Yeti

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Yeti (Begriffsklärung) aufgeführt.

Als Yeti (tib.: g.ya' dred) oder Schneemensch, lokal begrenzt auch Kangchendzönga-Dämon, bezeichnet man ein zweibeiniges, behaartes Fabelwesen des Himalaya, das in Europa insbesondere durch Fotos von Spuren im Schnee bekannt wurde. Die Sherpa leiten sich den Begriff aus Ye = Fels und The = Tier her. In Tibet wird der Yeti als Migö (Wilder Mann) oder auch Gang Mi (Gletschermann) bezeichnet. Die Lepcha haben viele Sagen über den Yeti erhalten und nennen ihn Lomung (Berggeist) oder auch Chumung (Schneegeist), wobei sie ihn als Gott der Jagd und Herrn allen Rotwilds verehren.[1]

Beschreibung und Deutung[Bearbeiten]

Man beschreibt das Wesen in der Regel als etwa zwei bis drei Meter hoch und über 200 Kilogramm schwer, mit Fußabdrücken von bis zu 43 Zentimetern Länge. Lepcha und Tibeter beschreiben ihn als Affentier, mit einem eiförmigen und spitz zulaufenden Schädel sowie kärglicher, rötlicher Behaarung. Die Fußabdrücke im Schnee wurden mehrmals und von unterschiedlichen Expeditionen auf 5000–7000 Meter Höhe gefunden und über längere Strecken nachverfolgt.

Kryptozoologen - insbesondere Ivan T. Sanderson - und auch einzelne Anthropologen, wie George A. Agogino [2] (1921-2000) von der University of Wyoming, betracht(et)en dagegen die Annahme als plausibel, dass es sich bei den Yetis um Angehörige der Relikt-Population einer noch unbekannten Hominiden-Art handelt. In der Wissenschaft ist das jedoch eine Minderheitsmeinung. Einige Zoologen und auch der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner in seinem Buch Yeti – Legende und Wirklichkeit vertreten die Auffassung, dass der Yeti mit dem Tibetischen Braunbären oder Tibetbären (Ursus arctos pruinosus) identisch sei. So sei in einigen Himalaya-Sprachen Yeti das Wort für Bär. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam 2003 der Japaner Makoto Nebuka nach zwölfjähriger Recherche im Himalaya.[3]

Für die Verwaltungsbehörde der sibirischen Oblast Kemerowo ist die Existenz des Yeti, ihrer eigenen Darstellung und darauf fußenden Medienberichten zufolge, inzwischen bewiesen. Ein internationales Forscherteam habe auf einer Expedition im Altai-Gebirge Spuren des Schneemenschen gefunden, teilte die Verwaltung der russischen Provinz Kemerowo in der zweiten Oktoberwoche 2011 mit. Eine „Forschergruppe“ habe „Fußabdrücke, seine mutmaßliche Schlafstätte und verschiedene Markierungen gefunden, mit denen der Yeti sein Revier kennzeichnet“, hieß es in einer auf der Internetseite der Provinz veröffentlichten Mitteilung. In einem der Fußabdrücke habe ein Forscher sogar Haarreste gefunden, die möglicherweise vom Yeti stammen könnten. Diese Behörde möchte allerdings auch den Tourismus in der Region ankurbeln.[4] Und laut Zoologen der Universität Oxford handelt es sich bei den Haaren um Pferde- und Bärenhaare.[5]

Yeti-Skalp[Bearbeiten]

Angeblicher Yeti-Skalp im Kloster von Khumjung

Im buddhistischen Kloster von Khumjung im nepalesischen Khumbu kann ein angeblicher Yeti-Skalp besichtigt werden. Ein zweiter Skalp ist unter ungeklärten Umständen aus dem Kloster von Pangboche (ebenfalls im Khumbu) verschwunden. 1960 brachten Edmund Hillary und Marlin Perkins von einer Expedition einen angeblichen Yeti-Skalp mit, der sich bei der Untersuchung als Bergziegenhaut herausstellte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhold Messner: Yeti – Legende und Wirklichkeit. S. Fischer, Frankfurt 1998, ISBN 3-596-14737-9
  • Harald Gebhardt, Mario Ludwig: Von Drachen, Yetis und Vampiren - Fabeltieren auf der Spur. BLV-Verlag, München 2005, ISBN 3-405-16679-9
  • Blanche C. Olschak, Augusto Gansser, Emil M. Bührer: Himalaya - Wachsende Berge, Lebendige Mythen, Wandernde Menschen. vgs, ISBN 3-8025-2218-4

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olschak, Gansser, Gruschke, Bührer, S. 254 (s. Lit.)
  2. George A. Agogino, (Vorwort) in: Ivan T. Sanderson, "Abominable Snowmen: Legend Come to Life, The Story of Sub-Humans on Five Continents from the Early Ice Age Until Today", Philadelphia / New York, 1961"
  3. NetZeitung vom 20. September 2003
  4. „Sibirische Region erklärt Existenz des Yeti für bewiesen – Forscher wollen Lagerstätte entdeckt haben“, AFP, 10. Okt.2011
  5. „ DNA-Analyse: Haarproben nicht von russischem Yeti sondern von amerikanischem Schwarzbären“

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yeti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Rebecca Onion: The American Government's Advice for Yeti Hunters, 1959. In: The Vault. Slate Magazine, 26. Februar 2013, online