Amphibolit

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Amphibolit im Dünnschliff. Die dunkelgrünen Bereiche bestehen vermutlich aus Hornblende, der kleine rotbraune Fleck ist sehr wahrscheinlich Biotit.
Granatamphibolit aus dem Pflerschtal

Amphibolit ist definiert als Gestein, das durch die metamorphe Umwandlung von Basalt, dessen Tiefenäquivalent Gabbro oder anderen Meta-Basiten unter Druck- und Temperaturbedingungen der Amphibolit-Fazies entstanden ist (T ≈ 550–700 °C, P ≈ 200–1200 MPa).

Begriffsbestimmung[Bearbeiten]

Amphibolit im eigentlichen Sinn besteht bis zu 50 % Vol. aus Vertretern der Amphibolgruppe (z.B Hornblende, Pargasit oder Tschermakit), Plagioklas (15–40 %), Granat, Epidot, Biotit, Quarz oder Olivin und Erzen wie Magnetit und Pyrit. Die relativen und absoluten Mineralanteile hängen sowohl von der chemischen Zusammensetzung des Ausgangsgesteins als auch vom Metamorphosegrad ab. So tritt in der unteren Amphibolitfazies (d. h. bei Temperaturen am unteren Ende des Spektrums) Epidot auf, während in der oberen Amphibolitfazies Granat und Klinopyroxen gebildet wird. Die typische Ti-Phase für Gesteine der Amphibolitfazies ist das Mineral Ilmenit. Aus Mergeln und Tuffiten geeigneter Zusammensetzung kann ein dem Amphibolit ähnliches Gestein entstehen, das im Gegensatz zu den aus magmatischen Gesteinen entstandenen Ortho-Amphibolit als Para-Amphibolit bezeichnet wird.[1]

Die Verwendung der Bezeichnung „Amphibolit“ für amphibolreiche (mit einem Anteil von bis zu 30 % Vol. Amphibol) Gesteine, die nicht aus Basalt entstanden sind, ist umstritten. Hierfür sollen alternative Bezeichnungen, z. B. Amphibol-Gneis, verwendet werden. Nach Wimmenauer (1985) wird bei Feldspatgehalten von über 50 Prozent der Begriff Amphibolgneis und bei Amphibolgehalten über 80 Prozent die Bezeichnung Amphibolschiefer empfohlen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gesteinsbezeichnung geht auf Alexandre Brongniart zurück, der Amphibolit erstmals im Journal des Mines (Bd. XXXIV) 1827 beschrieb. Bernhard von Cotta führt es in seinem Werk Die Gesteinslehre von 1862 auf und Franz Loewinson-Lessing erläutert unter Amphibolitgesteine im Petrographischen Lexikon (1893) als "allgemein umfassender Ausdruck für Gesteine mit wesentlichem Amphibolgehalt (ungeachtet der Structur und Entstehungsart)".[3][4]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Farbe von Amphibolit variiert mit dem Mineralbestand. Häufig sind jedoch Töne von schwarz über grau bis dunkelgrün oder, bei hohem Plagioklasanteil, schwarz-weiß gemustert. Er wird vorwiegend für Bodenbeläge und Wandverkleidungen genutzt. In der Jungsteinzeit wurden daraus auch Dechselklingen hergestellt (Schuhleistenkeile).

Vorkommen[Bearbeiten]

In Kanada wurden Amphibolite aus dem so genannten Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel auf ein Alter von etwa 4,280 Milliarden Jahre datiert - die zur Zeit ältesten bekannten Gesteine der Erde. In Deutschland kommt Amphibolit im Sächsischen Erzgebirge, im Fichtelgebirge und im Schwarzwald vor. [5] Das Vorkommen des dunklen Gesteins ist namensgebend für den Dunkelsteinerwald in Österreich.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfhard Wimmenauer: Petrographie der magmatischen und metamorphen Gesteine. Stuttgart (Enke) 1985 ISBN 3-432-94671-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amphibolit. Wissen online: Lexikon der Geowissenschaften
  2. Wolfhard Wimmenauer, 1985, S. 235
  3. Franz Loewinson-Lessing: Petrographisches Lexikon. Repertorium der petrographischen Termini und Benennungen. Jurjew (C. Mattiesen) 1893, S. 11
  4. Franz Loewinson-Lessing|F.J. Lewinson-Lessing / E.A. Struve: Petrografitscheski Slowar. Moskwa 1937, S. 20
  5.  Jonathan O'Neil, Richard W. Carlson, Don Francis, Ross K. Stevenson: Neodymium-142 Evidence for Hadean Mafic Crust. In: Science. Bd. 321, Nr. 5897, 26. September 2008, S. 1828–1831, doi:10.1126/science.1161925.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amphibolit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien