August Trinius

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August Trinius

August Trinius (* 31. Juli 1851 in Schkeuditz; † 2. April 1919 in Waltershausen), eigentl. Carl Freiherr von Küster, war ein deutscher Schriftsteller. Er wurde auch als Wanderschriftsteller bekannt. Sein größtes Verdienst lag darin, dass er mit seinem Buch Der Rennstieg des Thüringer Waldes ab 1890 den Rennsteig-Boom der Kaiser-Wilhelm-Zeit auslöste.

Leben[Bearbeiten]

Bereits in früher Kindheit verlor Trinius seinen Vater, woraufhin die Familie nach Erfurt umsiedelte, wo er aufwuchs. Hier entdeckte er seine besondere Liebe zu Thüringen. Nach Beendigung seiner schulischen Ausbildung absolvierte er eine Lehre zum Kaufmann. Im Anschluss daran nahm Trinius eine Stellung als Buchhalter in Berlin an. Nebenher begann er zu schreiben und erste Publikationen wurden veröffentlicht.

Als sich erste journalistische Erfolge einstellten, widmete Trinius sich ganz dem Schreiben. Er verfasste regelmäßig Artikel für Berliner Zeitungen zum Thema Berlin und Mark Brandenburg. Sein erstes Werk hieß demnach auch Märkische Streifzüge. Bald unternahm Trinius längere Reisen und Wanderungen durch ganz Deutschland. Dabei kam er wieder nach Thüringen. Von dessen Landschaft und Geschichte war er derartig gefangen, dass er in den 1880er Jahren beschloss, nach Thüringen umzusiedeln. Er ließ sich 1890 in Waltershausen nieder und wohnte dort bis zu seinem Lebensende. Hier entstand auch der Text zum Rennsteiglied. Während des Aufenthaltes von Trinius in Waltershausen begann seine langjährige Freundschaft mit dem einheimischen Maler Friedrich Holbein.

In der Folgezeit entstanden mehr als 30 Werke über den Thüringer Wald, besonders den Rennsteig und andere Naturschönheiten Thüringens. In der Zeit von 1886 bis 1902 erschien die Reihe Thüringer Wandersmann in 8 Bänden, die sich vor allem dem Rennsteig widmete und in den 1890er Jahren die Reiselust des Bildungsbürgertums nach Thüringen wecken sollte. Andere Titel von Trinius über seine Thüringer Wahlheimat waren: „Mit Laute und Rucksack“, „Streifzüge durchs Thüringer Land“, „Im Zauber der Wartburg“, „Im Banne der Heimat“, „Frohe Wanderfahrten“, „Durchs Saaletal“, „Durchs Unstruttal“, „Durchs Werratal“. Darüber hinaus schrieb er auch über andere deutsche Landschaften, wie die Vogesen, die Stadt Hamburg, die Umgebung von Rhein und Mosel.

Auch der Ausspruch „Thüringen - das grüne Herz Deutschlands“ stammt von Trinius.

August Trinius verstarb 1919 in Waltershausen, wo sein Grab noch auf dem Friedhof aufgesucht werden kann. Das Grabdenkmal stammt von 1921 und wurde anlässlich der Gründung des „Bundes der Thüringer Berg-, Burg- und Waldgemeinden“ enthüllt. Dieser Verein wurde 2001 mit einer Feierstunde am Grab von Trinius aus Anlass seines 150. Geburtstages wiedergegründet.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg-Gotha verlieh Trinius für seine Verdienste den Titel eines Hofrats.
  • An Trinius erinnern eine Trinius-Quelle, eine Trinius-Hütte, eine Trinius-Rast und ein Trinius-Stein im Thüringer Wald, sowie in Waltershausen ein Trinius-Weg mit Trinius-Bank, eine Straße im Stadtzentrum und eine Gedenktafel vor seinem ehemaligen Wohnhaus.

Weblinks[Bearbeiten]