer der ersten Regisseure Hollywoods, die Homosexualität offen im Film thematisierten, ohne sie von vornherein zu verurteilen. In seinem Film Spiegelbild im goldenen Auge (Reflections in a Golden Eye) wird Verständnis für die vom Versteckspielen in der Öffentlichkeit gemarterte schwule Hauptfigur geweckt.

Filmografie[Bearbeiten]

Regisseur

Spielfilme

Dokumentarfilme

Drehbuchautor

Spielfilme

Dokumentarfilme

Schauspieler

Film

Fernsehen

  • 1966: ABC Stage 67: The Legend of Marilyn Monroe
  • 1976: Bronk: Long Time Dying
  • 1976: Sherlock Holmes in New York
  • 1977: The Rhinemann Exchange
  • 1977: The Hobbit
  • 1978: The Word
  • 1980: The Return of the King
  • 1985: Alfred Hitchcock Presents: Man from the South
  • 1987: Mister Corbett’s Ghost

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Regie
Drehbuch
Schauspielerei
Für das Lebenswerk

Literatur[Bearbeiten]

  • John Huston: … mehr als nur ein Leben (Autobiographie, Originaltitel: An Open Book, übersetzt von Karsten Prüßmann), Schüren, Marburg 2007, ISBN 978-3-89472-492-4.
  • Stuart Kaminsky: John Huston. Seine Filme – sein Leben. (Originaltitel: John Huston, Maker of Magic übersetzt von Bernd Eckhardt), 2., überarbeitete Auflage Heyne, München 1986 (Erstausgabe 1981), ISBN 3-453-86037-3 (= Heyne-Bücher Band 32, Heyne-Filmbibliothek Nr. 41).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Huston – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b prisma.de: John Huston
  2. http://www.imdb.com/name/nm0001379/bio
  3. Stuart M. Kaminsky: International Dictionary of Films and Filmmakers. 1991
  4. John Huston (I) - Biography