American Arts and Crafts Movement

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bungalow im Craftsman style in San Diego, Kalifornien. Craftsman-Stil-Häuser sind häufig in älteren Stadtvierteln von vielen amerikanischen Städten.

American Arts and Crafts Movement oder amerikanische Craftsman Style ist ein Stil in der amerikanischen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsplanung, Angewandten Kunst und der Dekorativen Kunst, der seinen Beginn in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts hatte. Als umfassende Design- und Kunst-Bewegung war er bis in die 1930er Jahre verbreitet. Darüber hinaus gab es in der dekorativen Kunst und der Architektur bis in die heutige Zeit zahlreiche Projekte, bei denen der Stil wiederbelebt bzw. aufgegriffen wurde.

British origins[Bearbeiten]

Der amerikanische Craftsman-Stil hat seinen Ursprung in der britischen Arts and Crafts Bewegung, die als eine Philosophie und ein künstlerischer Stil von William Morris in den frühen 1860er Jahren begründet wurde. Die britische Bewegung war eine Reaktion auf die industrielle Revolution, mit ihrer Missachtung des einzelnen Arbeiters und Herabwürdigung der menschlichen Arbeit. Sie war der Versuch, das Handwerk wieder aufzuwerten und den Wert der Handarbeit gegenüber der Massenproduktion hervorzuheben.
Die Arts and Crafts Bewegung war auch eine Reaktion auf die eklektische, überladene Ästhetik der viktorianischen Ära. Es war eine anti-viktorianischen Bewegung, mit William Morris als einem überzeugten Sozialisten. Jedoch die teure Fertigung und die teuren Baumaterialien und die Verwendung kostenintensiver Techniken der Handfertigung hieß, dass die neu geschaffenen Werke der Bewegung eigentlich nur für eine wohlhabende Kundschaft reserviert waren, einen scheinbarer Widerspruch zu ihren Wurzeln in der materialistischen Dialektik und der sozialistischen Philosophie.
Die Philosophie und Ästhetik der englischen Arts and Crafts Bewegung inspirierte eine Vielzahl von verwandten, aber konzeptionell eigenständigen Designbewegungen in ganz Europa sowie die American Craftsman-Bewegung in Nordamerika.

Entwicklung in den Vereinigten Staaten[Bearbeiten]

Während die britische Bewegung eine Reaktion auf die viktorianische Epoche war, kam der Arts and Crafts-Stil eben in dem Moment in die Vereinigten Staaten, als die viktorianische Epoche zu Ende ging. Die amerikanische Arts and Crafts Movement teilte die Philosophie der Reformbewegung und förderte Originalität, Einfachheit der Form, Verwendung lokaler Naturmaterialien, und die Erkennbarkeit des Handwerks. Anders als bei der Arts and Crafts- Bewegung in Europa wurden in Amerika durch sie auch die bescheidenen Häuser der rasch wachsenden amerikanischen Mittelschicht aufgewertet und es entstand der Craftsman Bungalow-Stil.

Origins[Bearbeiten]

Boston-Ausstellung 1897[Bearbeiten]

In den späten 1890er Jahren beschloss eine Gruppe einflussreichster Architekten, Designer und Erzieher von Boston, die Design Reformen die in Großbritannien von William Morris begonnen wurden, nach Amerika zu bringen. Ihr erstes Treffen diente dazu, eine Ausstellung zeitgenössischer kunsthandwerklicher Objekte zu organisieren und fand im Januar 1897 im Museum der schönen Künste, Boston (MFA) statt.
Bei diesem Treffen waren vor Ort: Stiftungsräte von Museen darunter General Charles Loring, William Sturgis Bigelow und Denman Ross; Kunstsammler und Mäzene, Schriftsteller und Kunstkritiker, wie Sylvester Baxter für die Boston Evening Transcript; und Künstler und Architekten, wie Ross Turner und Ralph Clipson Sturgis. Es gelang ihnen die Eröffnung der ersten American Arts and Crafts Ausstellung im April 1897 in der Copley Hall mit über 1000 Objekten, gefertigt von 160 Handwerkern, von denen die Hälfte weiblich waren. Einige Unterstützer der Ausstellung waren: der Gründer der Harvard’s School of Architecture Langford Warren, Sozialreformerin Mrs. Richard Morris Hunt; Arthur Astor Carey und Edwin Mead und Grafik-Designer Will Bradley. Dort in Boston erkannten Verbraucher und Hersteller das ästhetische und technische Potential des Arts and Crafts-Stils der Angewandten Kunst und das war der Beginn des Prozesses der Designreform.

Society of Arts and Crafts[Bearbeiten]

Der Ausstellungserfolg brachte die Bildung der Society of Arts and Crafts im Juni 1897 mit einem Mandat zur "Entwicklung und Förderung höherer Standards im Handwerk" hervor. Die 21 Gründer, darunter Charles Elliot Norton, setzten den Schwerpunkt auf die Beziehung von Künstlern und Designern zur Welt des Handels, um sie zu ermutigen, Werke mit Verarbeitung und Design der höchsten Qualität herzustellen.

Das Mandat der Society of Arts and Crafts mandate wurde bald zu einem Credo erweitert:

“This Society was incorporated for the purpose of promoting artistic work in all branches of handicraft. It hopes to bring Designers and Workmen into mutually helpful relations, and to encourage workmen to execute designs of their own. It endeavors to stimulate in workmen an appreciation of the dignity and value of good design; to counteract the popular impatience of Law and Form, and the desire for over-ornamentation and specious originality. It will insist upon the necessity of sobriety and restraint, or ordered arrangement, of due regard for the relation between the form of an object and its use, and of harmony and fitness in the decoration put upon it.”

„Diese Gesellschaft wurde zum Zwecke der Förderung des künstlerischen Schaffens in allen Zweigen des Handwerks gegründet. Sie soll dazu dienen, Designer und Arbeiter in gegenseitig hilfreiche Beziehungen zu bringen, und Kunsthandwerker zu ermutigen, ihre eigenen Entwürfe umzusetzen, sie zu Wertschätzung der Würde und dem Wert von gutem Design anregen, um moderner Ungeduld und dem Wunsch nach überladener Ornamentik und scheinbarer Originalität entgegenzuwirken. Die Gesellschaft soll sich für die Notwendigkeit von Schlichtheit und Zurückhaltung einsetzen, unter Berücksichtigung der Beziehung zwischen der Form eines Objekts und seiner Nutzung.“

The Craftsman[Bearbeiten]

In den Vereinigten Staaten integrierte der Arts and Crafts-Stil lokal von Hand gefertigte Objekte aus Holz, Glas und Metall, schlicht und elegant. In der Architektur war er die Reaktion sowohl auf die Opulenz der viktorianischen Architektur als auch auf die zunehmend verbreitete Massenproduktion von Wohnraum und integriert eine sichtbare robuste Struktur mit klaren Linien und natürliche Materialien.

Der Name der Bewegung American Craftsman stammte von der populären Zeitschrift Der Handwerker, gegründet im Jahr 1901 von dem Philosophen, Designer, Möbelhersteller und Herausgeber Gustav Stickley. Der Magazin stellte Haus- und Möbelentwürfe von Harvey Ellis, der Greene und Greene company und anderes vor. Die Entwürfe, von den Idealen der britischen Bewegung beeinflusst, waren inspiriert von spezifisch amerikanischen Vorläufern wie Shaker-Möbel, dem Mission Revival Style, und dem anglo-japanischen Stil. Die Betonung der Originalität des Künstlers / Handwerkers führte zu dem späteren Designkonzept der 1930er Jahre, Art Déco.

Craftsman Architekturdesign[Bearbeiten]

The Edward Lind Morse Studio, designed by architects Hornblower & Marshall in 1902, located in the Sheridan-Kalorama neighborhood of Washington, D.C.

Verschiedene Entwicklungen in der amerikanischen Innen-Architektur der Periode sind nicht nur auf Veränderungen in Geschmack und Stil zurückzuführen, sondern auch auf die Verschiebung des Mäzenatentums von der oberen zur Mittelschicht. Der amerikanische viktorianischen Stil hat typischerweise die Form eines zweistöckigen quadratischen Hauses mit Walmdach, versteckt hinter einer Vielzahl von zweistöckigen Buchten, mit Giebeln sowie achteckigen oder runden Türmchen und rundherum verlaufenden Veranden präsentiert er eine komplexe Fassade. Typischerweise wurde das Ausgangsquadrat des Hauses ergänzt durch einen hinteren Trakt mit eigenem Eingang und Treppenhaus, wo die Küche, Speisekammer, Waschküche im ersten Stock und die Zimmer der Dienstboten im zweiten Stock untergebracht waren. Ausgestattet mit qualitativ minderwertigen Holzarbeiten und Hardware, sowie deutlich kleineren Schlafzimmern und niedrigeren Raumhöhen, verkörperte der viktorianischen Dienstbotenflügel die Auffassung der aristokratischen Klasse der Alten Welt über die Standesunterschiede.

Mit Entfernung der großen Buchten, Türmchen und der hinteren Flügel, Vereinfachung der Veranda der Absenkung der Decken ist es nicht schwer zu sehen, wie aus einem Haus im amerikanischen Queen Anne Style ein amerikanisches Foursquare wird. Die bürgerlichen Hausfrau der Ära hatte keine Hausangestellten (zumindest keine inne wohnenden) und will viel, wenn nicht alles im Haushalt und die Kindererziehung selbst tun. Diese zusätzlichen Rollen machte es wichtig, dass die Küche in das Haupthaus integriert wurde mit einfachen Sichtachsen zu den gemeinsamen Räumen im Erdgeschoss (Ess-und Wohnzimmer) sowie auf den Hinterhof. Üblicherweise wurde der Hauswirtschaftsraum des viktorianischen Zeitalters ersetzt durch Esszimmer- Mobiliar, das oft aus Einbauschränken bestand und so heimischen Designern die Möglichkeit gab, Holz und Glas Handwerkskunst zu integrieren in das öffentliche Ansicht des Hauses.

Ein weiteres Detail, welches sich aus der Klassenverschiebung der Zeit entwickelte, war die eingebaute "Essecke" in der Küche. Der viktorianische Küche der früheren Ära ließ der Familie keinen Blick auf die tägliche Hausarbeit. Sie hatte typischerweise einen Arbeitstisch (mit dem Zweck entsprechender moderner Arbeitsplatte), an dem die Bediensteten aßen, nachdem sie der Familie die Mahlzeit serviert und die Küche aufgeräumt hatten. Die viktorianische Küche hatte keine "richtigen" Platz für ein Familienmitglied, um zu sitzen, essen oder etwas anderes tun. Auch hier, seit die Hausfrau der Craftsman Ära das Familienessen selbst zubereitete, wich die viktorianische Küche einem Konzept als das Herz des familiären Alltags. Der Essecke war oft unter einem Fenster oder in einer eigenen Nische angeordnet und war als Treffpunkt für die Familie zu jeder Zeit des Tages oder am Abend vorgesehen, vor allem während Nahrung vorbereitet wurde.

Craftsman Architekten[Bearbeiten]

In Südkalifornien stellt die Firma Greene und Greene (Pasadena, Kalifornien) die renommiertesten Praktiker des ursprünglichen amerikanischen Craftsman Style. Zu ihren Projekten für Ultimative Bungalows gehören das Gamble House und das Robert R. Blacker House in Pasadena und das Thorsen House in Berkeley - mit zahlreichen anderen in Kalifornien. Ein anderes Beispiel in der Region Los Angeles ist Lummis House.

In Nordkalifornien sind die Architekten Bernard Maybeck mit der Swedenborgian Church (San Francisco, Kalifornien) und Julia Morgan mit Asilomar Conference Grounds und Mills College für ihre gut geplanten und detaillierten Projekte im Craftsman-Stil bekannt. Viele andere Designer und Projekte repräsentieren den Stil in der Region.

In San Diego, Kalifornien war der Stil auch sehr beliebt. Architekt David Owen Dryden entwarf und baute viele Craftsman- Bungalows im Nordparkdistrikt (jetzt Dryden Historic District). Das 1905 erbaute Marston House von George Marston im Balboa Park, San Diego wurde von lokalen Architekten Irving Gill und William Hebbard konzipiert.

Frank Lloyd Wright, einer der wichtigsten und produktivsten Architekten von Häusern in den USA, war einer den Begründer des Prairie School Stils, welcher als eine organische Architektur Folge von sowohl der amerikanischen Craftsman-Stil Ästhetik als auch von seiner Philosophie für Qualität des Mittelklasse-Home Design war. Wrights Aktivitäten umfassten den viktorianische Stil, Chicagoer Schule, American Craftsman, Prairie School, Internationaler Stil und Moderne Bewegungen. Das Robie House ist ein Beispiel für seine amerikanischen, vom Craftsman-Stil inspirierten Prairie-School- Werke.

In den frühen 1900er Jahren baute Entwickler Herberg J. Hapgood eine Anzahl von Craftsman-Stil Häusern, viele mit Stuck, am Seeufer Bezirk Mountain Lakes, New Jersey. Die Bewohner wurden Lakers genannt, obwohl Hapgood letztlich in Konkurs ging. Die Häuser folgten prägnanten Stilrichtungen, darunter Bungalows und Chalets.

Gemeinsame architektonische Design-Merkmale[Bearbeiten]

Das Hyland Hotel in Monticello, Utah, entworfen von Joseph Henry Wood 1916
  • Satteldach oder Walmdach
  • Tief überhängende Dachtraufen
  • Freiliegende Sparren oder dekorative Klammern unter den Traufen
  • Vorderen Veranda unterhalb Verlängerung des Hauptdaches
  • Konische, quadratische Säulen zur Stützung des Daches
  • 4-in-1 oder 6-über-1 Doppel-Drehfenster
  • Frank Lloyd Wright Gestaltungselemente
  • Handgefertigte Stein- oder Holzarbeiten
  • Materialmix im gesamten Bauwerks.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: American craftsman style – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Craftsman Perspektive Die Seite ist der Arts and Craftarchitektur gewidmet, mit über 220 Fotos Fotos von Häusern, einschließlich des Craftsman und Mission Stiles.
  • Gehauen und gehämmert ist der Diskussion über die
  • American Bungalow Magazine Zeitschrift über Umbau, Restaurierung, Einrichtung und Leben in verschiedenen Typen von Häusern im Bungalowstil einschließlich Craftsman.