Bad Gögging
Bad Gögging ist ein Stadtteil von Neustadt an der Donau in Niederbayern. Der Kurort liegt etwa zwei Kilometer von der Donau entfernt am Fluss Abens.
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[Bearbeiten] Geschichte
Es ist nahe liegend, dass bereits die Kelten, welche in den letzten 500 Jahren vorchristlicher Zeit die Gegend besiedelten, die Quellen Bad Göggings kannten und nutzten. Die Schwefelquellen des heutigen Kurorts Bad Gögging wurden jedoch nachweisbar von den Römern genutzt. Nicht bewiesen, jedoch wahrscheinlich ist es, dass sie schon in dem Zeitpunkt bekannt waren, als zur Zeit der Herrschaft von Kaiser Titus um 80 die Cohors IIII Gallorum ("4. Gallierkohorte") zur Sicherung der Donaulinie das Kastell Abusina errichtete. Hier endet der Obergermanisch-Rätische Limes. Fest steht, dass Kaiser Trajan um 110 die Gegend besuchte und der Garnison eine Therme baute, deren Relikte unter der heutigen Andreaskirche in den Jahren 1960 bis 1970 ausgegraben wurden. Der antike Ortsname von Bad Gögging ist nicht bekannt.
Die Anlage war etwa 60 x 30 m groß; es gab ein Caldarium, ein Sudatorium und ein Frigidarium.
Es ist unklar, wie lange die Thermen in Betrieb waren, ob sie schon beim Markomannen-Einfall 174, beim Alemannen-Sturm 260 oder erst beim Hunnen-Einfall 450, als die Römer das Kastell bereits aufgegeben hatten, zerstört wurden.
Gögging ist eine Urpfarrei und damit eine der ältesten der Umgebung. Nach der Diözesanmatrikel wird schon im Jahre 575 in Gögging eine Seelsorgestelle erwähnt [1]. Im Jahre 1382 wurde von ihr der Pfarrsprengel Abensberg abgespalten. 1653 verlor die Pfarrei Bad Gögging durch Verlegung des Pfarrsitzes nach Neustadt an der Donau ihre Selbständigkeit [2].
Die erste urkundliche Erwähnung Bad Göggings erfolgte 970 n.Chr. im Zusammenhang mit einm Sigibero des Geckingun, Zensuale des Klosters Weltenburg [3].
Seine Tradition als Badeort der Römer setzte der als „Göcking“ dokumentierte Ort im Mittelalter fort, als die antiken Thermen bereits durch Andreaskirche überbaut waren. Wann die heilsamen Quellen wieder entdeckt wurden, ist unklar. Fest steht, dass Herzog Ludwig der Reiche von Landshut sie 1470 kannte. Im 16., 17. und 18. Jahrhundert kam es jedoch zu einer Reihe von Rückschlägen. Im Landshuter Erbfolgekrieg 1505 wurde der Ort von den Gegnern Herzog Albrechts des Weisen völlig niedergebrannt. Während des Dreißigjährigen Kriegs wurde der Ort von den schwedischen Truppen 1632-33 zerstört, ebenso im Spanischen Erbfolgekrieg 1702-1714 sowie im Österreichischen Erbfolgekrieg 1740-1745. Aus dem Jahre 1783 wird berichtet, dass die Quelle einige Tage nicht floss, weil sich in Italien/Messina ein großes Erdbeben ereignete.
Es dauerte bis zum Ende des 19. Jahrhundert, bis der Badebetrieb wieder aufgenommen wurde. 1880 entstand das Kurhaus „Römerbad“ und 1913 das „Trajansbad“. Den offiziellen Bäder-Status erhielt der Ort am 30. Juni 1919.
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich neben dem Kurbetrieb ein regulärer Tourismus. Pensionen und Gasthöfe entstanden.
Im Mai 1976 wurde in 650 m Tiefe bei Bohrungen eine Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Quelle entdeckt. Hieraus entstand das im Dezember 1979 in Anknüpfung an die römische Tradition das „Limes-Therme“ genannte Thermalbad, welches seither mehrere Modernisierungen und Erweiterungen erfuhr. Rund um diese Therme entstand Ende des 20. und zu Beginn des 21. Jahrhunderts neben dem historischen ein zweites Kurzentrum mit einer Reihe von Wellness-Hotels zeitgenössischen Zuschnitts, ein kleiner Golfplatz, ein neues Kurhaus nebst Rehabilitationseinrichtungen mit Schwefelquelle, Thermalwasser und Naturmoor, Anlagen für Betreutes Wohnen, Einkaufszentrum und gastronomischen Betrieben.
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen von Bad Gögging zeigt zwei Badescheffel, wobei der im Wappen oben dargestellte die römische Badeepoche, der untere die mittelalterliche repräsentiert.
[Bearbeiten] Tourismus
Der neben dem Kurbetrieb florierende Tourismus in Bad Gögging gründet sich auf Wellness-Konzepte in Verknüpfung mit der antiken Tradition.
Überregionale Bedeutung hat die „Limes-Therme“ mit Thermal-Badelandschaft, Whirlpools, Dampfbad und einem zugleich als Museum konzipierten Saunabereich. In einem rekonstruierten Limesturm mit Schwitzbädern nach antikem Vorbild (Laconium, Sudatorium, Caldarium, Tepidarium) sind etwa 500 Exponate (etruskische, römische sowie spätantike Skulpturen und Reliefs) teilweise in Vitrinen und teilweise als Mobiliar integriert. Zu dieser so genannten „Römersauna“ gehört ein Außenbereich mit mediterraner Bepflanzung.
Bad Gögging ist Ausgangspunkt der Via Danubia, dem bayerischen Abschnitt des Donauradwegs und Endpunkt des Limesweges (Weg 46) des Fränkischen Albvereins. Beliebte Ausflugsziele für Touristen sind zudem der Donaudurchbruch bei Weltenburg mit dem Kloster, Burg Prunn, Riedenburg und das Altmühltal.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Ein Teil der unter der Andreaskirche gefundenen römischen Thermen ist seit 1980 als Römisches Museum für Kur- und Badewesen öffentlich zugänglich. Zu sehen sind nur noch Relikte; nachvollziehbar ist neben der Raumaufteilung noch das für römische Badeanlagen charakteristische Beheizungssystem mittels gemauerter Kanäle, die heiße Luft von zwei Feuerstellen unter den Boden und hinter die Wände leiteten.
- Die Andreaskirche selbst ist romanisch und besitzt ein Skulpturenportal, das stilistisch mit der Kunst der Magistri Comacini verwandt ist. Das Tympanon zeigt Christus als Weltenrichter zwischen zwei Engeln. Die Seitenreliefs sind ikonografisch teilweise noch nicht gedeutet.
- Die begehbare Ausgrabungsstätte des Römerkastells Abusina aus dem Jahre 80 liegt wenige Kilometer entfernt beim Ortsteil Eining.
[Bearbeiten] Literatur
- Josef Reindl: Bad Gögging, Geschichte und Führer. Bad Gögging 1936.
- Gerhard Andres: Die Thermal- und Schwefelwasservorkommen von Bad Gögging. München 1981.
- Anton Metzger: Bad Gögging, vom römischen Staatsbad zum modernen Kurort. Bad Gögging 1999.
- Erich Griebl: 1974-1984: 10 Jahre Fremdenverkehrsverein Bad Gögging, 1974
- Hans Ulrich Nuber: Ausgrabungen in Bad Gögging - Römisches Staatsheilbad und frühmittelalterliche Kirchen, Hrsg Bezirk Nieberbayern, Landshut 1980
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Georg Rieger, Kelheimer Heimatbuch für die Stadt und den Landkreis Kelheim Seite 366, Hrsg 1953
- ↑ Hans Ulrich Nuber, Seite 42
- ↑ Hans Ulrich Nuber, Seite 8
48.82638888888911.780555555556Koordinaten: 48° 50′ N, 11° 47′ O
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