Riedenburg

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Bayern; für den Stadtteil von Salzburg siehe Riedenburg (Salzburg).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Riedenburg
Riedenburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Riedenburg hervorgehoben
48.96222222222211.683055555556360Koordinaten: 48° 58′ N, 11° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Kelheim
Höhe: 360 m ü. NHN
Fläche: 100,6 km²
Einwohner: 5509 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93339
Vorwahl: 09442
Kfz-Kennzeichen: KEH, MAI, PAR, RID, ROL
Gemeindeschlüssel: 09 2 73 164
Adresse der
Stadtverwaltung:
St.-Anna-Platz 2
93339 Riedenburg
Webpräsenz: www.riedenburg.de
Bürgermeister: Siegfried Lösch (CSU)
Lage der Stadt Riedenburg im Landkreis Kelheim
Altmühl Altmühl Donau Main-Donau-Kanal Naab Regen (Fluss) Landkreis Eichstätt Landkreis Freising Landkreis Landshut Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Regensburg Landkreis Regensburg Landkreis Straubing-Bogen Gemeindefreies Gebiet Hacklberg Painten Painten Hienheimer Forst Frauenforst Neustadt an der Donau Dürnbucher Forst Abensberg Aiglsbach Attenhofen Bad Abbach Biburg (Niederbayern) Elsendorf Essing Hausen (Niederbayern) Herrngiersdorf Ihrlerstein Kelheim Kelheim Kirchdorf (Hallertau) Langquaid Mainburg Neustadt an der Donau Neustadt an der Donau Painten Painten Riedenburg Rohr in Niederbayern Saal an der Donau Siegenburg Teugn Train (Niederbayern) Volkenschwand WildenbergKarte
Über dieses Bild
Riedenburg
Burggraf von Riedenburg

Riedenburg ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und liegt im Altmühltal am Fuße der Rosenburg und der beiden Ruinen Rabenstein und Tachenstein.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Altmühlmünster, Baiersdorf, Buch, Deising, Dieterzhofen, Echendorf, Echenried, Eggersberg, Einthal, Emmerthal, Flügelsberg (mit der Ruine Flügelsberg), Frauenberghausen, Georgenbuch, Gleislhof, Grub, Gundlfing, Haidhof, Harlanden, Hattenhausen, Hattenhofen, Jachenhausen, Keilsdorf, Kohlmühle, Lintlhof, Meihern, Nußhausen, Obereggersberg, Oberhofen, Otterzhofen, Perletzhofen, Pillhausen, Prunn, Burg Prunn, Ried, Sankt Gregor, Sankt Ursula, Schaitdorf, Schambach, Thann und Untereggersberg.

Landschaft[Bearbeiten]

Eine große Fläche ist Naturschutzgebiet. Auf Trockenrasen wächst eine Vielzahl von seltenen Pflanzen. Die Wälder um Riedenburg sind überwiegend Mischwald. Einige Eichen in der Nähe sind über 1000 Jahre alt. Einen typischen Landwirt gibt es im Ort Riedenburg nicht mehr, nur ein Schäfer weidet die Juraflächen ab. Diese Bewirtschaftung dient zugleich zur Erhaltung des Trockenrasens mit seinen typischen Wacholderbüschen.

In Riedenburg mündet die Schambach über eine Felsentreppe mit einem Wasserfall von über fünf Meter in den Stadtweiher, dieser ist verbunden mit Altmühl oder dem Rhein-Main-Donau-Kanal

Riedenburg ist die westlichste Gemeinde des Regierungsbezirks Niederbayern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die früheste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens „Ritenburg“ stammt aus dem Jahr 1111. Als Markt erscheint der Ort erstmals nach 1231 und wird 1329 erstmals als Stadt genannt. Als Grafen der westlichen Donauauen herrschte das Geschlecht der Grafen von Riedenburg (Barbonen) etwa ab 970. Daneben führten sie als kaiserliche Burggrafen das Kommando in der Reichsfestung Regensburg. Zwei Grafen von Riedenburg sind als Minnesänger im Codex Manesse abgebildet.

Wenn sie auch nicht die Gründer waren, so werden sie doch die ersten geschichtlich bekannten Schützer und Förderer des Ortes gewesen sein. Er lag unter ihrer Obhut geborgen innerhalb der Wehr- und Sperrmauern ihres Burgberges und entwickelte sich nach ihrem Aussterben 1196 unter den Wittelsbachern zu bescheidener Blüte. Riedenburg war nach dem ältesten Urbar von 1224 Amtssitz (Amt ze Ritenburc).

1333 erscheint erstmals ein Riedenburger in einer Stiftsurkunde als Bürger.

Das Siegel mit dem heutigen Stadtwappen (der ehemaligen Herren von Riedenburg) kam bereits 1336 vor.

Im Bauernkrieg 1525 tat sich besonders der Pfleger von Riedenburg Erhard von Muggenthaler hervor und wurde gefangen genommen.

Riedenburg wurde im Dreißigjährigen Krieg 1632–1634 und 1648 von den Schweden schwer heimgesucht.

Das alte Rathaus, heute Fremdenverkehrsamt (Haus des Gastes), in der Mitte der Altstadt, stammt aus dem Jahre 1731.

Im Spanischen Erbfolgekrieg wurden 1703 Markt und Festung von den Österreichern geplündert, und 1745 schlug General Graf Bärenklau dort sein Winterquartier auf. 1796 nahm Erzherzog Karl mit Mann, Ross und Wagen seinen Weg über den Tachenstein.

Wappen des Landkreises Riedenburg

Die über die Altmühl führende eiserne Bogenbrücke wurde 1945 vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen von den abrückenden deutschen Einheiten gesprengt. Ansonsten gingen der Erste und Zweite Weltkrieg ohne direkte Folgen an der Stadt vorüber.

Auf dem Kirchfelsen nördlich des Ortsteils Obereggersberg befinden sich die Reste der Burg Eggersberg.

Bis 1972 war Riedenburg Kreisstadt des Landkreis Riedenburg im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz.

Der Landkreis (Kfz-Kennzeichen RID) hatte vor der Auflösung 49 Gemeinden. Die größten Orte waren die Kreisstadt Riedenburg, die Stadt Dietfurt sowie Altmannstein und Mindelstetten. Landrat war bis zur Gebietsreform Franz Lang.

Am 1. Juli 1972 wurde die Stadt Riedenburg mit Umgebung im Zuge der Gebietsreform in Bayern mit Teilen der Altlandkreise Mainburg, Parsberg und Rottenburg an der Laaber dem Landkreis Kelheim zugeschlagen.

Die weiteren Gemeinden des ehemaligen Landkreises kamen zu den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz und Eichstätt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Buch (mit dem am 1. April 1949 eingemeindeten Ort Echendorf), Eggersberg, Hattenhausen, Otterzhofen, Perletzhofen, Schaitdorf und Thann eingegliedert.[2] Jachenhausen folgte am 1. Januar 1976. Meihern kam am 1. Januar 1978 mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Ort Deising und dem am 1. April 1971 eingemeindeten Ort Altmühlmünster hinzu.[3] Der Reigen der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung der bisher selbständigen Gemeinden Baiersdorf und Prunn am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat mit seinen 20 Mitgliedern wurde zuletzt am 16. März 2014 gewählt und setzt sich so zusammen:

  1. Christlich-Soziale Union (CSU) 30,99 % – 6 Sitze
  2. Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 9,24 % – 2 Sitze
  3. Christliche Wählergemeinschaft Riedenburg (CWG) 25,10 % – 5 Sitze
  4. Freie Wählerschaft Riedenburg (FW) 5,68 % – 1 Sitz
  5. Bürgerliste Großgemeinde Riedenburg (BGR) 27,44 % – 6 Sitze (nach der Wahl 5 Sitze, wegen des Ausscheidens von Josef Fuchs)
  6. Parteilos "Sepp Fuchs" 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten]

2014 Siegfried Löch (CSU)

Das Ergebnis der letzten Bürgermeister-Wahl vom 16. März 2014:

  1. Siegfried Lösch (CSU) 69,86%
  2. Sandra Schmid (BGR) 30,14%

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold ein roter Schräglinksbalken, belegt mit drei silbernen heraldischen Rosen mit goldenen Butzen.“

Das Wappen ist abgeleitet vom Wappen des Geschlechts der Grafen von Riedenburg (Barbonen), das im 11. und 12. Jahrhundert im Donaugau ansässig war.

Zur Wappengeschichte siehe Weblinks.

Burg Prunn
Mariä Heimsuchung in Schambach mit ehemaligem Pfarrhof

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

siehe auch Liste der Baudenkmäler in Riedenburg

Museen[Bearbeiten]

  • In der Innenstadt von Riedenburg das „klingende Museum“ mit sehens- und hörenswerten originalen Geräten zur Tonwiedergabe (vom ersten Grammophon bis zum Apple iPod)
  • Kristall-Museum mit der größten Bergkristallgruppe der Welt (7,6 t). Hierzu gehören auch die „Fasslwirtschaft“ - man wählt aus 42 Biersorten aus aller Welt und trinkt, während man in mehr als 100 Jahre alten Bierfässern sitzt - sowie ein Wilde-Kerle-Spielplatz und ein Minigolfplatz.
  • DOLINA-Gewölbekeller (wechselnde Ausstellungen)
  • In Echendorf, zwischen Riedenburg und Altmannstein, befindet sich ein Bauernhofmuseum. Dort sind alte landwirtschaftliche Geräte und Maschinen ausgestellt, die der Museumsdirektor auch vorführt. Daneben gibt es auch Kühe, Ziegen und ein Pferd. Für die Kinder ist eine große Spielscheune vorhanden mit vielen Spielgeräten, zum Beispiel ein Trampolin, Billard, Tischfußball, Tischtennis, Minigolfbahnen, Schaukel, Kegelbahn und einem Balancierseil.

Regelmäßige Feste und Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Bauernmarkt auf dem Marktplatz: jeden 2. Donnerstag
  • Agratamagatha: Musikfestival am Badesee St. Agatha am letzten Juli-Wochenende
  • Antik- & Trödelmarkt: jeden 3. Sonntag im Monat auf dem Gelände des Riedenburger Brauereibiergartens
  • Mittelalterfest: alle 2 Jahre in der Altstadt und am Stadtweiher
  • Sonnwendfeier im Altmühltal jedes Jahr am 3. Samstag im Juni

Wirtschaft und Infrastruktur - ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Riedenburg
Luftaufnahme von Riedenburg
Luftaufnahme Alt- und Neustadt

Handwerk und Gewerbe standen früher hier in Blüte: Rot- und Weißgerber, Tuchmacher, Färber, Weber und Leineweber und Seiler erscheinen neben „Pierbreuwen“ (Bierbrauern) noch zahlreich in alten Unterlagen. Heute gibt es insbesondere

  • zwei Brauereien, eine davon spezialisiert auf ökologische Biersorten (siehe Riedenburger Brauhaus)
  • eine Malzfabrik
  • DFS Diamon GmbH (entwickelte in den letzten 25 Jahren mehr als 500 Produkte für Dentisten)

In Haidhof wurde ein Gewerbegebiet geschaffen, im Herbst 2006 ein weiteres unmittelbar beim Schloss Aicholding bzw. neben der Staatsstraße 2230. Es wurde im Frühjahr 2007 mit der Eröffnung mehrerer Unternehmen freigegeben und bezeichnet sich als „Gewerbe-Park“.

Viele Riedenburger pendeln nach Ingolstadt sowie nach Kelheim zur Arbeit.

Tourismus[Bearbeiten]

Riedenburg ist anerkannter Luftkurort und wird im Sommer von zahlreichen Urlaubern besucht. Ausgebaute Wanderwege, Radwege, Campingplätze und die zentrale Lage in Bayern werden gut angenommen. Ein Badesee sowie eine Sommerrodelbahn in Haidhof (St. Agatha) sind vorhanden. Drachenfliegen ist oberhalb von St. Agatha auf der anderen Kanalseite in Jachenhausen an Wochenenden für Befugte möglich.

Verkehr[Bearbeiten]

Anbindung an das Autobahnnetz[Bearbeiten]

Riedenburg befindet sich in der Nähe von drei Hauptverkehrsadern:

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Der durch Riedenburg ziehende Ludwig-Donau-Main-Kanal wurde 1836-1848 zur Verbindung des Mains mit der Donau gebaut, und die aus Holz gefertigten und von Pferden gezogenen Lastschiffe befuhren noch zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die Wasserstraße. In einem Vorort (Haidhof) existiert noch eine Schleuse.

1987 wurde im Stadtbereich mit dem Ausbau der Altmühl zum Main-Donau-Kanal begonnen. Seit der Fertigstellung 1993 gibt es dort einen regen Schiffsverkehr.

Mädchenrealschule St. Anna

Bahnverkehr[Bearbeiten]

Zwischen 1904 und 1972 war Riedenburg Endstation der Bahnstrecke Ingolstadt–Riedenburg.

Bildung[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Riedenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 557.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 611.