Riedenburg
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Niederbayern | |
| Landkreis: | Kelheim | |
| Höhe: | 360 m ü. NN | |
| Fläche: | 100,6 km² | |
| Einwohner: |
5628 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 56 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 93339 | |
| Vorwahl: | 09442 | |
| Kfz-Kennzeichen: | KEH | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 2 73 164 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
St.-Anna-Platz 2 93339 Riedenburg |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Michael Schneider (CSU) | |
| Lage der Stadt Riedenburg im Landkreis Kelheim | ||
Riedenburg ist eine Kleinstadt im niederbayerischen Landkreis Kelheim und liegt im Altmühltal am Fuße der Rosenburg und der beiden Ruinen Rabenstein und Tachenstein.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Stadtgliederung [Bearbeiten]
Altmühlmünster, Baiersdorf, Buch, Deising, Dieterzhofen, Echendorf, Echenried, Eggersberg, Einthal, Emmerthal, Flügelsberg (mit der Ruine Flügelsberg), Frauenberghausen, Georgenbuch, Gleislhof, Grub, Gundlfing, Haidhof, Harlanden, Hattenhausen, Hattenhofen, Jachenhausen, Keilsdorf, Kohlmühle, Lintlhof, Meihern, Nußhausen, Obereggersberg, Oberhofen, Otterzhofen, Perletzhofen, Pillhausen, Prunn, Burg Prunn, Ried, Sankt Gregor, Sankt Ursula, Schaitdorf, Schambach, Thann und Untereggersberg.
Landschaft [Bearbeiten]
Eine große Fläche ist Naturschutzgebiet und es wächst auf Trockenrasen eine Vielzahl von seltenen Pflanzen. Die Wälder um Riedenburg sind überwiegend Mischwald. Einige Eichenbäume in der Nähe Riedenburgs haben bereits 1000 Jahre überstanden. Einen typischen Landwirt gibt es im Ort Riedenburg nicht mehr, nur ein Schäfer weidet die Juraflächen ab. Diese Bewirtschaftung dient zugleich zur Erhaltung des Trockenrasens mit seinen typischen Wacholderbüschen.
In Riedenburg mündet die Schambach über eine Felsentreppe mit einem Wasserfall von über fünf Meter in den Stadtweiher, dieser ist verbunden mit Altmühl oder den Rhein-Main-Donau-Kanal
Riedenburg ist die westlichste Gemeinde des Regierungsbezirks Niederbayern.
Geschichte [Bearbeiten]
Die früheste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens „Ritenburg“ stammt aus dem Jahr 1111. Als Markt erscheint der Ort erstmals nach 1231 und wird 1329 erstmals als Stadt genannt. Als Grafen der westlichen Donauauen herrschte das Geschlecht der Grafen von Riedenburg (Barbonen) etwa ab 970. Daneben führten sie als kaiserliche Burggrafen das Kommando in der Reichsfestung Regensburg. Zwei Grafen von Riedenburg sind als Minnesänger im Codex Manesse abgebildet.
Wenn sie auch nicht die Gründer waren, so werden sie doch die ersten geschichtlich bekannten Schützer und Förderer des Ortes gewesen sein. Er lag unter ihrer Obhut geborgen innerhalb der Wehr- und Sperrmauern ihres Burgberges und entwickelte sich nach ihrem Aussterben 1196 unter den Wittelsbachern zu bescheidener Blüte. Riedenburg war nach dem ältesten Urbar (Verzeichnis)Urbar von 1224 Amtssitz (Amt ze Ritenburc).
1333 erscheint erstmals ein Riedenburger in einer Stiftsurkunde als Bürger.
Das Siegel mit dem heutigen Stadtwappen (der ehemaligen Herren von Riedenburg) kam bereits 1336 vor.
Im Bauernkrieg 1525 tat sich besonders der Pfleger von Riedenburg Erhard von Muggenthaler hervor und wurde gefangen genommen.
Riedenburg wurde im Dreißigjährigen Krieg 1632–1634 und 1648 von den Schweden schwer heimgesucht.
Das alte Rathaus, heute Fremdenverkehrsamt (Haus des Gastes), in der Mitte der Altstadt, stammt aus dem Jahre 1731.
Im Spanischen Erbfolgekrieg wurden 1703 Markt und Festung von den Österreichern geplündert und 1745 schlug General Graf Bärenklau dort sein Winterquartier auf. 1796 nahm Erzherzog Karl mit Mann, Ross und Wagen seinen Weg über den Tachenstein.
Die über die Altmühl führende eiserne Bogenbrücke wurde 1945 vor dem Einmarsch der amerikanischen Truppen von den abrückenden deutschen Einheiten gesprengt. Ansonsten gingen der Erste und Zweite Weltkrieg spurlos an der Stadt vorüber.
Auf dem Kirchfelsen nördlich des Ortsteils Obereggersberg befinden sich die Reste der Burg Eggersberg.
Bis 1972 war Riedenburg Kreisstadt des Landkreis Riedenburg im bayerischen Regierungsbezirk Oberpfalz.
Der Landkreis (Kfz-Kennzeichen RID) hatte vor der Auflösung 49 Gemeinden. Die größten Orte waren die Kreisstadt Riedenburg, die Stadt Dietfurt sowie Altmannstein und Mindelstetten. Landrat war bis zur Gebietsreform Franz Lang.
Am 1. Juli 1972 wurde die Stadt Riedenburg mit Umgebung im Zuge der Gebietsreform in Bayern mit Teilen der Altlandkreise Mainburg, Parsberg und Rottenburg an der Laaber dem Landkreis Kelheim zugeschlagen.
Die weiteren Gemeinden des ehemaligen Landkreises kamen zu den Landkreisen Neumarkt in der Oberpfalz und Eichstätt.
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Buch (mit dem am 1. April 1949 eingemeindeten Ort Echendorf), Eggersberg, Hattenhausen, Otterzhofen, Perletzhofen, Schaitdorf und Thann eingegliedert.[2] Jachenhausen folgte am 1. Januar 1976. Meihern kam am 1. Januar 1978 mit dem im Jahr 1945 oder 1946 eingemeindeten Ort Deising und dem am 1. April 1971 eingemeindeten Ort Altmühlmünster hinzu.[3] Der Reigen der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung der bisher selbständigen Gemeinden Baiersdorf und Prunn am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[4]
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Der Stadtrat mit seinen 20 Mitgliedern wurde zuletzt am 2. März 2008 gewählt und setzt sich so zusammen:
- Christlich-Soziale Union (CSU) 23,43 % – 5 Sitze
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 10,7 % – 2 Sitze
- Christliche Wählergemeinschaft Riedenburg (CWG) 27,73 % – 6 Sitze
- Freie Wählerschaft Riedenburg (FW) 13,57 % – 2 Sitze
- Bürgerliste Großgemeinde Riedenburg (BGR) 19,71 % – 4 Sitze
- Freie Demokratische Partei (FDP) 4,86 % – 1 Sitz
Bürgermeister [Bearbeiten]
1984 Michael Schneider (CSU)
Das Ergebnis der letzten Bürgermeister-Wahl vom 2. März 2008:
- Michael Schneider (CSU) 67,39 %
- Kirsten Armbruster (BGR) 32,61 %
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „In Gold ein roter Schräglinksbalken, belegt mit drei silbernen heraldischen Rosen mit goldenen Butzen.“
Das Wappen ist abgeleitet vom Wappen des Geschlechts der Grafen von Riedenburg (Barbonen), das im 11. und 12. Jahrhundert im Donaugau ansässig war.
Zur Wappengeschichte siehe Weblinks.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Grabhügel von Riedenburg-Haidhof
- Stadtpfarrkirche St. Johann Baptist (Riedenburg)
- Klosterkirche St. Anna
- Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung im Ortsteil Schambach
- Kath. Kirche St. Peter in Otterzhofen (mit origineller Emporenstütze)
- Falkenhof Schloss Rosenburg
- Burg Prunn. Von dort stammt eine Handschrift des Nibelungenliedes, der sogenannte „Prunner Codex“.
siehe auch Liste der Baudenkmäler in Riedenburg
Museen [Bearbeiten]
- In der Innenstadt von Riedenburg das „klingende Museum“ mit sehens- und hörenswerten originalen Geräten zur Tonwiedergabe (vom ersten Grammophon bis zum Apple iPod)
- Kristall-Museum mit der größten Bergkristallgruppe der Welt (7,6 t). Hierzu gehören auch die „Fasslwirtschaft“ - man wählt aus 42 Biersorten aus aller Welt und trinkt, während man in mehr als 100 Jahre alten Bierfässern sitzt - sowie einen wilde Kerle Spielplatz und ein Minigolfplatz.
- DOLINA-Gewölbekeller (wechselnde Ausstellungen)
- In Echendorf, zwischen Riedenburg und Altmannstein, befindet sich ein Bauernhofmuseum. Dort kann man alte landwirtschaftliche Geräte und Maschinen bestaunen, die der Museumsdirektor auch vorführt. Dort gibt es nicht nur Maschinen zu bestaunen, sondern auch Kühe, Ziegen und ein Pferd. Für die Kleinen gibt es auch eine große Spielscheune mit vielen Spielgeräten, zum Beispiel einem Trampolin, Billard, Tischfußball, Tischtennis, Minigolfbahnen, Schaukel, Kegelbahn und einem Balancierseil. Damit ist auch für die Kleinen auch Spaß geboten.
Regelmäßige Feste und Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Bauernmarkt auf dem Marktplatz: jeden 2. Donnerstag
- Agratamagatha: Musikfestival am Badesee St. Agatha am letzten Juli Wochenende
- Antik- & Trödelmarkt: jeden 3. Sonntag im Monat auf dem Gelände des Riedenburger Brauerei-Biergartens
- Mittelalterfest: alle 2 Jahre in der Altstadt und am Stadtweiher
- Sonnwendfeier im Altmühltal jedes Jahr am 3. Samstag im Juni
Wirtschaft und Infrastruktur - ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
Handwerk und Gewerbe standen früher hier in Blüte: Rot- und Weißgerber, Tuchmacher, Färber, Weber und Leineweber und Seiler erscheinen neben „Pierbreuwen“ (Bierbrauern) noch zahlreich in alten Unterlagen. Heute gibt es insbesondere
- zwei Brauereien, eine davon spezialisiert auf ökologische Biersorten (siehe Riedenburger Brauhaus)
- eine Malzfabrik
- DFS Diamon GmbH (entwickelte in den letzten 25 Jahren mehr als 500 Neu- und Weiterentwicklungen für Dentisten)
In Haidhof wurde ein Gewerbegebiet geschaffen, welches sich bisher bewährt hat. Im Herbst 2006 wurde ein neues Gewerbegebiet unmittelbar beim Schloss Aicholding bzw. neben der Staatsstraße 2230 erschlossen, es wurde im Frühjahr 2007 mit der Eröffnung mehrerer Unternehmer freigegeben und bezeichnet sich als „Gewerbe-Park“.
Viele Riedenburger pendeln werktäglich nach Ingolstadt sowie nach Kelheim zur Arbeit.
Tourismus [Bearbeiten]
Riedenburg ist anerkannter Luftkurort und wird im Sommer von zahlreichen Urlaubern besucht. Ausgebaute Wanderwege, Radwege, Campingplätze und die zentrale Lage in Bayern werden gut angenommen. Ein Badesee sowie eine Sommerrodelbahn in Haidhof (St. Agatha) sind vorhanden. Drachenfliegen ist oberhalb von St. Agatha auf der anderen Kanalseite in Jachenhausen an Wochenenden für Befugte möglich.
Verkehr [Bearbeiten]
Anbindung an das Autobahnnetz [Bearbeiten]
Riedenburg befindet sich in der Nähe von drei Hauptverkehrsadern:
- über die Ausfahrten 58 (Altmühltal) und 59 (Denkendorf) der A9
- über die Ausfahrt 94 (Parsberg) der A3
- über die Ausfahrt 49 (Abensberg) der A93
Schiffsverkehr [Bearbeiten]
Der durch Riedenburg ziehende Ludwig-Donau-Main-Kanal wurde 1836-1848 zur Verbindung des Mains mit der Donau gebaut und die aus Holz gefertigten und von Pferden gezogenen Lastschiffe befuhren noch zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die Wasserstraße. In einem Vorort (Haidhof) existiert noch eine Schleuse.
1987 wurde im Stadtbereich mit dem Ausbau der Altmühl zum Main-Donau-Kanal begonnen. Seit der Fertigstellung 1993 gibt es dort einen regen Schiffsverkehr.
Bahnverkehr [Bearbeiten]
Zwischen 1904 und 1972 war Riedenburg Endstation der Bahnstrecke Ingolstadt–Riedenburg
Bildung [Bearbeiten]
- Grund- und Hauptschule
- Johann-Simon-Mayr-Realschule (gemischtgeschlechtlich)
- St.-Anna-Mädchenrealschule (Kloster St. Anna Riedenburg)
- Die DOLINA-Gesellschaft für Landeskunde e. V. unterhält in einem Gewölbekeller Informations- und Ausstellungsräume
- Schullandheim Riedenburg
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Otto von Riedenburg († 6. Juli 1089) war der 17. Bischof von Regensburg
- Adelheid von Riedenburg war im 12. Jahrhundert Königin von Ungarn
- Josef Schweiger, Prälat, Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse
- Heinrich Neubauer, Professor an der Universität Leipzig (Friedrich-Loeffler-Institut)
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Stadt Riedenburg
- Riedenburg: Wappengeschichte vom HdBG
- Riedenburg: Amtliche Statistik des LStDV
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
- ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 557.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 610.
- ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 611.
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