Tian Shan

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Tianshan ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Tianshan (Begriffsklärung) aufgeführt.

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Tian Shan
Mongolei-SinkiangTxt.png
Höchster Gipfel Dschengisch Tschokusu (7439 m)
Lage Kirgisistan / Kasachstan / Tadschikistan / China / Usbekistan
Tian Shan (China)
Tian Shan
Koordinaten 42° 2′ N, 80° 8′ O42.03580.1255555555567439Koordinaten: 42° 2′ N, 80° 8′ O
Typ Faltengebirge

f f Der[1] Tian Shan (eingedeutscht Tienschan) ist ein bis 7439 m hoch aufragendes Hochgebirge in der zentralasiatischen Großlandschaft Turkestan. Er trennt den Nord- und Südteil Turkestans voneinander.

Inhaltsverzeichnis

Namensursprung[Bearbeiten]

Der Name des Gebirges kommt vom chinesischen 天山 tiān shān „Himmlische Berge“ (davon kirgisisch Тянь-шань/Tjan-schan). Im Uigurischen heißt das Gebirge Tanri Tagi „Gottes Berg“. Im Englischen ist der Name „Celestial Mountains“ gebräuchlich, im Russischen ist es auch als Tjan-Schan (Тянь-Шань) bekannt.

Geografie[Bearbeiten]

Satellitenaufnahme des Tarimbeckens mit der Taklamakan-Wüste; im Südwesten Ausläufer des Himalaya. Das Tian-Shan-Gebirge befindet sich im oberen Bildteil nördlich des Tarimbeckens. In der linken oberen Bildecke der Yssykköl-See. (NASA/MODIS/Blue Marble)
Teil des Tian Shan mit dem Khan Tengri in der Bildmitte

Das Tian Shan-Gebirge, das sich über das Staatsgebiet von China, Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan und Tadschikistan erstreckt, liegt westlich und nördlich des Tarimbeckens, östlich der Kysylkum, südöstlich der Kasachischen Schwelle und südlich des Hochbeckens von Dsungaristan.

Im Südwesten schließt sich, getrennt durch das Ferghanatal, die langgestreckte Gebirgskette des Alai an. Der Tian Shan zweigt in Afghanistan nach Norden von den Höhenzügen des zentralasiatischen Massivs ab und verläuft von dort aus annähernd in Ost-West-Richtung bis weit nach China hinein, wo er in den Ebenen der Wüste Gobi endet.

Der Tian Shan ist rund 2450 km lang,[2] etwa 400 km breit und bedeckt zirka 1.036.000 km² Fläche, davon 6 % Permafrostboden und 1 % Gletscher.[3]

Die höchsten Berge des Tian Shan sind Dschengisch Tschokusu (kirgis. Жеңиш Чокусу; russ. Пик Победы/Pik Pobedy – „Gipfel des Sieges“; auch Tomur genannt) mit 7439 m und Khan Tengri (russ. Хан Тенгры – „Herr der Geister“) mit 7010 m. Im weitverzweigten Firnbecken zwischen diesen beiden Bergen hat auch der südliche Inyltschek, mit einer Länge von 60 Kilometern einer der größten außerpolaren Talgletscher der Welt, seinen Ursprung.

Teilgebirge des Tian Shan sind unter anderem: Bogdo-Ola, Kakshaal-Too-Gebirge, Ili-Gebirge, Irenchabirga, Kirgisisches Gebirge, Kungej-Alatau, Kuruktag, Talas-Alatau, Terskej-Alatau und Transili-Alatau.

Zwischen den Bergketten des Kungej-Alatau und des Terskej-Alatau liegt auf kirgisischem Staatsgebiet auf 1609 m Höhe der Hochgebirgssee Yssykköl.

Als wichtige Flüsse entspringen im Tian Shan unter anderem der Ili, der Syrdarja und der Tarim mit seinen Zuflüssen Konqi und Aqsu.[4]

Auf der Südseite des Gebirges verläuft die Seidenstraße mit ihren verschiedenen Zweigrouten.

Paläogeographie und Vorzeitklima (Der Tian Shan während der Eiszeit)[Bearbeiten]

Am Nordrand des Tarim Beckens erstreckt sich zwischen der Gebirgskette des Kokshaal-Tau im Süden und der Gebirgskette des Terskey Alatau im Norden das 100 bis 120 km breite Tian-Shan-Plateau mit seiner aufgesetzten Berglandschaft. Der Kokshaal-Tau setzt sich in einer Gesamtlänge von 570 km von westlich des Pik Dankowa (Dankov, 5986 m) bis nach Ostnordosten zum Pik Pobedy (Tumor Feng, 7439 m) und darüber hinaus fort. Sowohl dieser Gebirgszug wie auch der des 300 km langen parallelen Gebirgszuges des Terskey Alatau und das zwischenliegende Tian Shan-Plateau waren eiszeitlich von miteinander zusammenhängenden Eisstromnetzen sowie einem Plateaugletscher bedeckt. Den interglazialen Rest dieser Vergletscherung bildet der heute nur noch 61 km lange Süd-Inylschek Gletscher. Die Auslassgletscherzungen des Plateaugletschers flossen nach Norden bis zum Lake Issyk Kul (See) in 1605 m (1609 m). hinab und kalbten in diesen 160 km langen See. Ähnlich stark vergletschert war der bis über 50 km breite Hochgebirgsbereich des Kungey Alatau, der nördlich des Issyk Kul anschließt und sich bis zum Gebirgsvorland bei Alma Ata erstreckt. Der Kungey Alatau ist 230 km lang. Vom Kungey Alatau kalbten die Eiszeitgletscher ebenfalls in den Issyk-Kul-See. Sein nach Westen verlaufendes Chon-Kemin (-Tal) war bis zu seiner Einmündung in das Chu-Tal vergletschert.[5][6][7] Von der westlichen Verlängerung des Kungey Alatau – das ist der Kirgizskiy Alatau Range (42°25’N/ 74° - 75°E) flossen die eiszeitlichen Gletscher bis in das Gebirgsvorland auf 900 m (nahe der Stadt Bishkek) hinab. Dort bildete u. a. der Ak-Sai-Talgletscher einen Gebirgsvorlandgletscher aus.[8][9][10] Insgesamt nahm die eiszeitliche Tian-Shan-Vergletscherung eine Fläche von ca. 118.000 km² ein. Die Gletscherschneegrenze (ELA), als Höhengrenze zwischen Gletschernährgebiet und Abschmelzzone, war um 1200 Höhenmeter gegenüber heute abgesenkt. Hieraus ergäbe sich - unter der Bedingung vergleichbarer Niederschlagsverhältnisse - eine Absenkung der Jahresmitteltemperatur von 7,2 bis 8,4° C für die Würmeiszeit (Last Glacial Period = MIS 2) gegenüber heute.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tian Shan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Duden online, Stichwort „Tienschan“
  2. Artikel Tian Shan in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)
  3. Pratap Singh, Umesh Kumar Haritashya, Encyclopedia of Snow, Ice and Glaciers - S. 1179
  4. R. W. McColl, Encyclopedia of world geography, Band 1, S. 898
  5. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.
  6. Grosswald, M. G., Kuhle, M., Fastook, J. L., (1994):Würm Glaciation of Lake Issyk-Kul Area, Tian Shan Mts.: A Case Study in Glacial History of Central Asia. Kuhle, M. (Ed.). Tibet and High Asia. Results of the Sino-German and Russian-German Joint Expeditions (III). GeoJournal, 33, (2/3), Dordrecht, Boston, London, Kluwer, pp. 273-310.
  7. Kuhle, M. (2004):The High Glacial (Last Ice Age and LGM) glacier cover in High- and Central Asia. Accompanying text to the mapwork in hand with detailed references to the literature of the underlying empirical investigations. Ehlers, J., Gibbard, P. L. (Eds.). Extent and Chronology of Glaciations, Vol. 3 (Latin America, Asia, Africa, Australia, Antarctica). Amsterdam, Elsevier B.V., pp. 175-199.
  8. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.
  9. Kuhle, M. & Schröder, N. (2000):New Investigations and Results on the Maximum Glaciation of the Kirgisen Shan and Tian Shan Plateau between Kokshaal Tau and Terskey Alatau. Zech, W. (Ed.). Pamir and Tian Shan. Contribution of the Quaternary History. International Workshop at the University of Bayreuth. Abstracts. Bayreuth, University Bayreuth, p. 8.
  10. Kuhle, M. (2004):The High Glacial (Last Ice Age and LGM) glacier cover in High- and Central Asia. Accompanying text to the mapwork in hand with detailed references to the literature of the underlying empirical investigations. Ehlers, J., Gibbard, P. L. (Eds.). Extent and Chronology of Glaciations, Vol. 3 (Latin America, Asia, Africa, Australia, Antarctica). Amsterdam, Elsevier B.V., pp. 175-199.
  11. Kuhle, M. (1994):New Findings on the Ice-cover between Issyk-Kul and K2 (Tian Shan, Karakorum) during the Last Glaciation. Proceedings of the International Symposium on the Karakorum and Kunlun Mountains (ISKKM), Kashi, China, June 1992. (Eds: Zheng Du; Zhang Qingsong; Pan Yusheng) China Meteorological Press, Beijing, 185-197.