Alma (Kryptozoologie)

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Der Alma oder Almas (mongolisch: Wildmensch) ist ein mythisches Wesen, das angeblich im Altai, im Tianshan und vor allem im Kaukasus leben soll.

Das Wesen wird auch als Almasty, Tungu, Abnauayu und Tschutschunaa bezeichnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Diese Affenmenschen sollen eine Größe von bis zu zwei Metern erreichen. Ihr Körper ist mit Fell bedeckt, dessen Farbschattierung von rotbraun bis rötlich-schwarz reichen soll. Als auffällig werden ihre langen Arme und die flache Stirn beschrieben. Zudem sollen sie einen kegel- oder zapfenförmigen Hinterkopf besitzen. Sie sollen gebückt auf zwei Beinen laufen, aber auch sehr schnell werden können.

Almas werden in Überlieferungen als sehr scheu und hauptsächlich nachtaktiv beschrieben. Diese Eigenschaften und ihre Schnelligkeit sollen gemeinsam mit dem nomadischen Leben der Wesen der Grund für die Seltenheit der Sichtungen sein.

Sichtungen im Kaukasus[Bearbeiten]

Berichte über Almas existieren in vielen lokalen Legenden des Kaukasus, viele sind zum Teil Hunderte von Jahren alt. Für Aufsehen sorgte ein Bericht des sowjetischen Wissenschaftlers Boris Porschnew, der einige erstaunliche Berichte über einen weiblichen Almas namens "Sana" aus erster Hand gesammelt haben will. Sana soll über Jahre in einem kaukasischen Dorf gefangengehalten worden sein und dort vier Kinder geboren haben. In den 1880er Jahren sei sie verstorben. Sana soll auffallend hervorstehende Wangenknochen gehabt haben, eine grauschwarze Haut und rötliche Behaarung. Auch soll sie nie gelernt haben, zu sprechen. Erstaunlicherweise unterschieden sich ihre Kinder, die sie mit verschiedenen Männern des Dorfes gehabt haben soll, nicht sonderlich von anderen Kindern, mit Ausnahme ihres kräftigen Körperbaus und einer dunkleren Hautfarbe. Porschnew will sogar mit zwei Enkeln Sanas direkt gesprochen haben. Der Schädel eines ihrer Nachkommen wurde von russischen Wissenschaftlern untersucht, die daran typische Merkmale von Urmensch entdeckt haben wollen. 1991 behauptete der russische Wissenschaftler Gregori Patschenkow, er habe im Kaukasus einen Alma sechs Minuten lang beobachten können. Patschenkow beschrieb das Wesen als nicht eindeutig affenähnlich, aber auch nicht menschlich. Es soll Ähnlichkeit mit einem prähistorischen Menschen besessen haben.

Forschung[Bearbeiten]

Einer der ersten Berichte über Almas, die in den Westen gelangten, stammt aus den 1420er Jahren. Einem gewissen Hans Schildtberger wurde in diesen Jahren während einer Mongolei-Reise von einem Wesen berichtet, das keinem der bis dahin bekannten menschenartigen Affen glich. Einheimische bezeichneten die Kreatur als "Wildmensch".

Seit dieser Zeit haben Kryptozoologen viele Expeditionen unternommen, bei denen angeblich Fußspuren, Haarbüschel und versteckte Nahrungsvorräte sichergestellt wurden, die von Almas stammen sollen. Sie wurden von der 1954 gegründeten sowjetischen Schneemenschen-Kommission durchgeführt, die ins Leben gerufen wurde, um den zahlreichen Berichten von Affenmenschen nachzugehen. Eine noch im Gründungsjahr der Kommission gestartete Expedition, die mit Tarnzelten, Teleobjektiven, extra auf Menschenaffen abgerichteten Hunden [1] sowie Schafen und Ziegen als Köder ausgerüstet war, verlief erfolglos. Die Kommission wurde zwar kurz darauf aufgelöst, die beteiligten Forscher setzen ihre Arbeit allerdings bis heute fort.

Manche Kryptozoologen glauben, Almas seien Nachfahren von Urmenschen. So stellte die britische Professorin Myra Shackley, die bis Ende der 1980er Jahre auf diesem Gebiet forschte, die Theorie auf, bei Almas handle es sich um überlebende Neandertaler[2][3]. Andere halten sie für Homo erectus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dmitri Bajanow: Auf den Spuren des Schneemenschen. Der russische Yeti. Kosmos, Stuttgart 1998, ISBN 3-440-07123-5
  • Michael Schneider: Spuren des Unbekannten - Reloaded. Twilight-Line Verlag, Krombach 2008, ISBN 978-3-941122-25-3. S. 132–134.
  • Michael Schneider: Zana - Das Geheimnis einer wilden Frau. In: Der Fährtenleser 9. Twilight-Line Verlag, Krombach 2010, ISBN 978-3-941122-65-9. S. 17–26.
  • Myra Shackley: Und sie leben doch. Bigfoot, Almas, Yeti und andere geheimnisvolle Wildmenschen. Harnack Verlag, München 1983, ISBN 3-8896-6006-1
  • Richard Williams (Hrsg.): Man and Beast. Aus der Reihe: Quest of the Unknown. London 1993. S. 70–71.

Film[Bearbeiten]

Almasty – Die Spur des Schneemenschen (Frankreich, 2008, 79 min) Regie: Jacques Mitsch [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel im Wissenschaftsmagazin heureka! Ausgabe 1/03
  2. Und sie leben doch. Bigfoot, Almas, Yeti und andere geheimnisvolle Wildmenschen, Myra Shackley, 1983
  3. Dossier "Existieren Affenmenschen?" auf waldportal.de, 2006
  4. http://www.arte.tv/de/woche/244,broadcastingNum=986536,day=7,week=25,year=2009.html