Annona

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Dieser Artikel erläutert die Frucht, zum Begriff aus der römischen Antike siehe Cura Annonae, zur Stadt in den Vereinigten Staaten Annona (Texas).
Annona
Stachel-Annone (Annona muricata)

Stachel-Annone (Annona muricata)

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Magnolienartige (Magnoliales)
Familie: Annonengewächse (Annonaceae)
Gattung: Annona
Wissenschaftlicher Name
Annona
L.

Annona ist eine Gattung in der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Zu ihr gehören etwa 175 Arten in den Tropen und Subtropen. Einige dieser Arten sind als obstliefernde Bäume kommerziell bedeutsam, wie etwa die Cherimoya, die Stachel-Annone oder der Zimtapfel.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration der Netz-Annone (Annona reticulata)

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Annona-Arten wachsen als immergrüne bis laubabwerfende Bäume oder Sträucher. Oft werden Pfahlwurzeln gebildet und manche Arten bilden als ausgewachsene Bäume Brettwurzeln. Die steifen Zweige sind schlank und stielrund. Die Lentizellen sind erhaben. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind gestielt. Die ledrige oder häutige, einfache Blattspreite ist kahl oder flaumig behaart. Nebenblätter fehlen.

Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in Bündeln an Blütenstandsschäften, die Hochblätter besitzen. Die zwittrigen, meist drei-, selten vierzähligen Blüten besitzen einen intensiven, fruchtreichen Geruch. Der emporgehobene Blütenboden (Rezeptakulum) ist konvex bis mehr oder weniger kugelig oder länglich. Die meist drei, selten vier Kelchblätter fallen früh ab und sind kleiner als die Kronblätter. Es sind zwei Kreise mit je meist drei, selten vier meist fleischigen Kronblättern vorhanden.

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die eiförmigen bis fast kugeligen, fleischigen Sammelfrüchte (Synkarp) bestehen aus Beeren und eine sehr variable Oberfläche mit einer festen Fruchtschale, die bei einigen Arten mit weichen Stacheln, die aus den Griffeln entstehen, versehen ist. Jede Beere enthält nur einen Samen. Die Samen sind eiförmig bis ellipsoid, bohnenförmig mit harter Samenschale.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x =7.

Systematik[Bearbeiten]

Cherimoya (Annona cherimola)
Wasserapfel (Annona glabra)
Schleimapfel (Annona mucosa)
Stachel-Annone (Annona muricata)
Zimtapfel (Annona squamosa)

Die Gattung Annona wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 1, S. 536-537 aufgestellt. Als Lectotypus wurde 1911 Annona muricata L. von J. Wash. Safford in Acad. Sci., 1, S. 119 festgelegt. [1] Eine wichtige Bearbeitung der Gattung erfolgte 1914 durch William Edwin Safford in Classification of the genus Annona, with descriptions of new and imperfectly known species, Contr. U.S. Natl. Herb., 18, I-IX, S. 1-68. Synonyme für Annona L. sind: Guanabanus Mill., Raimondia Saff., Rollinia A. St.-Hil., Rolliniopsis Saff. [2]

Es gibt etwa 175 Annona-Arten:

Hybriden:

Atemoya, eine Kreuzung von Cherimoya und Zimtapfel

Verwendung[Bearbeiten]

Die Früchte werden roh gegessen oder zu Getränken und Speiseeis verarbeitet. Die Kerne der Annonafrucht werden in Sri Lanka von Kindern zu einem Spiel in der Art des Englisch Fußball verwendet.

Aus allen Teilen der Pflanze können Acetogenine isoliert werden. Diese Stoffklasse zeichnet sich durch ihre insektizide und anti-tumorale Wirkung aus.

Die Blätter von Annona senegalensis werden in Westafrika zur Linderung von Insektenstichen verwendet.

Toxikologie[Bearbeiten]

Das in Guanabana enthaltene Nervengift Annonacin scheint die Ursache für eine neurodegenerative Krankheit zu sein, die nur auf der karibischen Inselgruppe Guadeloupe vorkommt und vermutlich mit dem Verzehr von annonacinhaltigen Pflanzen zusammenhängt. Es handelt sich dabei um eine so genannte Tauopathie, die mit einer pathologischen Anreicherung des Tau-Proteins im Gehirn verbunden ist. Experimentelle Ergebnisse belegen erstmals, dass für diese Akkumulation tatsächlich das pflanzliche Nervengift Annonacin verantwortlich ist. [3] [4]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

[2]

  1. Annona bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av aw Annona im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  3. P. Champy et al.: Annonacin, a lipophilic inhibitor of mitochondrial complex I, induces nigral and striatal neurodegeneration in rats: possible relevance for atypical parkinsonism in Guadeloupe, J Neurochem. 2004 Jan;88(1):63–69, PMID 14675150
  4. Myriam Escobar Khondiker (2007): Annonacin, a Natural Complex I Inhibitor of the Mitochondrial Respiratory Chain, causes Tau Pathology in Cultured Neurons

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Annona – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien