Aurora Lacasa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Aurora Lacasa (* 24. März 1947 in Paris) ist eine Schlagersängerin spanischer Abstammung, die in der DDR sehr populär war und seit dem Jahr 2000 ihre Sängerkarriere erfolgreich fortsetzt.

Unstetes Leben und Ausbildung[Bearbeiten]

Sie wurde als Tochter des spanischen Journalistenpaars Pilar und Ernesto Lacasa geboren, das vor der Franco-Diktatur nach Paris geflohen war. Im Jahr 1948 siedelte die Familie nach Ungarn über.

Sie fanden eine neue Heimat in Budapest, wo die Tochter Aurora bis 1956 die Schule besuchte. Der Vater engagierte sich hier im Weltbund der demokratischen Jugend und wurde 1956 mit der ganzen Familie in die DDR nach Ziegenhals gebracht, weil sie während des Ungarn-Aufstandes dort nicht mehr sicher war. Schließlich fand Familie Lacasa eine Bleibe im damaligen Berliner Bezirk Pankow. Aurora legte das Abitur ab und absolvierte im VEB Bergmann-Borsig eine Berufsausbildung zur Facharbeiterin für Maschinenbau. Sie trat danach eine Stelle als Dolmetscherin für Spanisch und Französisch in der Kubanischen Botschaft an. Hier war sie für die Beschaffung moderner Maschinen und Fahrzeuge zuständig, beispielsweise von Lastkraftwagen für Kuba.

Zufällig traf Mutter Lacasa 1968 die DDR-Musikgruppe Oktoberklub bei den Vorbereitungen zu den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Sofia und vermittelte hier den ersten Kontakt ihrer Tochter zur Singebewegung. Sie konnte noch im gleichen Jahr bei einem internationalen Jugendlager in Prenden auftreten. Ihre Darbietungen von Liedern aus dem spanischen Bürgerkrieg und vertonte Gedichte von Federico Garcia Lorca begeisterten das Publikum. Sie bekam danach über den Jugendsender DT 64 das Angebot, am Zentralen Studio für Unterhaltungskunst der DDR eine Ausbildung als Sängerin zu machen.[1]

Ausbildung zur Sängerin und Erfolge[Bearbeiten]

Während der Ausbildung lernte sie namhafte Künstlerinnen und Künstler kennen wie Wolfgang Ziegler, Barbara Thalheim und andere. Ihr Repertoire fand bald großen Zuspruch, so dass Aurora Lacasa in Shows, im Ein Kessel Buntes, bei Galas auch im Friedrichstadt-Palast, mit der Fernsehsendung Weihnachten in Familie (1985), in der Sendung Mit Lutz und Liebe sowie bei kleineren Kulturveranstaltungen in der ganzen DDR auftrat. Es folgten bald Tourneen durch die UdSSR, Kuba, Polen, Bulgarien, Frankreich, Portugal und arabische Staaten.

Seit einigen Jahren nimmt Lacasa wieder gern Auftrittsangebote in ganz Deutschland wahr und wird vor allem bei ihren Weihnachtstourneen gefeiert.[2] Begleitet wird sie von einer Band junger südamerikanischer Musiker.

2009 war sie mit dem Soloprogramm Spurensuche unterwegs, das statt Schlager hauptsächlich Chansons bot. 2010 war sie mit ihrer Band und dem Konzert Lebenslinien auf Tournee.

Familiäres[Bearbeiten]

Aurora Lacasa hat einen Bruder, Ernesto, mit dem zusammen sie auch bereits als Sängerin aufgetreten ist. Sie war zunächst mit dem DDR-Schlagersänger Thomas Lück, ab Mitte der 1970er-Jahre bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts mit Frank Schöbel verheiratet. Mit ihm hat sie zwei Töchter Dominique und Odette. Dominique ist wie ihre Eltern als Sängerin erfolgreich. Nach der Trennung von Schöbel lebte Aurora mehrere Jahre in einer Plattenbauwohnung in Berlin-Mitte. Später zog sie nach Spanien, um ihre betagten Eltern zu pflegen. Seit einigen Jahren ist sie mit dem Manager Jürgen Krajewski liiert und baute mit ihm 2006/2007 gemeinsam im Wandlitzer Ortsteil Prenden ein Wohnhaus.[3] Im Wohnort hat sie die Initiative pro Region initiiert und beabsichtigt, ein Kulturprojekt mit Kindern zu starten.[1]

Aurora Lacasa versteht sich auch als bildende Künstlerin, sie malt und modelliert gern.[3]

Diskografie[Bearbeiten]

Lacasa veröffentlichte drei Langspielplatten (*), viele Singles und seit 1990 mindestens drei CDs – insgesamt wurden etwa drei Millionen Tonträger verkauft. Zu den erfolgreichsten Titeln zählen:[4]

  • Weihnachten in Familie (1985)(*)
  • Geh so wie du kamst
  • Immer wieder diese Liebe
  • Peterchens Mondfahrt, 1 und 2(*)
  • Nimm den Zug, der Sehnsucht heißt
  • Adieu Papa
  • Maria
  • Susani
  • Bring ihn mir wieder, Wind
  • Still, still, still
  • Kommt herein und setzt euch nieder
  • In Bethlehem
  • Das kann nur Liebe sein
  • Alles Gute im Leben
  • Er war mein Freund
  • Hier wo das Meer zu Ende ist
  • Guten Abend hier bin ich
  • Wenn die Wandervögel ziehn (2000)
  • Lebenslinien[5] (2005)
  • Weihnachten in Frieden (2009)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Wandlitz. Bürger- und Besucherinformation 2010/11, hrsg. von Augusta Presse Berlin in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und der Tourismusinformation Wandlitz, 12. Ausgabe 2010/11, „Meine Karriere begann in Wandlitz!“ S. 20–23, (online)
  2. Weihnachtskonzert mit A. Lacasa am 19. Dezember 2010 in Magdeburg (Beispiel)
  3. a b Richtfest für ihr Glück. Bericht in der Superillu vom 27. September 2006, abgerufen am 13. Dezember 2010
  4. Einige Titel von Aurora Lacasa Weitere Titel von Aurora Lacasa; abgerufen am 13. Dezember 2010
  5. Musikalische Reise durch ein bewegtes Leben. Interview mit der Superillu am 22. November 2005; abgerufen am 13. Dezember 2010