Augustiner-Bräu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung der Augustiner Brauerei in Salzburg befindet sich unter Augustiner Bräu Kloster Mülln.
Augustiner-Bräu
Unternehmensform
Unternehmenssitz München
Branche Bierbrauerei
Website

Augustiner-Bräu

Augustinerbrauerei
Augustiner Lagerbier Hell
Aushängeschild an der Rückseite des Stammhauses in München
„500 Jahre Münchner Reinheitsgebot (seit 1487)“
Augustiner-Kronkorkenaufdruck
Augustiner Maßkrug
Brauereiwagen beim Oktoberfest-Trachtenzug 2006

Die Augustiner-Brauerei ist die älteste noch bestehende Brauerei Münchens und gleichzeitig der Markenname der dort produzierten Biere.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Auf Anordnung des Freisinger Bischofs und des bayerischen Herzogs siedelten sich ab 1294 Mönche des Augustinerordens vor den Toren Münchens an. Um 1320 wurde das Augustinerkloster innerhalb der Stadtmauern fertiggestellt. Spätestens ab 1328 betrieben die Mönche in diesem Kloster eine Brauerei.

1803 übernahm der Staat im Zuge der Säkularisierung das Kloster samt Brauerei, bevor die Brauerei wenig später privatisiert wurde und sich in der Neuhauser Straße niederließ. Das dortige Stammhaus kann heute noch besichtigt werden. 1829 erwarb die Familie Wagner die Augustiner-Brauerei. Das „J.W.“ im Firmenlogo der Brauerei steht für „Josef Wagner“ den Sohn der Familie Wagner. 1885 wurde der Hauptsitz ins mittlerweile denkmalgeschützte backsteinerne Kellerareal an die Landsberger Straße verlegt.

[Bearbeiten] Unternehmen Augustiner-Bräu Wagner KG

Heute firmiert die Brauerei als Augustiner-Bräu Wagner KG. 51 % der Unternehmensanteile entfallen gemäß einer testamentarischen Verfügung der letzten direkten Angehörigen der Wagner-Familie auf die gemeinnützige, nach ihr benannte Edith-Haberland-Wagner-Stiftung. Die übrigen 49 % verteilen sich auf mehrere Kommanditisten, darunter der Münchner Unternehmer Dr. Jannik Inselkammer.

[Bearbeiten] Absatz

Augustiner-Bier ist vor allem im Raum München sowie im weiteren Umland der Landeshauptstadt verbreitet. Außerhalb Südbayerns werden beispielsweise in Sachsen Ausflugsgaststätten wie auf Schloss Augustusburg oder Schloss Lichtenwalde von Augustiner beliefert. Werbung für die Marke findet nicht statt. Der Gesamtausstoß bezifferte sich im Jahr 2005 auf etwa 950.000 Hektoliter. Im sogenannten Jahrhundertsommer 2003 konnte aus technischen Gründen nicht mehr produziert werden, obwohl ein höheres Volumen hätte verkauft werden können. Besonders unter Jugendlichen findet die Marke auch in Berlin immer mehr Anhänger, wo das Bier mittlerweile in vielen Bars und Restaurants angeboten wird.

[Bearbeiten] Biere

Wird vom „Augustiner“ als Biernamen geredet, sind in der Regel die Sorten „Helles Vollbier“ oder „Edelstoff“ gemeint. Insgesamt gibt es acht verschiedene Sorten, welche teilweise nur saisonal und/oder nur in München erhältlich sind.

  • Augustiner Helles Vollbier, die meistverkaufte Sorte, nach der dominierenden Farbe des Etikettes scherzhaft auch „Grüner August“, „Grüner Mönch“ oder einfach „Gustl“ oder – zur Unterscheidung zum Edelstoff – auch „Grünes Helles“ genannt, ist ein Lagerbier mit einem Alkoholgehalt vom 5,2 %. Die Gestaltung des Flaschenetikettes ist seit mehreren Jahrzehnten unverändert.
  • Augustiner Edelstoff: Das Bier fällt in die Kategorie Helle Exportbiere.
  • Augustiner Oktoberfestbier ist der im März speziell gebraute Wiesn-Edel, der auf dem Oktoberfest ausgeschenkt wird und auch in Flaschen erhältlich ist. Bemerkenswert ist, dass der Wiesn-Edel von Augustiner das einzige Oktoberfest-Bier ist, das noch aus den traditionellen Holzfässern, den sog. Hirschen, stammt. Alle anderen Brauereien verwenden an den Schenken nur noch Fass-Attrappen, während das Bier in Wirklichkeit aus großen Stahlcontainern in die Krüge gelangt.
  • Augustiner Weißbier: Ein bernsteinfarbenes, hefehaltiges, typisch bayerisches Weißbier.
  • Augustiner Pils: Eine im Gegensatz zum Hellen und zum „Edelstoff“ wenig verbreitete Sorte nach Pilsener Brauart, die am Zapfhahn oder in 0,33-Liter-Flaschen zu bekommen ist.
  • Augustiner Dunkles: Ein untergäriges dunkles Bier nach traditioneller Münchner Brauart.
  • Augustiner Heller Bock, ein Bockbier mit einem Alkoholgehalt von ca. 7 %, das im Mai und Juni vorwiegend nur in München erhältlich ist.
  • Augustiner Maximator, ein dunkles Starkbier mit hoher Stammwürze und einem Alkoholgehalt von 7,5 %, das nur in der Fastenzeit vor Ostern ausgeschenkt wird und auch in Flaschen verkauft wird.

Alkoholarme Biere und Biermischgetränke werden von Augustiner nicht produziert. Alkoholfreie Getränke werden seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr produziert.

[Bearbeiten] Tradition sowie soziales und kulturelles Engagement

Durch testamentarische Verfügung von Edith Haberland-Wagner, der letzten direkten Nachfolgerin der Unternehmensfamilie Wagner, hält die gemeinnützige Edith-Haberland-Wagner-Stiftung 51 % der Unternehmensanteile. Die Stiftung verwendet den ihr zustehenden Gewinn aus dem Unternehmen zur Förderung von kulturellem und sozialem Engagement, vor allem im Raum München.

Augustiner-Bräu vertreibt seine Produkte als einzige (letzte) Münchner Brauerei in den seit Jahrzehnten bekannten Euro-Glasflaschen. Augustiner ist die einzige Brauerei, die ihr Bier zum Oktoberfest in traditionellen Holzfässern anliefert. Weiterhin verzichtet Augustiner konsequent auf Werbung im öffentlichen Raum (Fernsehwerbung, Plakate, Werbung an Litfaßsäulen etc.), um so die angestrebte Außenwahrnehmung als traditionsbewusstes, bodenständiges und „nicht-kapitalistisches“ Unternehmen zu erreichen. Aufgrund der Beliebtheit im Raum München ist von extensiver Reklame ohnehin nur ein geringer verkaufssteigernder Effekt zu erwarten.

Augustiner-Bräu ist neben dem Staatlichen Hofbräuhaus in München die letzte verbliebene Brauerei, die noch unabhängig ist und nicht von internationalen Holdings geschluckt wurde. Alle anderen Münchner Brauereien (außer Hofbräu) gehören u. a. zur niederländischen Heineken- oder zur belgisch-brasilianisch-amerikanischen Anheuser-Busch InBev-Gruppe. Aus diesem Grund genießt Augustiner bei Bierfreunden, die Wert auf heimische Wurzeln ihres Bieres legen, besondere Sympathien.

[Bearbeiten] Weblinks

48.1388711.54341Koordinaten: 48° 8′ 19,9″ N, 11° 32′ 36,3″ O

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