Aussprache der englischen Sprache

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Die Aussprache der englischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der englischen Sprache. Die Aussprache der englischen Sprache ist nicht überall dieselbe, denn es gibt diverse Mundarten, die zum Teil standardisiert wurden. Die wichtigsten Standardformen des Englischen sind Received Pronunciation (RP, Großbritannien), General American (GAm, Vereinigte Staaten von Amerika) und General Australian (GAu, Australien). In den meisten Belangen stimmt die Aussprache dieser Varietäten jedoch miteinander überein.

Phoneme[Bearbeiten]

Der Lautbestand des Englischen variiert. So werden einige Laute nicht in allen Varietäten gesprochen, z. B. [x] oder [ʍ]. Zudem gibt es einige Laute, die nur als Allophone auftreten. Sie kommen ebenfalls nicht in allen Mundarten vor (z. B [ç] oder [ʔ]).

Bei den Vokalen gibt es beträchtliche regionale Unterschiede, so wird das 'a' in 'ask' (fragen) u. a. als [ɑː], [æˑ], [äː], [a], oder [ɛ] ausgesprochen, das 'u' in 'cut' (schneiden) u. a. als [ɐ], [ɜ], [ä], [ʌ], [ə], [ɔ] oder [ʊ].

Konsonanten[1][Bearbeiten]

Konsonantische Phoneme des Englischen
  Bilabial Labio-
dental
Dental Alveolar Post-
alveolar
Retroflex Palatal Velar Glottal
Nasal m3 n3 ŋ3
Plosiv p  b t  d k  ɡ
Frikativ f  v θ  ð s  z ʃ  ʒ (ç)1 (x)1 h
Affrikate tʃ  dʒ
Approximant ɹ2 j (ʍ)1  w
Lateral l2, 3
  1. Dieses Phonem kommt nicht in allen Varietäten des Englischen vor
  2. Die genaue Aussprache kann variieren
  3. Diese Laute können in unbetonten Silben silbisch gesprochen werden.

Die Nasale[Bearbeiten]

  • /m/: z. B. man, dim. Wird vor labiodentalen Konsonanten als [ɱ] ausgesprochen (z. B. symphony).
  • /n/: z. B. name, thin. Wird vor labiodentalen Konsonanten als [ɱ] ausgesprochen (z. B. influence).
  • /ŋ/: z. B. bank, thing. Tritt nicht silbeninitial auf.

Die Plosive[Bearbeiten]

  • /p/: z. B. spill, plough. Wird silbeninitial als [pʰ] ausgesprochen (z. B. pan). Wird silbenfinal als [ˀp] ausgesprochen (z. B. dip).
  • /b/: z. B. ban, bride, throb.
  • /t/: z. B. steal, try. Wird silbeninitial als [tʰ] ausgesprochen (z. B. tan). Wird silbenfinal als [ˀt] ausgesprochen (z. B. debt). Wird vor /ɹ/ oft zu [t͡ʃ].
  • /d/: z. B. dove, dream, bad. Wird vor /ɹ/ oft zu [d͡ʒ].
  • /k/: z. B. skill, creep. Wird silbeninitial als [kʰ] ausgesprochen (z. B. cold). Wird silbenfinal als [ˀk] ausgesprochen (z. B. deck).
  • /g/: z. B. gear, glow, dig.
  • [ʔ]: z. B. uh-oh, Hawaiʻi. Der glottale Plosiv ist in einigen englischen Mundarten ein Allophon von /p/, /t/ und /k/ am Wortende, nach unbetontem Vokal oder vor betontem Vokal (dies schließt auch silbische /l/, /m/ und /n/ ein). Beispiel: button. Zudem kommt der Knacklaut in vielen (vor allem britischen) Mundarten als Grenze zwischen ähnlichen Vokalen (z. B. co-(ʔ)operation) oder zwischen einem Schwa und dem darauffolgenden Vokal (z. B. ultra(ʔ)ism) vor. Am Satzbeginn und bei einer besonders deutlichen und langsamen Aussprache gehen den Wörtern, die mit einem Vokal beginnen, ein Knacklaut voran (z. B. (ʔ)Attention!). Er tritt auch in Interjektionen auf (z. B. uh-(ʔ)oh) sowie bei authentischer Aussprache fremder Begriffe (z. B. Hawaiʻi oder (ʔ)autobahn). Der Knacklaut wird trotzdem nicht als phonemisch betrachtet und seine Existenz ist den meisten Sprechern nicht bewusst, da er nicht geschrieben wird (Ausnahmen können Satzzeichen wie Apostroph oder Bindestrich sein).

Die Frikative[Bearbeiten]

  • /f/: z. B. fan, from, laugh.
  • /v/: z. B. van, vroom, dive, of, wisent.
  • /θ/: z. B. thorne, throw, bath, theatre. Wird von manchen Sprechern (nicht standardgemäß) als [f], [t̪] oder [h] ausgesprochen.
  • /ð/: z. B. that, breathe, with. Wird von manchen Sprechern (nicht standardgemäß) als [v] oder [d̪] ausgesprochen.
  • /s/: z. B. sane, step, pass.
  • /z/: z. B. zone, seize, is.
  • /ʃ/: z. B. ship, shrink, fish, nation.
  • /ʒ/: z. B. vision, garage (GAm). Tritt nicht silbeninitial auf.
  • /ç/: z. B. hue, Reich, Gemuetlichkeit. In fast allen Mundarten aus Vereinfachung von /hju:/ zu /ç(j)u:/ entstanden (in den übrigen Mundarten /hju:/ oder /ju:/). Tritt außerdem in Fremdwörtern auf (meist aber als [k] ausgesprochen).
  • /x/: z. B. loch, ugh. Dieses nicht mehr produktive Phonem ist in den meisten Mundarten zu /f/ geworden oder verstummt. Es tritt in nativen Wörtern nur im schottischen Englisch auf. Außerdem kommt es in Fremdwörtern (z. B. patriarch im schottischen Englisch), Namen (z. B. Johann Sebastian Bach, Nikita Khrushchev) und Interjektionen (z. B. blech) vor. Ein Großteil der Englischsprecher hat Probleme mit diesem Laut und spricht ihn als /k/ oder /h/ aus. Wenn die originalgetreue Aussprache von Fremdwörtern angestrebt wird, tritt dieser Laut möglicherweise auch auf, z. B. bei Wörtern aus dem Spanischen (jalapeno), aus dem Deutschen (Sprachbund), Jiddischen (chutzpah), Hebräischen (Hannukah), Arabischen (sheikh) oder Russischen (Doukhobor).
H-dropping in englischen Dialekten
  • /h/: z. B. hat. Dieser Laut tritt nur silbeninitial auf. Die einzigen möglichen Konsonantcluster sind /hjuː/ und /hw/, welche aber in den meisten Varietäten als /ç(j)uː/ bzw. /w/ ausgesprochen werden. Zwischen Vokalen wird /h/ oft als [ɦ] ausgesprochen.
In vielen englischen Dialekten wie dem Cockney wird das /h/ überhaupt nicht ausgesprochen. Dies wird als h-dropping bezeichnet.

Die Affrikaten[Bearbeiten]

  • /t͡ʃ/: z. B. chew, fetch, true (siehe /t/). Wird silbenfinal als [ˀt͡ʃ] ausgesprochen (z. B. fetch).
  • /d͡ʒ/: z. B. jam, edge, dry (siehe /d/).

Prinzipiell werden alle Konsonantencluster des Typs "Plosiv + Frikativ" als Affrikate ausgesprochen (z. B. cats [kæt͡s]). Dies sind aber keine Phoneme.

Die zentralen Approximanten[Bearbeiten]

  • /ɹ/: z. B. run, bridge. Je nach Mundart kann /ɹ/ unterschiedlich ausgesprochen werden. Die häufigste Aussprachevariante ist ein postalveolarer Approximant [ɹ]. Weitere sind der retroflexe Approximant [ɻ], der alveolare Vibrant [r] oder der alveolare Tap [ɾ]. Der Einfachheit halber wird dieser Laut oft als /r/ notiert. In einigen wenigen Mundarten wird zwischen einem alveolaren und einem retroflexen /ɹ/ unterschieden: vgl. rap [ɹæp] und wrap [ɻæp] oder ring [ɹɪŋ] und wring [ɻɪŋ]. Man unterscheidet rhotische und nicht-rhotische Dialekte. Zu den rhotischen Dialekten gehören amerikanisches und schottisches Englisch, zu den nicht-rhotischen gehören britisches, australisches und südafrikanisches Englisch. In letzteren tritt /ɹ/ nicht silbenfinal auf (außer als linking R oder intrusive R.) Daher: bar wird in Amerika meistens [bɑ:ɹ] ausgesprochen, in England meistens [bɑ:] (aber: the bar of [ðə bɑ:ɹ ɒv], linking R). Siehe auch Rhotizität.
  • /j/: z. B. year, new, bay, Hallelujah. Ein stets konsonantisches /j/ tritt nur silbeninitial und nicht in Clustern auf. Einige Diphthonge werden manchmal mit "j" anstatt "ɪ" analysiert: boy [bɔ͡ɪ] oder (selten [bɔj]).
  • /ʍ/: z. B. whine. Tritt nur silbeninitial auf und nicht in Clustern. Ein alternative Analyse ist /hw/. Dieses nicht mehr produktive Phonem wird von den meisten Sprechern als /w/ ausgesprochen (wine-whine merger).
  • /w/: z. B. wine, quite, now. Tritt konsonantisch nur silbeninitial auf. Es ist aber auch in Diphthongen anzutreffen, in denen es meist als ʊ notiert wird (z. B. house [haʊs] oder (selten) [haws]).

Der Rest[Bearbeiten]

  • /l/: z. B. long, clock. Steht mit [ɫ] in Allophonie.
  • [ɫ]: z. B. call, bottle. Ein Allophon von /l/. Je nach Varietät wird [ɫ] unterschiedlich eingebracht (z. B. nur silbenfinal, immer, nie).
  • [ɾ]: z. B. better, rider, get on. Das Zungenspitzen-R ist vor allem in amerikanischen und australischen Mundarten ein Allophon von /t/ und /d/, wenn sie sich zwischen Vokalen (einschließlich den silbischen Konsonanten [ɹ̩], [l̩] und [m̩]) befinden und die folgende Silbe unbetont ist.

Vokale[Bearbeiten]

Die Aussprache der Vokale variiert sehr stark. Das O in 'lot' wird in Received Pronounciation als [ɒ] ausgesprochen, in General American als [ɑ] und in General Australian als [ɔ]. Einige Phoneme können sowohl als Monophthonge als auch als Diphthonge ausgesprochen werden. In diesem Artikel wird die übliche Notation vorgezogen.

Monophthonge[Bearbeiten]

Monophthonge der Received Pronunciation
Vorne Zentralisiert vorne Zentral Zentralisiert hinten Hinten
ungerundet gerundet ungerundet gerundet ungerundet gerundet ungerundet gerundet ungerundet gerundet
Geschlossen / i
Fast geschlossen ɪ ʊ
Mittel ɛ̝ ə ɔ̝ː
Halboffen ɜː
Fast offen æˑ ɐ
Offen ɑː ɒ

Als Symbol für das Phonem wird die Aussprache in der Received Pronunciation (RP) genommen.

  • /ɑː/: z. B. cart, father, palm. In GAm (General American) [ɑ], in GAu (General Australian) [ä:]. Man unterscheidet Mundarten, in denen bestimmte Wörter als /ɑ:/ oder /æˑ/ ausgesprochen werden. Zu den ersteren gehört die RP, zu den letzteren GAm. Beispiele: dance [dɑ:ns] oder [dæˑns], laugh [lɑ:f] oder [læˑf], ask [ɑ:sk] oder [æˑsk].
  • /æˑ/: z. B. cat, betontes and. Dieser Laut wird üblicherweise als Kurzvokal [æ] beschrieben. Tatsächlich ist er aber länger als alle anderen Kurzvokale (jedoch immer noch kürzer als ein Langvokal). Die korrekte Beschreibung lautet also [æˑ] (halblang). Dieses Phonem tritt nicht silbenfinal auf.
  • /ɐ/: z. B. cut, son. Dieser Laut war in der RP vor dem Zweiten Weltkrieg ein [ʌ], aber es hat sich seitdem nach vorne zu [ɐ] verschoben. Die einzigen englischen Mundarten, die ein echtes [ʌ] haben, sind Newfoundland English und Philadelphia English, sowie wenige Mundarten Südenglands und schwarzer Amerikaner. Im GAm wird der entsprechende Laut als [ɜ] ausgesprochen, im GAu als [ä]. Dennoch wird das Zeichen ʌ im Allgemeinen für das Phonem benutzt. Dies könnte an der Tradition liegen oder daran, dass einige Dialekte den Laut [ʌ] noch bewahrt haben. Dieses Phonem tritt nicht silbenfinal auf.
  • /ɛ̝/: z. B. kettle, bury, many. Dieser Laut liegt in der RP zwischen [ɛ] und [e]. Der Einfachheit halber wird dieses Phonem meist als [ɛ] oder [e] notiert. Es tritt nicht silbenfinal auf.
  • /ə/: z. B. category, about. Sammelbezeichnung für alle reduzierten Vokale
  • /iː/: z. B. key, eel. Wird oft zu [ɪi] diphthongisiert.
  • /ɪ/: z. B. kit, if.
  • /ɜː/: z. B. curt, girl, nerd. Dieser Laut wird häufig auch als [əː] beschrieben.
  • /ɔ̝ː/: z. B. caught, awe. Dieser Laut liegt in der RP zwischen [ɔ:] und [o:]. Der Einfachheit halber wird dieses Phonem meist als [ɔ:] oder [o:] notiert. Im GAm wird er als [ɔ] ausgesprochen, im GAu als [o:]. In der RP werden auch die Diphthonge /ɔə/ und neuerdings /ʊə/ als /ɔ̝ː/ ausgesprochen.
  • /ɒ/: z. B. cot, wrath. Dieser Laut ist im GAm [ɑ] oder [ɔ], im GAu [ɔ]. Er kann nicht silbenfinal auftreten.
  • /uː/: z. B. coo, ooze. Dieser Laut wird oft zu [ʊu] diphthongisiert. Im GAu und häufig auch im GAm wird er als [ʉː] ausgesprochen.
  • /ʊ/: z. B. cook, cushion. Dieses Phonem kann nicht silbenfinal auftreten.

Diphthonge[Bearbeiten]

Englische Diphthonge
RP Australisch Amerikanisch
beau /əʊ/ /əʉ/ /oʊ/
now /aʊ/ /æɔ/ /aʊ/
buy /aɪ/ /ɑe/ /aɪ/
bay /eɪ/ /æɪ/ /eɪ/
boy /ɔɪ/ /oɪ/ /ɔɪ/
beer /ɪə/ /ɪə/ /ɪɚ/
bear /ɛə/ /eː/ /ɛɚ/
tour /ʊə/ /ʊə/ /ʊɚ/
boar /ɔ̝ː/ /oː/ /oɚ/
beauty /(j)uː/ /(j)ʉː/ /(j)uː/

Es kann folgende Schwankungen zwischen Diphthong und Monophthong geben:

  • /iː/ oder /ɪi/
  • /uː/ oder /ʊu/
  • /eɪ/ oder /eː/
  • /aɪ/ oder /äː/
  • /oʊ/ oder /oː/
  • /aʊ/ oder /ɑː/
  • /ɔə/ oder /oː/, /ɔ̝ː/, /ɔː/
  • /ʊə/ oder /ɔ̝ː/
  • /ɛə/ oder /ɛː/, /eː/

Triphthonge[Bearbeiten]

Englische Triphthonge
RP Australisch Amerikanisch
lower /əʊ̯ə/ /əʉ̯ə/ /oʊ̯ɚ/
hour /aʊ̯ə/ /æɔ̯ə/ /aʊ̯ɚ/
fire /aɪ̯ə/ /ɑe̯ə/ /aɪ̯ɚ/
player /eɪ̯ə/ /æɪ̯ə/ /eɪ̯ɚ/
lawyer /ɔɪ̯ə/ /oɪ̯ə/ /ɔɪ̯ɚ/
pure /jʊə/ /jʉːə/ /jɝ/

Reduzierte und schwache Vokale[Bearbeiten]

Vokale werden in unbetonten Silben reduziert:

  • /ə/: z. B. about. Reduziertes /ɐ, æ, ɑː, ɒ/
  • /ɨ/: t. B. determinism. Reduziertes /iː/
  • /ɪ̵/: z. B. pencil. Reduziertes /ɪ, ɛ, eɪ, aɪ/
  • /ʊ̵/: z. B. awful. Reduziertes /ʊ, uː/
  • /ɵ/: z. B. eloquent. Reduziertes /oʊ/

Normalerweise werden alle diese Vokale durch das Symbol ə dargestellt. Die meisten Sprecher unterscheiden auch nicht alle diese Vokale; dies ist das Maximalsystem, das nur in sehr sorgfältiger Aussprache vorkommen dürfte und selbst in der RP nicht allgemein üblich ist.

Daneben gibt es auch die schwachen Vokale:

  • /i/: z. B. city. Wenn ein /ə/ folgt, kann dieser Laut als [j], d. h. konsonantisch, ausgesprochen werden.
  • /u/: z. B. actual. Wenn ein Konsonant folgt, kann dieser Laut als [ə] ausgesprochen werden.

Stark- und Schwachtonform[Bearbeiten]

Einige einsilbige Wörter im Englischen haben mehrere Ausspracheformen. Die weak form wird benutzt, wenn das Wort im Satz unbetont ist, und ist die deutlich häufiger gebrauchte Form. Die strong form wird benutzt, wenn das Wort im Satz betont wird, wenn es am Ende des Satzes steht, wenn es einzeln gesprochen wird (also nicht im Satz) oder wenn es gesungen wird. Der genaue Gebrauch der beiden Formen variiert aber je nach Wort und Dialekt. Schwachtonformen sind kein umgangssprachlicher Makel, sondern Teil der Standardsprache.

Eine Übersicht über die Schwachtonformen in der RP findet man im Artikel Schwachton- und Starktonformen im Englischen.

Weitere Schwachtonformen sind beispielsweise [jɚ] (oft yer geschrieben) für your oder [əm] (oft 'em geschrieben) für them.

Geschichtliche Entwicklung[Bearbeiten]

Die übliche zeitliche Einordnung in Altenglisch, Mittelenglisch, Frühneuenglisch und Neuenglisch wurde zugunsten einer besseren Klassifizierung der phonetischen Entwicklung modifiziert. Siehe auch Geschichte der englischen Sprache.

Proto-Anglofriesisch (400–475)[Bearbeiten]

  • Das nordseegermanische [ɑː] wurde zu [æː], welches in der heutigen Rechtschreibung aber mit A geschrieben wird: vgl. dt. Tag /tak/, altengl. dæg /dæj/ und engl. day /deɪ/.
  • [ai] wurde zu [ɑː]: vgl. dt. Stein [ʃtaɪ̯n], altengl. stán und engl. stone.
  • Schwund des /n/ vor Frikativen: vgl. dt. Gans, altengl. gos und engl. goose, dt. uns, engl. us
  • /b/ wurde zu /f/ oder /v/: vgl. dt. Liebe, altengl. lufu, engl. love.
  • /ɡ/ wurde häufig zu /j/, vgl. dt. Wege /ˈveːgə/, altengl. weg /wæj/, engl. way /weɪ/.

Altenglisch (475–900)[Bearbeiten]

  • /æ/, /ɛ/, /ɪ/ wurden zu /æ̆ɑ̆/, /ɛ̆ɔ̆/, /ɪ̆ʊ̆/, und /æ: /, /eː/, /iː/ wurden zu /æɑ/, /eo/, /iu/, welche ea, eo, io geschrieben wurden.
  • /ɪ̆ʊ̆/ und /iu/ wurden zu /ɛ̆ɔ̆/ und /eo/.
  • /au/ wurde erst zu /æu/ und dann zu /æa/: vgl. dt. Traum /traum/, altengl. dréam /dræam/, engl. dream /dri:m/.
  • Hintere Vokale wurden zu vorderen Vokalen, wenn ein /i/ oder /j/ auf sie folgte:
    • Die I-Mutation: /æ/ → /e/, /e/ → /i/, /a/ + m/n → /e/ + m/n, /a/ → /æ/, /aː/ → /æː/, /o/ → /e/, /oː/ → /eː/, /u/ → /y/, /uː/ → /yː/, /ea/ → /ie/, /eːa/ → /iːe/, /eo/ → /ie/, /eːo/ → /iːe/.
    • Die gerundeten Vokale /œ/, /øː/, /ʏ/, /yː/. /œ/ und /øː/ wurden später zu den ungerundeten Vokalen /ɛ/ und /eː/.
    • Alle kurzen Zwielaute wurden zu /ɪ̆ʏ̆/, alle langen zu /iy/.
    • Im späten Altenglischen wurden sie zu /ʏ/ und /yː/ monophthongiert.
  • In unbetonten Silben:
    • /oː/ wurde zu /ɑ/.
    • /ɪ/ und /ʊ/ verschwanden vor einer betonten Silbe.
  • /sk/ wurde zu /ʃ/: vgl. dt. Schiff, altengl. scip, engl. ship.
  • /k/, /ɣ/, /ɡ/ wurden unter bestimmten Umständen zu /ʧ/, /j/, /ʤ/.
  • Am Wortanfang wurde /ɣ/ zu /ɡ/.

Bis Chaucers Englisch (900–1400)[Bearbeiten]

  • Vor /ld/, /mb/, /nd/, /rd/, /nɡ/, /rl/, /rn/ wurde der Vokal lang ausgesprochen, es sei denn ein dritter Konsonant folgte: vgl. dt. finden /fɪndn/, altengl. findan /fɪndɑn/, mittelengl. find /fi:nd/, engl. find /faɪnd/.
  • Wenn sie von zwei oder mehr Konsonanten gefolgt wurden, wurden Vokale verkürzt. Eine Ausnahme bildet die oben genannte Verlängerung bei bestimmten Konsonantenfolgen.
  • /æː/ und /ɑː/ wurden zu /ɛː/ und /ɔː/.
  • /æ/ und /ɑ/ wurden zu /a/.
  • /ʏ/ und /yː/ wurden zu /ɪ/ und /iː/.
  • Wenn zwei Silben folgten, wurden betonte Vokale verkürzt: vgl. engl. south [saʊθ] und engl. southern ['sʌðən].
  • In offenen Silben wurden Vokale lang ausgesprochen, es sei denn die oben genannte Verkürzung trat auf.
  • Alle unbetonten Vokale wurden zu /ə/.
  • /ɣ/ wurde in einigen Fällen zu /w/ oder /j/. Mit /w/ und /j/ wurden neue Diphthonge gebildet.
  • /hɾ/, /hl/, /hn/ am Wortanfang verloren das /h/.
  • Stimmhafte Frikative wurden von Allophonen zu eigenständigen Phonemen.
  • /sw/ wurde vor hinteren Vokalen zu /s/: engl. answer /ɑːnsə/
  • /mb/ wurde zu /m/: engl. lamb /læm/

Bis Shakespeares Englisch[2] (1400–1600)[Bearbeiten]

  • Verlust der meisten Zwielaute:
    • /ɛi/ wurde zu /ai/ und dann zu /ɑː/ (vor dem Great Vowel Shift)
    • /ɔu/ wurde zu /ou/ und dann zu /o: / (nach dem Great Vowel Shift)
    • /ei/ wurde zu /eː/ (nach dem Great Vowel Shift)
    • /au/ wurde zu /ɔː/ (nach dem Great Vowel Shift)
    • /ɛu/, /y/ und /iu/ wurden zu /ju/
    • /ʊi/ und /oi/ wurden zu /ɔi/
    • /ei/ und /ai/ wurden zu /ei/, rein und rain werden also Homophone
  • Der Great Vowel Shift:
    • /aː/, /ɛː/, /eː/, /ɔː/, /oː/ wurden zu /ɛː/, /eː/, /iː/, /oː/ bzw. /uː/
    • /iː/, /uː/ wurden erst zu /əi/ und /əu/, dann zu /ai/ und /au/
    • /au/ wurde zu /ɔː/
    • Im Frühneuenglischen fielen /eː/ und /iː/ zusammen, sie werden aber noch schriftlich unterschieden: ea, ee
  • Verlust des /ə/ in Endsilben
  • In den meisten Dialekten verstummte das gh, welches zuvor als /x/ oder /ç/ ausgesprochen wurde; taut und taught wurden also Homophone.
  • Am Wortanfang wurde /ɡn/ zu /n/, die alte Aussprache wird aber nach wie vor in der Schrift festgehalten.
  • Am Wortanfang wurde in den meisten Mundarten /kn/ zu /n/, knot und not wurden also Homophone.
  • Am Wortanfang fielen in vielen Mundarten /wr/ und /r/ zusammen, rap und wrap wurden dort also Homophone.
  • Doppelkonsonanten wurden zu Einzelkonsonanten.

Bis zur Aufteilung in ein britisches und ein amerikanisches Englisch[3] (1600–1725)[Bearbeiten]

  • /ʊ/ wurde gespalten in /ʊ/ (wie in put) und /ʌ/ (wie in cut).
  • In geschlossenen Silben wurden lange Vokale willkürlich verkürzt: z. B. head, breath, bread, blood.
  • ea und ee fielen in den meisten Mundarten endgültig zusammen, nur in wenigen Wörtern hat sich die alte Aussprache von ea bis heute erhalten: z. B. break, steak, great.
  • Kurze Vokale vor einem /r/ am Wortende oder vor einem Konsonanten wurden verändert (nicht im Schottischen):
    • /a/ und /ɔ/ wurden verlängert: start, short
    • /ɛ/, /ɪ/ und /ʌ/ fielen zusammen: vgl. fern /fɜːn/, fir /fɜː/, fur /fɜː/ (nicht im Hiberno-Englischen)
    • All diese Veränderungen betrafen auch abgeleitete Wörter: vgl. starry /stɑːri/ und marry /mæri/
  • Veränderungen des /a/
    • [a] wurde in vielen Wörtern zu [æ], z. B. cat /kæt/
    • [a] wurde zu [ɔː] vor [ɫ]: z. B. tall [tɔːɫ].
  • Das neue Phonem /ɑ/ entwickelte sich in der Endung -alm (z. B. calm [kɑːm]) und in einigen anderen Wörtern (z. B. father [fɑːðə]).
  • In einigen Mundarten wurde /ɔ/ verlängert vor /ŋ/ und /ɡ/, im amerikanischen Englisch außerdem vor /s/, /f/ und /θ/.
  • /r/, vorher als [r] ausgesprochen, wurde zu [ɹ]. Nur im Schottischen wird die alte Aussprache bewahrt.
  • /nɡ/ wurde zu /ŋ/.
  • /tj/, /sj/, /dj/, /zj/ wurden zu /ʧ/, /ʃ/, /ʤ/ und dem neuen Phonem /ʒ/. Received Pronunciation bewahrt die alte Aussprache bis ins 20. Jahrhundert.
  • Verlust des /l/ in /lk/, /lm/ und /lf/: z. B. talk [tɔ:k], calf [kɑ:f], calm [kɑ:m], aber bald [bɔːɫd].

Ab 1725[Bearbeiten]

  • In den meisten nordamerikanischen Mundarten verschmolzen /ɒ/ wie in lot und /ɑ/ wie in father zu /ɑ/.
  • In Südengland wurde /æ/ in einigen Wörtern zu /ɑ: / vor /s/, /f/, /θ/ und /n/ oder /m/ gefolgt von einem weiteren Konsonanten (z. B. bath /bɑːθ/). Daher werden in Received Pronunciation pass, glass, grass, class mit /ɑː/ gesprochen, mass und crass aber mit /æ/. Im amerikanischen, schottischen und nordenglischen Englisch werden alle diese Wörter mit [æ] gesprochen.
  • [ɪ] wurde am Wortende zu [i].
  • In einigen Mundarten Südenglands, im Hiberno-Englischen, im Neufundland-Englischen und im Karibischen Englisch verschmolzen /aɪ/ und /ɔɪ/ zu einem dazwischen liegenden Diphthong.
  • In der Received Pronunciation wurde [ʌ] zu [ɐ].
  • Aufteilung in rhotische und nicht-rhotische Mundarten: In letzteren verstummte das /r/ am Silbenende, wobei neue Diphthonge wie /ɛə/ (square), /ɪə/ (near), /ɔə/ (cord), /oə/ (sore), /ʊə/ (cure) sowie das sehr seltene Phonem /ɜː/ (nurse) entstanden. Die meisten britischen Mundarten sind nicht rhotisch, die meisten amerikanischen sind rhotisch.
  • In den meisten Mundarten des englischen Englisch und einigen Mundarten des amerikanischen Englisch wurden /hw/ und /ʍ/ zu /w/, wodurch whine und wine Homophone wurden.
  • Im amerikanischen und australischen Englisch wurden /t/ und /d/ unter gewissen Umständen als [ɾ] ausgesprochen.
  • In England entwickelte sich der Glottisschlag [ʔ] als Allophon von /p/, /t/ und /k/ unter gewissen Umständen.

Veränderung und Bewahrung der Konsonanten in der englischen und deutschen Sprache[Bearbeiten]

Die 2. germanische Lautverschiebung trennt das Hochdeutsche von den restlichen germanischen Sprachen ab. Da das Englische diese Lautverschiebung nicht mitgemacht hat, bleiben deshalb die ursprünglichen Konsonanten erhalten:

  • [t] statt [s] oder [ts]: vgl. water und Wasser bzw. toll und Zoll
  • [p] statt [f] oder [pf]: vgl. ape und Affe bzw. penny und Pfennig
  • [k] statt [ç] oder [x]: vgl. like und gleich bzw. make und machen
  • [d] statt [t]: vgl. dead und tot
  • [ð] oder [θ] statt [d]: vgl. this und dies bzw. thank und Dank

Des Weiteren:

  • [w] statt [v]: vgl. weasel [wiːzl̩] und Wiesel [viːzl̩]
  • [s] statt [z] vor Vokalen: vgl. soup [suːp] und Suppe [zʊpə]
  • [s] statt [ʃ] vor Konsonanten: vgl. swarm [swɔːm] und Schwarm [ʃvaːm]
  • [j] oder [w] statt [g]: vgl. yell und gellen bzw. fowl und Vogel; hier behält das Deutsche die ursprüngliche Aussprache bei
  • [t͡ʃ] statt [k] vor hellen Vokalen: vgl. choose (aengl. ceosan und kiesen); hier behält das Deutsche die ursprüngliche Aussprache bei

Englisch, Färöisch und Isländisch sind die einzigen noch lebenden germanischen Sprachen, die die dentalen Frikative [θ] und [ð] bewahrt haben. Das [w] ist sogar in allen rezenten germanischen Sprachen außer dem Englischen zu [v] geworden.

Obwohl sich die englische Sprache in diesen Fällen also als sehr konservativ erwiesen hat, ist in manchen Fällen auch das Deutsche konservativer:

  • So ist das germanische [b] im Englischen zu [f] oder [v] geworden, vgl. nhd. Dieb, engl. thief, dän. tyv.
  • An gewissen Positionen ist im Englischen das /n/ verschwunden, vgl. nhs. Gans, engl. goose, isl. gæs.
  • Auch das germanische /x/ ([x]) mit dem Allophon [ç] im Englischen verschwunden, vgl. nhd. Nacht, engl. night, schwed. natt. Im Englischen hat sich das /x/ nur noch im Schottischen (z. B. loch) sowie im Schriftbild als gh gehalten (vgl. Nachtnight, Machtmight, Lichtlight). Das gh ist verstummt oder wird als [f] ausgesprochen (z. B. lachenlaugh [lɑːf]).

Diskrepanz zwischen Orthografie und Aussprache[Bearbeiten]

Ursprünglich war die Rechtschreibung regelmäßig und orientierte sich an der Aussprache. Doch durch mehrere lautliche Veränderungen, etwa den Great Vowel Shift, veränderte sich die Aussprache. Dies wurde in der Schrift nicht berücksichtigt (die heutige Schreibweise der germanischen Erbwörter entspricht immer noch der mittelalterlichen Aussprache).

Nur noch gute 30 % des Wortschatzes der englischen Sprache sind Erbwörter. Es kamen viele Fremdwörter aus dem Französischen (z. B. abandon für forsake), dem Lateinischen (z. B. longitude für length), dem Altgriechischen (z. B. air für lyft) und dem Skandinavischen (z. B. sky für heaven) in den englischen Wortschatz und verdrängten dabei zum Teil die angestammten Wörter. Auch heute kommen viele Fremdwörter aus aller Welt dazu, etwa aus dem Chinesischen (z. B. ginseng), dem Deutschen (z. B. weltanschauung) oder dem Jiddischen (z. B. shlep). Bei fast allen Fremdwörtern – auch bei denjenigen, die schon vor vielen Jahrhunderten in die englische Sprache eingegangen sind – wurde die ursprüngliche Schreibweise unverändert oder fast unverändert übernommen. An die eigentliche englische Schreibweise angepasst wurden nur Wörter, die direkt aus einer Sprache entnommen wurden, die nicht die lateinische Schrift verwendet.

Daher kommt es zu einer großen Diskrepanz zwischen Aussprache und Schreibweise, so kann das c als [s], [k] oder [ʃ] ausgesprochen werden: ceiling, cradle, social. Hinzu kommen noch seltene Varianten in Fremdwörter wie z. B. als [tʃ] wie in ciabatta und die diversen Aussprachevarianten von ch (unter anderem als [tʃ], [ʃ], [k] und [x]). Das s kann u. a. als [s], [z], [ʃ] und [ʒ] ausgesprochen werden: see, use, sure, version.

Vokale[Bearbeiten]

Besonders unregelmäßig sind die Vokale. In der Schreibweise lässt sich häufig noch die Aussprache von vor dem Great Vowel Shift erkennen: vgl. dt. sehen /ze:n/, engl. see /siː/; dt. Mond /moːnt/, engl. moon /muːn/; dt. ich /ɪç/, engl. I /aɪ/.

Das a hat 6 Aussprachevarianten im britischen und amerikanischen Englisch:

  • als [ɑː] wie in father
  • als [ɔ̝ː] wie in false
  • als [ə] wie in about
  • als [eɪ] wie in blame
  • als [æˑ] wie in man
  • als [ɛ] wie in any

Hinzu kommen noch diverse Aussprachevarianten in Vokalkombinationen wie ai, au, aw, ay, ea, ia und oa.

Hier die möglichen Schreibweisen der Vokale:

Vokale
Aussprache Schreibweise
/i:/ e, ea, ee, e…e, ae, ei, i…e, ie, eo, oe, ie...e, ay, ey, i, y, oi, ue
/ɪ/ i, y, ui, e, ee, ie, o, u, a, ei, ee, ia, ea, i...e, ai, ey, oe
/u:/ oo, u, o, u…e, ou, ew, ue, o…e, ui, eu, oe, ough, wo, ioux, ieu, ault, oup, w
/ʊ/ oo, u, o, oo...e, or, ou, oul
/eɪ/ a, a…e, ay, ai, ai...e, aig, aigh, ao, au, e (é), e...e, ea, ei, ei...e, eig, eigh, ee (ée), eh, et, ey, ez, er, ie, ae, eg
/ə/ a, e, o, u, ai, ou, eig, y, ah, ough, gh, ae, oi
/əʊ/ o, o…e, oa, ow, ou, oe, oo, eau, oh, ew, au, aoh, ough, eo
/ɛ̝/ e, ea, a, ae, ai, ay, ea…e, ei, eo, ie, ieu, u, ue, oe
/æˑ/ a, ai, al, au, i
/ɐ/ u, o, o…e, oe, ou, oo, wo
/ɔ̝ː/ a, au, aw, ough, augh, o, oa, oo, al, uo, u
/ɒ/ o, a, eau, ach, au, ou
/aɪ/ i…e, i, y, igh, ie, ei, eigh, uy, ai, ey, ye, eye, y…e, ae, ais, is, ig, ic, ay, ui
/ɑː/ ar, a, er, ear, a…e, ua, aa, au, ou
/ɛə/ er, ar, ere, are, aire, eir, air, aa, aer, ayr, ear '
/ɔɪ/ oi, oy, aw, uoy oy…e, eu
/aʊ/ ou, ow, ough, au, ao
/ɜː/ er, or, ur, ir, yr, our, ear, err, eur, yrrh, ar, oeu, olo, uer
/ju/ u, u…e, eu, ue, iew, eau, ieu, ueue, ui, ewe, ew

Doch es gibt dennoch gewisse Regelmäßigkeiten in der Aussprache der Vokale, so dass die Aussprache in den meisten Fällen vorhergesagt werden kann:

Received Pronunciation (Britisch)
Buchstabe Nachlässig Angespannt Gewichtig Angespannt + R
a /æˑ/
man
/eɪ/
mane
/ɑː/
mar
/ɛə/
mare
e /ɛ̝/
met
/iː/
meet
/ɜː/
her
/ɪə/
here
i /ɪ/
win
/aɪ/
wine
/ɜː/
fir
/aɪə/
fire
o /ɒ/
mop
/əʊ/
mope
/ɔ̝ː/
for, fore
u /ɐ/
hug
/juː/
huge
/ɜː/
cur
/jʊə/
cure
u /ʊ/
push
/uː/
rude
/ʊə/
sure

Rekordhalter bei den Aussprachemöglichkeiten ist die Buchstabenverbindung ough:

Aussprache Beispiel
[ɐf] tough, enough, rough
[ɒf] cough, trough
[aʊ] bough, plough
[əʊ] though, dough
[ɔ̝ː] thought, bought
[uː] through
[ə] thorough, borough
[ɐp] hiccough
[ɒk] hough
[ɒx] lough

Um diese verwirrenden Anzahl an Aussprachemöglichkeiten zu reduzieren, gibt es einige Vorschläge für alternative Schreibweisen. hiccup und hock statt hiccough und hough sind mittlerweile Standard. Umgangssprachlich gibt es weitere Alternativschreibweisen, z. B. thru für through. Zudem gibt es Schreibweisen, die je nach Land Standard sind oder nicht: In England schreibt man nought und doughnut, in den USA hingegen naught und donut.

Es gibt schon seit langer Zeit Bestrebungen, eine Rechtschreibreform durchzuführen und die Schreibweise an die Aussprache anzupassen. Diese Versuche konnten sich aber nicht durchsetzen.

Betonung[Bearbeiten]

Die Betonung ist phonemisch im Englischen. So unterscheiden sich die Wörter desert und dessert in ihrer Aussprache nur durch die Betonung (betonte Silben sind fett dargestellt). Das Substantiv record unterscheidet sich nur durch die Betonung vom Verb record. Betonte Silben sind lauter, länger und höher intoniert als unbetonte Silben.

Üblicherweise teilt man die Betonung in drei Abstufungen ein: primär, sekundär (tritt bei mehr als zwei Silben auf) und unbetont. Beispiele (Primärbetonung ist fett, Sekundärbetonung ist kursiv, sonst unbetont): admiration, confidential, politician

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. stumme Konsonanten
  2. Über die Aussprache der englischen Sprache im Zeitalter Shakespeares siehe Fausto Cercignani, Shakespeare's Works and Elizabethan Pronunciation, Oxford, Clarendon Press, 1981.
  3. Über die Aussprache der englischen Sprache um 1725 siehe Fausto Cercignani (1975), English Rhymes and Pronunciation in the Mid-Seventeenth Century, in “English Studies”, 56/6, 1975, S. 513–518.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alan Cruttendon: Gimson's Pronunciation of English. 7. Ausgabe. Routledge, 2008. ISBN 978-0-340-95877-3.
  • Peter Roach: English Phonetics and Phonology. 4. Ausgabe. Cambridge University Press, 2009. ISBN 978-0-521-71740-3.
  • Chris McCully: The Sound Structure of English: An Introduction. Cambridge University Press, 2009. ISBN 978-0-521-61549-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Englisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Kategorie:Englisch – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikibooks: Englisch – Lern- und Lehrmaterialien
 Commons: Englische Sprache – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Englische Aussprache – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien