Aussig-Teplitzer Eisenbahn

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Das Streckennetz der A.T.E.

Die k.k. privilegierte Aussig-Teplitzer Eisenbahn A.T.E. (tschechisch: Ústecko-teplická dráha ÚTD) war eine Eisenbahngesellschaft in Österreich, deren Strecken im heutigen Tschechien lagen.

Geschichte[Bearbeiten]

Personenzug in Maria Ratschitz um 1900
Siegelmarke Aussig-Teplitzer Eisenbahn-Gesellschaft

Zur Abfuhr der im Nordböhmischen Becken um Teplitz geförderten Braunkohle zum Elbhafen Aussig entstand im Jahre 1858 die erste Eisenbahnstrecke dieser Gesellschaft. Zügig wurde der weitere Streckenausbau in Richtung Komotau fortgesetzt, um auch die Kohlegruben um Dux und Brüx anzuschließen. Am 8. Oktober 1870 erfolgte der Anschluss zur Buschtěhrader Eisenbahn in Komotau. In den folgenden Jahren entwickelte sich die 69 km lange Strecke Aussig–Komotau zur am stärksten belasteten Eisenbahnstrecke in Österreich-Ungarn. Als Ergänzung wurde im Jahre 1874 die Strecke Bilin/Dux–Türmitz im Bielatal eröffnet, um die Hauptstrecke zwischen Dux und Aussig zu entlasten.

Als weitere Strecke der A.T.E. entstand schließlich in den Jahren 18971900 die Nordböhmische Transversalbahn Teplitz–Reichenberg. Diese ungünstig trassierte Linie erfüllte allerdings nicht die Erwartungen. Vor allem die starken Neigungen und engen Radien im Böhmischen Mittelgebirge und auch bei der Überquerung des Jeschkenkamms führten dazu, dass keine langen und schweren Züge befördert werden konnten.

Zum 1. Januar 1924 wurde die Aussig-Teplitzer Eisenbahn als eine der letzten großen Privatbahnen Böhmens verstaatlicht. Die Fahrzeuge und Strecken wurden ins Eigentum der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD überführt.

Während die Strecke Aussig–Komotau ihre Bedeutung bis heute behalten hat, verlor die Lokalbahn Teplitz–Reichenberg in den 1930er Jahren ihren Durchgangsverkehr. Die vorher über diese Strecke geführten Züge zwischen Eger und Reichenberg verkehren seitdem über den Knoten Tetschen-Bodenbach und benutzen nur noch zwischen Böhmisch Leipa und Reichenberg die Strecke der Nordböhmischen Transversalbahn.

Die Strecken[Bearbeiten]

Die Lokomotiven[Bearbeiten]

Lokomotiven der Aussig-Teplitzer Eisenbahn-Gesellschaft
Reihe ATE-Nr. Anzahl Hersteller Baujahre Achsformel ČSD-Nr. DR-Nr. Bild
Ia 1–4 (alt)
1–2 (neu)
4 Borsig 1858 1B 220.101–102 -
Ib 3–5, 70–73 7 Wiener Neustadt 1887 1'B 253.201–207 -
Ic 99–100, 140–141 4 StEG 1900 2C-n2v 344.501–504 k.A.
Id 145
146
1
1
StEG 1902 1C-n2
1C-n3v / 1C-n2
334.401 / 344.337
334.402 / 344.338
54 537
54 538
ATE Id Engerth.jpg
Ie 147–148 (alt)
211–220 (neu)
10 Erste Böhmisch-Mährische
Maschinenfabrik
1908–1914 1'C-h2 344.601–610 k.A.
If 150–152 3 Wiener Neustadt 1906 1'C1'-h2 354.801–803 35 401–403 ATE If 150.jpg
IIa, IIb 4–16, 24–36 (alt)
26–59, 63–65 (neu)
37 Borsig, Sigl, Hartmann, Wiener Neustadt 1859–1884 C-n2 302.101–136 - ATE IIb Bilin.jpg
IIIa 17–25 9 Hartmann 1869–1874 C-n2 322.301–309 - ATE IIIa.jpg
IIIb 9–16, 81–98 26 Wiener Neustadt 1889–1894 C-n2 322.401–425 53 7401–7413 ATE IIIb.jpg
IVa 60–62, 66–69 7 Hartmann, Wiener Neustadt 1882/1888 D-n2 402.201–207 55 7111–7117 ATE IVa.jpg
IVb 101–110 10 Wiener Neustadt,
Floridsdorf
1897 D-n2 412.101–110 -
IVc 111–132 22 Wiener Neustadt 1899–1910 D-n2 413.201–222 55 6001–6022
X 6–7 2 Wiener Neustadt 1899 B-n2t 200.101 -
Xa 8 1 Krauss/München 1870 B-n2t - -
GBK 001–003 3 Erste Böhmisch-Mährische
Maschinenfabrik
1912/1914 E-n2t 514.101–103 GBK 1.jpg


Literatur[Bearbeiten]

  • Siegfried Bufe, Heribert Schröpfer: Eisenbahnen im Sudetenland. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1991, ISBN 3-922138-42-X.
  • Karel Zeithammer: Lokomotivy Ústecko-teplické dráhy. Vydavatelství dopravní literatury, Litoměřice 2011, ISBN 978-80-86765-19-8.