Alte Eisenbahn

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Westeinschnitt der „Alten Eisenbahn“

Alte Eisenbahn ist der Name eines Bodendenkmales (aufgegebene Eisenbahntunnelbaustelle von 1847) im Eggegebirge im Grenzgebiet der Städte Lichtenau und Willebadessen in den Kreisen Paderborn und Höxter in Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Das gesamte Gelände steht unter Natur- und unter Denkmalschutz.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Bodendenkmal liegt im Südteil des Eggegebirges im Naturpark Teutoburger Wald / Eggegebirge etwa auf halber Strecke zwischen Willebadessen im Nordosten und Kleinenberg im Süden an der Landesstraße 763. Es befindet sich im Wald zwischen 335 (Ostportal; 51.6088.9943888888889) und 345 m ü. NHN[1] (Westportal; 51.6094166666678.9861388888889). Der Eisenbahntunnel (51.6086666666678.9903611111111Koordinaten: 51° 36′ 31″ N, 8° 59′ 25″ O) wäre knapp 600 m lang geworden und hätte die dort bis etwa 365 m hohe Landschaft des Eggegebirges durchdrungen.

Am Bodendenkmal führen der Wilderer-Wanderweg (19 km langer Rundwanderweg), der Einblicke von oben auf beide Einschnitte bietet, direkt und der Eggeweg (70 km langer Wanderweg auf dem Hauptkamm des Eggegebirges), von dem der Blick auf den Osteinschnitt fällt, in der Nähe vorbei; beide Wege kreuzen die L 763. Durch den westlichen Tunneleinschnitt fließt ein Zufluss der Sauer und durch den östlichen ein solcher des Nethe-Zuflusses Rickebach (auch Hellebach genannt).

Rund 1 km westsüdwestlich des Bodendenkmals befinden sich in Richtung Lichtenau bei Schönthal drei an der Sauer gelegene Fischteiche und etwa 1 km südöstlich liegt östlich des Rickebachs die mittelalterliche Wehranlage Karlsschanze.

Name und Beschreibung[Bearbeiten]

Der Name Alte Eisenbahn bezieht sich auf eine Baustelle der Köln–Minden–Thüringischen–Verbindungs–Eisenbahn–Gesellschaft (KMTVEG) von 1847, die nach deren Konkurs als Investitionsruine unvollendet geblieben ist. Geplant war, die spätere Bahnstrecke Hamm–Warburg ab Paderborn über Borchen und Lichtenau nach Borlinghausen zu führen. Kernstück des gesamten Bereiches war der bereits begonnene Tunnelbau, der bei der Einstellung der Bautätigkeit bereits zu einem Drittel fertiggestellt war. Beim Weiterbau der Strecke durch die Königlich-Westfälische Eisenbahn-Gesellschaft wurde eine andere Linienführung konzipiert und der Altenbekener Viadukt gebaut.

Sichtbar sind heute noch die abschnittsweise mit Wasser gefüllten Einschnitte beider Tunnelzufahrten von 15 bis 20 m Tiefe sowie die trichterförmigen Reste von drei Schächten in der Achse des baulich begonnenen Tunnels. Der Rohbau des Tunnels wurde später gesprengt, damit von ihm für Menschen und Tiere keine Gefahr ausgeht. In seiner Nähe befinden sich Halden aus dem Bodenaushub der Baustelle. Am östlichen Tunnelportal lässt sich ein 12 m hoher Damm noch etwa 100 m weit verfolgen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)