Kreis Paderborn

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Paderborn, wie er seit der Zusammenlegung mit dem Kreis Büren zum 1. Januar 1975 besteht. Zu seinem Vorgängerkreis siehe Kreis Paderborn (1816–1974). Vgl. Paderborn (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Paderborn Deutschlandkarte, Position des Kreises Paderborn hervorgehoben51.718.74Koordinaten: 51° 43′ N, 8° 44′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Paderborn
Fläche: 1.246,8 km²
Einwohner: 296.688 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: PB, BÜR
Kreisschlüssel: 05 7 74
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Aldegreverstraße 10–14
33102 Paderborn
Webpräsenz: www.kreis-paderborn.de
Landrat: Manfred Müller (CDU)
Lage des Kreises Paderborn in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Paderborn ist ein Kreis im Osten Nordrhein-Westfalens und im Süden von Ostwestfalen-Lippe. Die Universitätsstadt Paderborn ist dabei Kreisstadt und Zentrum des Kreises und zugleich Oberzentrum der Region „Südliches Ostwestfalen“, bestehend aus den Kreisen Paderborn und Höxter.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Der Kreis Paderborn liegt am Rand des Teutoburger Walds, westlich des Eggegebirges. Im nördlichen Kreisgebiet hat er Anteil an der Senne, im Westen am Hellwegraum. Einen großen Teil des südlichen Kreisgebiets bedeckt die Paderborner Hochfläche, die bis an den Nordrand des Sauerlands reicht.

Der niedrigste Punkt des Kreisgebiets liegt bei Delbrück auf 77 m ü. NN, der höchste südöstlich von Bleiwäsche auf 498 m am Totenkopf, dessen Gipfel (502,6 m ü. NN) zum Hochsauerlandkreis gehört.

In Nord-Süd-Richtung dehnt sich das Kreisgebiet auf 47,6 km, in West-Ost-Richtung auf 43,1 km aus und bedeckt eine Fläche von 1.245 km².

Kreisgliederung[Bearbeiten]

Der Kreis Paderborn gliedert sich in zehn Kommunen, von denen sieben Städte sind. Die Kreisstadt Paderborn gilt als Große kreisangehörige Stadt, Delbrück als Mittlere kreisangehörige Stadt. Die folgende Tabelle zeigt die Städte und Gemeinden des Kreises in alphabetischer Reihenfolge mit den Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2013[1], der Fläche[2] und der Bevölkerungsdichte:

Gemeinde Einwohner km² Einw./km²
Altenbeken 000000000009177.00000000009.177 76,17 000000000000120.0000000000120
Hessen Hochsauerlandkreis Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Soest Altenbeken Bad Lippspringe Bad Wünnenberg Borchen Büren (Westfalen) Delbrück Hövelhof Lichtenau (Westfalen) Paderborn SalzkottenMunicipalities in PB.svg
Über dieses Bild
Bad Lippspringe, Stadt 000000000015203.000000000015.203 50,98 000000000000298.0000000000298
Bad Wünnenberg, Stadt 000000000012129.000000000012.129 161,11 000000000000075.000000000075
Borchen 000000000013196.000000000013.196 77,15 000000000000171.0000000000171
Büren, Stadt 000000000021548.000000000021.548 170,91 000000000000126.0000000000126
Delbrück, Stadt 000000000030828.000000000030.828 157,27 000000000000196.0000000000196
Hövelhof 000000000015813.000000000015.813 70,71 000000000000224.0000000000224
Lichtenau, Stadt 000000000010588.000000000010.588 192,22 000000000000055.000000000055
Paderborn, Stadt 000000000143659.0000000000143.659 179,38 000000000000801.0000000000801
Salzkotten, Stadt 000000000024547.000000000024.547 109,53 000000000000224.0000000000224

Nachbarkreise[Bearbeiten]

Der Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Gütersloh, Lippe, Höxter, Hochsauerlandkreis und Soest.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Kreis wurde im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz)“ vom 5. November 1974 durch Vereinigung des Altkreises Paderborn mit dem Kreis Büren mit Wirkung vom 1. Januar 1975 gebildet.[3] Historisch deckt er sich mit dem Unterwaldischen Distrikt des ehemaligen Hochstifts Paderborn, im Gegensatz zum Oberwaldischen Distrikt, einem Vorläufer des heutigen Kreises Höxter.

Politik[Bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten]

Manfred Müller von der CDU löste nach der Kommunalwahl 2004 den bisherigen Amtsinhaber Rudolf Wansleben (CDU) ab, der 1999 als unabhängiger Kandidat angetreten war und gewonnen hatte. Seit dem 1. Oktober 2004 ist somit Manfred Müller Landrat des Kreises Paderborn. 2009 wurde er mit 70,21 %, 2014 mit 64,33% der gültigen Stimmen wiedergewählt.

In der preußischen Zeit (siehe Altkreis Paderborn):

  • 1803–1830 Maximilian Friedrich Freiherr von Elverfeldt (1807–1813 als Unterpräfekt)
  • 1831–1834 Karl Freiherr von Spiegel-Borlinghausen
  • 1834–1842 Klemens August Freiherr von Wolff-Metternich
  • 1842–1870 Franz Ludwig Grasso
  • 1870–1875 Hugo Freiherr von Brackel
  • 1875–1904 Walter Jentzsch
  • 1904–1934 Friedrich von Laer

In der NS-Zeit:

Das Kreishaus in Paderborn, Sitz der Kreisverwaltung

Nach 1945:

Als Oberkreisdirektoren (Verwaltungsleiter) wirkten in dieser Zeit:

  • 1945–1953 Wilhelm Gerbaulet
  • 1953–1965 August Monzen
  • 1965–1992 Werner Henke
  • 1993–1999 Rudolf Wansleben (1999–2004 Landrat)

Kreistag[Bearbeiten]

Wahl des Paderborner Kreistags 2014
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,9 %
21,4 %
11,1 %
4,4 %
4,1 %
3,6 %
1,9 %
1,2 %
0,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-0,7 %p
+3,1 %p
-0,1 %p
-6,4 %p
+0,6 %p
+3,6 %p
-1,7 %p
+1,2 %p
+0,5 %p
Sitzverteilung im
Paderborner Kreistag 2014
        
Von 60 Sitzen entfallen auf:

Am 25. Mai 2014 wurde der Kreistag neu gewählt. Die 60 Sitze (bisher 54 Sitze) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien, die jeweils in Fraktionsstärke vertreten sind (zum Vergleich die Ergebnisse der letzten Wahlen 2009, 2004 und 1999):

Wahl vom 12. Sept. 1999 Wahl vom 26. Sept. 2004 Wahl vom 30. Aug. 2009 Wahl vom 25. Mai 2014
Partei % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU 61,7 % 33 59,41 % 32 52,59 % 28 51,85% 31
SPD 23,4 % 13 21,10 % 11 18,33 % 10 21,41% 13
GRÜNE 6,3 % 4 8,83 % 5 11,15 % 6 11,13% 7
FDP 4,1 % 2 6,58 % 4 10,83 % 6 4,39% 3
DIE LINKE. 3,48 % 2 4,10% 2
AfD 3,60% 2
FBI1 4,4 % 2 4,08 % 2 3,61 % 2 1,86% 1
PIRATEN 1,21% 1
FWG Bad Lippspringe 0,46% -
Grafik Sitzverteilung 1999 Sitzverteilung 2004 Sitzverteilung 2009
total 100,0 % 54 100,0 % 54 100,0 % 54 100,0% 60

1Freie Bürger-Initiative

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappenbeschreibung:
Unter silbernem (weißem) mit blauem Wellenbalken abgeteiltem Schildhaupt mit durchgehendem rotem Kreuz in Silber (Weiß) ein roter siebenteiliger Rautensparren.

Bedeutung:
Das rote Kreuz im Schildhaupt auf silbernem Grund versinnbildlicht die Zugehörigkeit zum früheren Hochstift Paderborn. Der blaue Wellenbalken steht für den Wasserreichtum des Kreises. Der rote siebenteilige Rautensparren im silbernen Schild ist das Wappenbild der Edelherren von Büren, die im Mittelalter im südlichen Kreisgebiet herrschten.

Flaggenbeschreibung:
Der Kreis führt eine Flagge mit den Farben rot und weiß, sie zeigt den Wappenschild des Kreises Paderborn.

Kreispartnerschaften[Bearbeiten]

Es bestehen Kreispartnerschaften mit dem Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, zum Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg und zur Provinz Mantua in Italien[4].

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Hauptverkehrslinie im Kreis Paderborn ist die Bundesautobahn 33, die bis auf eine Lücke von 26 Kilometern am Fauna-Flora-Habitat Tatenhauser Wald die Bundesautobahn 30 im Norden (Amsterdam–Bad Oeynhausen) mit der Bundesautobahn 44 im Süden (Aachen–Kassel) verbindet. Bis zur Fertigstellung des Lückenschlusses mündet die BAB 33 am bereits fertiggestellten Autobahnkreuz Bielefeld in die Bundesautobahn 2. Die BAB 33 löst die Bundesstraße 68 als Hauptverkehrsachse im Kreis Paderborn ab.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Die zwei Fernbahnhöfe im Kreis Paderborn befinden sich in der Stadt Paderborn und in Altenbeken. Seit der weitgehenden Abschaffung der InterRegio-Verbindungen im Dezember 2002 ist der Hauptbahnhof Paderborn auch IC-Haltestelle auf der Bahnstrecke Hamm–Warburg als Teil der Verbindung DresdenDüsseldorf. Außerdem ist der Paderborner Hauptbahnhof ein Knotenpunkt des europäischen integrierten Taktfahrplans. In Paderborn befindet sich auch ein großes Ausbesserungswerk der Deutschen Bahn. Außerdem verlaufen die (mittlerweile demontierte, aber noch nicht entwidmete) Almetalbahn, die Senne-Bahn, die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen, die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken und die Bahnstrecke Herford–Altenbeken zum Teil durch das Kreisgebiet.

Flughafen[Bearbeiten]

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ergänzt die vorhandenen Verkehrsverbindungen um einen internationalen Flughafen mit Linienflügen beispielsweise der Star Alliance (Lufthansa, Eurowings etc.) sowie Touristik-Flügen (Air Berlin etc.) zu verschiedenen Zielen in Europa.

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Paderborn bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 24. Nov. 2014 ist auch BÜR (Altkreis Büren) als Unterscheidungskennzeichen zugelassen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Landkreis Paderborn (Hrsg.): Landkreis Paderborn – Festschrift zur Einweihung des Kreishauses 1968 (Druck: Bonifacius-Druckerei Paderborn 1968)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Bundesamt: Onlinerecherche Gemeindeverzeichnis
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 327f.
  4. http://kreis-paderborn.de/kreis_paderborn/die_region/Partnerschaften.php