Bayburt

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Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt, für die gleichnamige Provinz siehe Bayburt (Provinz)

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Bayburt
Wappen von Bayburt
Bayburt (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Bayburt
Koordinaten: 40° 16′ N, 40° 14′ O40.25972222222240.2277777777781550Koordinaten: 40° 15′ 35″ N, 40° 13′ 40″ O
Höhe: 1550 m
Einwohner: 35.947[1] (2012)
Telefonvorwahl: (+90) 458
Postleitzahl: 69 000
Kfz-Kennzeichen: 69
Struktur und Verwaltung (Stand: 2013)
Bürgermeister: Haci Ali Polat (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Bayburt
Einwohner: 61.354
Fläche: 2.655 km²
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km²

Bayburt ist eine türkische Stadt im Nordosten Anatoliens an den Ufern des Çoruh-Flusses. Sie ist zugleich Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Bayburt. Die Einwohnerzahl beträgt 35.947 (2012).

Die weiteren Landkreise der Provinz neben Bayburt sind Demirözü und Aydıntepe.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Garnisonsstadt Bayburt lag an der Seidenstraße und wurde von vielen Völkern beherrscht, beispielsweise durch die Urartäer, Armenier, Perser, das Römische Reich und die Seldschuken. Sie wurde im Laufe ihrer Geschichte mehrmals umbenannt.

Die Mongolen wurden hier 1364 von Alexios III., dem Kaiser von Trapezunt, besiegt. 1462 kämpfte hier der osmanische Sultan Mehmed II. gegen die türkisch-stämmigen Akkoyunlu. 1825 wurde die Stadt bei einer Invasion der Russen völlig zerstört, aber wieder aufgebaut. Bayburt gehörte früher zu Erzurum und nach der Gründung der Republik Türkei 1923 zu der Provinz Gümüşhane, bekam aber 1989 wieder Provinzstatus.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bayburt Kalesi

Sehenswert sind die Badehäuser von Bent, Ali Şingâh, Paşaoğulları und Pulur, die Große Moschee (Ulu Cami) von Bayburt, die Moscheen von Kutluk Bey, Pulur und Yukarı Hınzevrek, Hart, die Ruinen von Ksanta und Varzahan, Meydan, die Korgan-Brücke, die Türben von Taşhan und Şehit Osman.

Die Burg Bayburt Kalesi liegt innerhalb der Stadt auf einem steilen Felsvorsprung oberhalb des Çoruh. Der heutige Bau ist eine osmanische Festung mit seldschukischem Vorgängerbau: Die Umfassungsmauer wurde durch die türkische Antikenverwaltung restauriert. Vom Burgberg stammen eisenzeitliche Scherben[2], die auf einen urartäischen Vorgängerbau schließen lassen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Entlang des Çoruh finden sich Minen, in denen verschiedene Metalle abgebaut und über Bayburt vermarktet werden.[3]

Verschiedenes/Kulturelles[Bearbeiten]

Ein bekannter Besucher der Stadt Bayburt war Marco Polo. Auf seiner Reise nach China verweilte er in Bayburt. Er berichtet von den Silberminen der Umgebung[4]. Auch der türkische Reisende Evliya Çelebi besuchte Bayburt.

In Bayburt befinden sich das angebliche Grab und die Wohnstätte von Dede Korkut, einem von Mittelasien nach Anatolien gewanderten Heiligen. In den Erzählungen über Dede Korkut, die zu den Höhepunkten der türkischen Literaturgeschichte gehören, werden die Ereignisse der damaligen Zeit in sagenhafter Form erzählt. Da Bayburt in der Erzählung eine Rolle spielt, wird hier jedes Jahr das Fest des Dede Korkut gefeiert. Die Geschichten gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Das Jahr 1999 wurde von der UNESCO zum 'Dede Korkut-Jahr' erklärt. Auch im Ausland fanden viele Feiern und Veranstaltungen zu Ehren von Dede Korkut statt.

In Bayburt wird noch das alte türkische Pferdespiel Cirit (Cavgan) gespielt. Die Türken brachten das Spiel von Mittelasien nach Anatolien. Pferde waren seit jeher heilige Tiere für die Turkvölker.

Am 21. Februar wird der Befreiungstag gefeiert.

Bildung[Bearbeiten]

Die Universität Bayburt befindet sich im Zentrum der Stadt. Zu ihr gehören Fakultäten für Technik, Kunst, Wissenschaft und Verwaltungswissenschaften sowie mehrere Berufsschulen.

M. Mollamahmutoglu ist Gründer und Rektor der Universität und ist seit dem 15. September 2008 in seinem Amt.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Sagona, Claudia Sagona: Archaeology at the North-East Anatolian Frontier. Band 1: An historical geography and a field survey of the Bayburt Province. Peeters Press, Louvain u. a. 2004, ISBN 90-429-1390-8 (Ancient Near Eastern Studies 14).
  • T. A. Sinclair: Eastern Turkey. An architectural and archaeological survey. Band 2. Pindar Press, London 1989, ISBN 0-907132-33-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bayburt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 18. Juli 2013
  2. Antonio Sagona/Claudia Sagona, Archaeology at the North-East Anatolian frontier, I. A historical geography and a field survey of the Bayburt province Ancient Near Eastern Studies 14, Louvain Peeters 2004, 123
  3. Ainsworth, William Francis (1842): Travels and Researches in Asia Minor, Mesopotamia, Chaldea and Armenia Bd.2, S.395
  4. Sagona, Antonio, Sagona, Claudia: Archaeology at the North-East Anatolian Frontier, I. An historical Geography and a field survey of the Bayburt province. Ancient Near Eastern Studies 14, (Louvain, Peeters 2004), 95